Heidenmission Wozu bist du auf Erden

Zwei afrikanische Kinder, ein Junge und ein Mädchen, bitten um christliche katholische Missionierung, um dem Götzendienst zu entfliehen

Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht

Missionsgeschichte: Wozu bist du auf Erden?

Missionsbischof Henninghaus (Südschantung, China) hielt einmal vor einigen Chinesen Christenlehre. Dicht vor ihm standen drei Männer, die sich freiwillig zum Katechumenat gemeldet hatten. Der Bischof fragte den ersten: „Wozu bist du auf der Welt?“ – „Um zu essen“, lautete die Antwort. Er fragte den zweiten: „Wozu bist denn du auf der Welt?“ – „Um mich zu ärgern“, kam es verdrießlich hervor. – Der dritte war ein Eseltreiber, der als Buddhist an die Wanderung der Seelen nach dem Tode glaubte. „Nun, mein Freund, wozu bist du denn auf der Welt?“ -„Wozu ich auf der Welt bin? Nun, jetzt muss mein Esel vorn ziehen, und ich gehe hintennach und treibe ihn; nach meinem Tode wird meine Seele in den Esel fahren; dann muss ich vorn ziehen, und mein jetziger Esel geht hintendrein und treibt mich.“ – Das sind heidnische Antworten auf die erste Frage des Katechismus. – Die Heiden haben keine Ahnung von ihrer wahren, hohen Bestimmung. – Wie erhaben und herrlich klingt dagegen die Antwort, die der Katholik auf die wichtige Frage geben kann: Wozu sind wir auf Erden? Wir sind auf Erden, um Gott zu erkennen, ihn zu lieben, ihm zu dienen, und dadurch in den Himmel zu kommen!

In den Himmel will ich kommen!

Ein vierjähriges Kind sucht den Missionar auf.
Pater Rudolf Pieper (gest. 1909), Missionar in China, erzählt folgendes Erlebnis: „Als ich eines Tages in frühester Morgenstunde aus meiner Wohnung heraus trat, um zur Feier der heiligen Messe in die Kirche zu gehen, fand ich auf der Haustreppe ein vierjähriges Kind, das bitterlich weinte. Ich fragte den Kleinen, woher er komme. Er gab einen drei Stunden entfernten Ort an. ‚Und wie kommst du denn hierher?‘ – ‚Ganz allein’ , war die Antwort. ‚Aber Kind, was willst du denn hier? Wen suchst du?’ – ‚Ich will zum Missionar.‘ – ‚Und was willst du denn vom Missionar?‘ – ‚In den Himmel will ich kommen‘, sprach der kleine Mann und hob seine Händchen und seine Augen bittend zu mir empor. – Durch meine Fragen erfuhr ich, daß Christenkinder in seinem Dorf ihm von unserer heiligen Religion und besonders vom schönen Himmel erzählt haben. Sie hätten das alles vom Missionar in Pauli gehört, der ganz weit hergekommen sei, um alle Kinder zum Himmel zu führen. So war in dem kleinen Heidenkind die Sehnsucht nach dem Himmel geweckt worden. Es war heimlich von Hause weggelaufen, den Missionar aufzusuchen, der die Kinder in den Himmel bringen will. – Mit Zustimmung seiner angehörigen nahmen wir den geweckten Knaben in unser Waisenhaus auf, und bald wurde er durch die hl. Taufe ein überglückliches Christenkind.“

Ein Chinesenknabe zieht den Himmel allen Reichtümern vor.

