Heiliger Eberhard Erzbischof von Salzburg

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

22. Juni

Der heilige Bischof Eberhard führt das Pferd an der Leine; auf dem Pferd sitzt eine Frau, die er offenbar belehrt

Der heilige Eberhard Erzbischof von Salzburg

Eberhard, der 19. Erzbischof von Salzburg, wurde 1085 zu Nürnberg geboren aus dem Geschlecht der Grafen von Hipoltstein und Biburg. Seine Mutter war ein vollendetes Muster weiblicher Glaubens-Innigkeit und Tugend. Ein erhebendes Monument ihrer kindlichen Ehrfurcht und Liebe zur heiligen Gottesmutter Maria war die Kirche auf ihrem Grafensitz, die sie mit ihrem Mann auf eigene Kosten erbaute, und zu deren Ausbau sie auf ihren eigenen Schultern barfuß stundenweit Steine herbei trug.

An solchem Mutterherzen wuchs Eberhard zum hoffnungsvollen Jüngling auf, bis er von den frommen Eltern den Benediktinern zu Bamberg übergeben wurde, um von ihnen und unter ihrer treuen Obsorge die höhere Ausbildung seines Geistes und Herzens zu erhalten. Und er erhielt sie in vortrefflicher Weise.

Voll des Eifers für die Ehre Gottes widmete sich Eberhard dem Priesterstand und mußte sogleich, so sehr seine Demut widerstand, als Chorherr ins Domstift Bamberg eintreten. Allein bald verließ er diese Ehrenstelle und bat um das Ordenskleid des hl. Benedikt auf dem nahen Michaelsberg. Gerne wurde ihm diese Bitte gewährt; aber das Domkapitel war nicht gesonnen, den Besten aus seiner Mitte in die verborgene Zelle zu entlassen; dringend, ja drohend verlangte es Eberhard zurück, und der Abt mit dem Sohne fügten sich in den Willen der göttlichen Vorsehung.

Man schickte das Kapitel den viel versprechenden jungen Priester nach Paris, um ihn auf dieser weltberühmten Hochschule noch weiter aus bilden zu lassen. Eberhard`s Fortschritte in der heiligen Wissenschaft übertrafen weit die großen Erwartungen; aber anstatt mit seinen Kenntnissen zu glänzen, bat er nach seiner Rückkehr den Bischof von Bamberg, den hl. Otto, kniefällig so lange, bis derselbe ihm erlaubte, in das von ihm (Otto) eben gestiftete Benediktinerkloster Prüfening bei Regensburg einzutreten. Die Abtwürde dieses Klosters trug Erbo, ein wahrer Johannes und Elias seiner Zeit, wie ihn die Chronik nennt; Eberhard war in den Übungen der Buße, der Demut, des Gebetseifers und der klösterlichen Zucht sein treuer Nachahmer.

Inzwischen hatten seine drei Geschwister das Kloster Biburg bei Ingolstadt gegründet und verlangten, daß er dessen erster Abt sei. Allein Eberhard`s Demut wußte fünf Jahre lang zu widerstehen, bis er mit dem Bischof von Bamberg nach Rom reiste und ihm dort Papst Innozenz III. unter dem Gehorsam die Annahme jener Würde gebot. Einen unzweideutigen Beweis seiner Würdigkeit hatte Eberhard gerade auf dieser Reise gegeben. Denn als er auf der Landstraße zu einer Bettelfrau kam, die von Elend nicht mehr gehen mochte, stieg er vom Pferde, hob sie in den Sattel und ging nebenher über die Schnee bedeckten Apenninen.

Mit solch` liebevollem Vaterherzen trug Eberhard den Krummtab auf Biburg, daß dieses Kloster bald in schönster Blüte den lieblichen Wohlgeruch der Frömmigkeit und Tugend verbreitete und sein Name weithin im deutschen Reich gefeiert wurde. Kaum war die Kirche von Salzburg durch den Tod des Erzbischofs Konrad verwaist, als die Priester und das Volk einstimmig verlangten, daß Eberhard ihr Oberhirte werde. Notgedrungen empfing der Heilige die Bischofsweihe am 13. Mai 1147. Mit Übernahme des neuen Amtes änderte Eberhard nur den Wohnort, nicht aber die Lebensweise, und auf dem hohen Leichter glänzten seine Weisheit, seine freigebige Liebe und besonders seine gottinnige Demut in noch hellerem Licht.

In hingebender Anstrengung und Selbstaufopferung kannte er nur einen Wunsch, Allen, den Priestern und dem Volk, den Vornehmen, den Armen und den Kranken, Alles zu werden, um Alle für Christus zu gewinnen. Die Arbeit war groß, mühsam und durch die Zeitverhältnisse sehr erschwert. Denn der Hochmut, mit dem Kaiser Friedrich I. Barbarossa den rechtmäßigen Papst Alexander III. verfolgte und die deutschen Bischöfe zur Anerkennung des aufgestellten Gegenpapstes Viktor IV. zwingen wollte, streckte seine Faust auch gegen Salzburg aus. Aber Eberhard fürchtete und beugte sich nicht vor Barbarossa. Treu gegen Gott und treu dem Statthalter Christi, dem rechtmäßigen Papst, duldete er alle Verfolgungen mit der Erklärung: „Ich will lieber den Kaiser als Gott zum Feind haben.“

Dennoch gelang es dem unermüdlichen Hirten, seine Herde so zu weiden und zu pflegen, daß Kaiser Konrad III., als er auf seiner Heimreise von Jerusalem nach Salzburg kam, das ehrenvolle Zeugnis aussprach, er sei nirgends durch den gottseligen Wandel und durch das wahrhaft geistliche Ansehen der Priester so sehr erbaut worden wie hier.

Mit vieles von diesem gesegneten Erfolg mag wohl auch der gnadenvollen Mutter Gottes zu verdanken sein, zu der Eberhard eine so andächtige Verehrung hatte, daß er niemals dem etwas abschlug, der ihm im Namen Mariens bat! Das Ende seines 80jährigen Lebens krönte er noch mit einer hochherzigen Tat, indem er, nicht achtend auf seine Altersschwäche und Hinfälligkeit, noch die beschwerliche Reise nach Steiermark machte, zum Markgrafen Ottokar V., um ihn mit dem Schlosshauptmann von Leibnitz zu versöhnen. Vollständig gelang ihm dieses Werk des Friedens, und auf dem Rückweg rief ihn Gott zu sich im Kloster Rain zum seligen Genuss des ewigen Friedens, im Jahre 1164. Ganz außerordentlich war der Schmerz und das Wehklagen in Salzburg, als nur die teure Leiche des allgeliebten Hirten zur trauernden Herde zurück gebracht wurde. –
aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 477 – S. 478

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