Hattler SJ Eine Gattung Seelenmörder

Kain, von einer schwarzen Wolke eingehüllt, schlägt auf seinen Bruder ein, der zu seinen Füßen liegend um Erbarmung bittet

Seelenmörder – gottlose Bücher- und Zeitungsschreiber

„Kindlein! Niemand verführe euch. Wer Sünde tut ist aus dem Teufel – wie Kain, welcher aus dem Bösen war, und umgebracht hat seinen Bruder.“ (1. Joh. 3,7.12)

Eine Seele ohne Gnade, ohne Glauben, ohne Hoffnung und ohne Liebe ist tot und faul, auch eine Ruine; und muss doch in sich fortdauern ewiglich.
Daraus folgt, daß auch deine ewige Seele gemordet werden kann, wie dein hinfälliger Leib, wenn man ihr nämlich das übernatürliche Leben, die Gnade, raubt. Und wenn im fünften Gebot: „Du sollst nicht töten“ der Mord des Leibes verboten wird, so gilt dasselbe Verbot noch weit mehr dem Leben des Geistes als des Leibes. Und wenn es eine furchtbare Sünde ist, sich selber oder andere am Leibe umzubringen, so ist es noch viel entsetzlicher, wenn einer auch noch seine Seele oder die Seele des Nächsten umbringt. Es gibt nämlich auch in Bezug auf die Seele Selbstmord und Nächstenmord.

Diesen Doppelmord am Leib und am Geist stellt dir das obige Bild vor…
Einen solchen Doppelmord auf einen Schlag, aber einen noch viel grausameren und unmenschlicheren begehen Tausende alle Tage und es rührt sich keine Polizei und kein Staatsanwalt dagegen. Dieser Doppelmord geschieht so oft, als einer seinen Nächsten zu schwerer Sünde verführt; da schlägt er die Seele des Nebenmenschen und zugleich die Seinige tot, weil er beiden die Gnade Gottes ausreißt…

Die Gattung Mörder, die nicht mehr bloß vereinzelt, sondern zu lichten Haufen, wie die Plage der Heuschrecken unter uns wütet und Seelen mordet, das sind die gottlosen Bücher- und Zeitungsschreiber und ihre Mordaxt ist die Feder. Sind solche schlechte Schriften schon überzahlreich, so sind es die Leser noch mehr, und so wirken diese Blätter wie eine ständige Versuchung und Verführung Tag für Tag bei Millionen Menschen; sie schneiden ihren Lesern eine Lebensfaser um die andere aus der Seele, bis sie tot sind für ewig. Nicht zufrieden, selber schlecht zu sein, Teufel in Schreibergestalt, füttern sie Tag für Tag ihre Kunden mit ihrem Gift; sie lästern Christus, leugnen seine Gottheit, verhöhnen seine Braut, die heilige Kirche, spotten über Andacht und Gebet und Messe, verleumden die Priester, verdrehen die Geschichte so lange, bis sie in ihren Händen zur Mordwaffe von vielen Tausenden wird. Wenn man einmal über jedes unnütze Wort muss Rechenschaft geben, was muss es sein für einen Menschen, der Millionen Worte voll Lüge, Ehrabschneidung und Gotteslästerungen aus seiner Feder ausgestoßen und vor zwanzig, dreißig Tausend Lesern alle Tage gepredigt hat?

Wie ist es in diesem Punkt mit dir, du Leser! Zahlst du vielleicht auch ein solches gottloses Buch oder Blatt, daß du es alle Tage lesen kannst? Sieh, dann begehst du zwei Sünden; du steuerst bei, daß ein Seelenmörder sein Handwerk treibt, und du kaufst und ißt Gift für deine eigene Seele… –
aus: Franz Ser. Hattler SJ, Wanderbuch für die Reise in die Ewigkeit, II. Band, Dritter Teil. Warnungstafeln, 1884, S. 96-99

Bildquellen

  • Hattler Kain Erschlaegt Abel: Bildrechte beim Autor

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