Zu Nanking in China wollte eine ganze Familie in die katholische Kirche aufgenommen werden. Ein achtjähriger Knabe dieser Familie stand vor der Wahl, von seiner streng heidnischen Tante als Kind und alleiniger Erbe ihrer großen Reichtümer angenommen zu werden; dann musste er aber auf den Übertritt zum wahren Glauben verzichten. Sein ältester Bruder sprach eines Tages zu ihm: „Was dich betrifft, so wirst du für jetzt die taufe nicht empfangen, weil auch deine Pflegemutter heidnisch bleibt. Später kannst du ja sehen, was zu tun ist.“ – „Wie“, erwiderte der Knabe, „wollt ihr denn nicht, daß ich mit in den Himmel komme? Ihr nehmt die ewige Seligkeit für euch und laßt mir das zeitliche Glück; diese Teilung ist nicht recht.“ – ‚Inzwischen kam der Missionar in diese Gemeinde und hörte von der Sache. Er fand das Kind schon gut in der Religion unterrichtet und vorzüglich vorbereitet. Darum zögerte er nicht, dem Kleinen die heiß ersehnte Taufe zu spenden. Kaum wiedergeborene als Gotteskind, wurde der Knabe sofort zu einem Verkünder des wahren Glaubens unter seinen Altersgenossen. Er erklärte ihnen mit Eifer und bewunderungswürdigem Geschick die Heilswahrheiten und führte manche dem Missionar zu, damit er das Bekehrungs-Werk vollende.

Sein Brüderchen soll auch in den Himmel kommen.

„Vater, laß mich nach Hause gehen. Mein Brüderchen ist so krank.“ Mit dieser Bitte kommt ein Negerbüblein von zwölf Jahren zum Bischof Le Berge gelaufen. Schluchzend und weinend umklammert er die Knie des hochwürdigsten Herrn. – Väterlich legte dieser die Hand auf den schwarzen Krauskopf: „Weine nicht, lieber Leo“, und seine Hand erfassend, sagt er: „Komm, wir wollen in die Kapelle gehen und für deinen kleinen Bruder beten, daß der liebe Gott ihn wieder gesund werden läßt.“ – Sie gingen. Vor der Tür der Kapelle fing Leo noch heftiger an zu weinen: „Vater“, flehte er, „Laß mich heimgehen; ich muss zu meinem Brüderchen.“ – „Aber, liebes Kind“, sagte der Bischof zärtlich, „deine Eltern sind noch heidnisch; sie werden dich nicht mehr gehen lassen. Und deinem Brüderchen kannst du doch nicht helfen.“ – „Nein, Vater, ich muss heim. Meine Eltern werden meinen Bruder nicht taufen. Er muss auch in den Himmel kommen. Ich muss ihn taufen.“ – Gerührt schaut der Bischof in die tränenvollen äugen seines Schützlings: „Gewiß, mein lieber Leo, dein Brüderchen muss auch in den Himmel kommen; es muss getauft werden. Du weißt ja, ganz nahe der Hütte deiner Eltern wohnen die Missionare. Sie wissen gewiß, daß dein Bruder krank ist, und werden ihn schon zur rechten Zeit taufen. Sei deshalb ruhig, bete für deinen Bruder.“ – „Meine Eltern werden ihn vor den Missionaren verbergen. Sie werden es ihnen nicht sagen, er wird sterben ohne die heilige Taufe.“ Wiederum ein Strom von Tränen. – Der Apostolische Vikar stand unschlüssig. Sollte er den Kleinen nach Hause gehen lassen? War es doch ein weiter Weg, den der Knabe zurücklegen musste. Und niemand war, der ihn hätte begleiten können. Zwar hatte der hochwürdigste Herr schon oft Gelegenheit gehabt, den besonderen Schutz der heiligen Engel an seinen Pflegebefohlenen zu erfahren. Aber immerhin blieb es ein Wagnis, ein Kind den Gefahren eines so weiten Weges auszusetzen. Wie gerne hätte er selbst die Mühsal des Weges auf sich genommen; aber seine Stellung, das Wohl so vieler hielt ihn zurück. – Doch der Mut des Knaben und das Seelenheil des kranken Brüderchens ließen’s ihn wagen. „So gehe denn, dein heiliger Schutzengel begleitet dich. Solchem Seeleneifer, so großem, kindlichem Glauben kann Gott seinen Beistand nicht versagen.“ – Das Brüderchen empfing nach zwei Tagen die heilige Taufe und starb gleich darauf als Kind Gottes. –
aus: Hermann Fischer SVD, Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht, 1922, Bd. 1, S. 2 – S. 4

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