Gottseliger Gonzales Silveira Jesuit

Gottseliger Pater Gonzales Silveira aus der Gesellschaft Jesu, Missionar und Märtyrer

Seine Eltern, aus hohem Stand in Portugal, opferten diesen ihren geliebten Sohn, noch ehe er geboren war, schon der gebenedeiten Mutter Gottes auf. – Ihm ward also die Liebe zur Himmelskönigin schon angeboren, er sog sie mit der Milch seiner frommen Mutter Beatrix ein und schon als kleiner Knabe flammte sie in seinem unschuldigen Herzen, welches nur Gott zu gefallen strebte. –

Zu einer Zeit, wo andere Knaben an ernste Dinge gar nicht denken, weihte er schon seine jungfräuliche Reinigkeit der allerseligsten Jungfrau und in allen Versuchungen nahm er seine Zuflucht zu ihr.

Da er an der Welt mit ihrer vergänglichen Lust und Pracht Ekel hatte, trat er in den Orden der Gesellschaft Jesu. In diesem Orden, der sich besonders durch seinen flammenden Eifer für die Verherrlichung Jesu und seiner gebenedeiten Mutter auszeichnet, konnte er seiner Liebe, Verehrung und Andacht zur Gottesmutter freien Lauf lassen. Täglich betete er ihr zu Ehren den Rosenkranz und die Litanei, auch nachdem er schon Priester geworden.

Alle Nachmittage betete er 1000 Ave kniend U. L. Frau zu Ehren, und am Vorabend ihrer Feste und an allen Samstagen fastete er strenge. Wo möglich blieb er immer in einer Kirche U. L. Frau über Nacht, und in allen seinen Predigten unterließ er niemals, Maria zu preisen. –

Seinem glühenden Eifer, den Namen Jesu und Maria in ferne Länder zu den armen, im Götzendienst versunkenen Heiden zu tragen, ward endlich die Gnade zu Teil, als Missionar nach Indien zu gehen. – Das Schiff, welches ihn nach Indien bringen sollte, nannte er Maria; unter ihrem mächtigen Schutz begann er die weite gefährliche Fahrt. Während derselben betrachtete er täglich eine Stunde lang irgend eine der schönen Tugenden der allerseligsten Jungfrau, und suchte sie nach Kräften nachzuahmen. Daher verrichtete er gerne die niedrigsten Dienste, wartete die Kranken, hörte gerne die armen Leute Beichte, bediente seine Mitbrüder.
Die ersten dreizehn Tage der Fahrt nach Indien hielt er täglich den Matrosen und Soldaten des Schiffes eine Rede über die Vorzüge der großen Mutter Gottes zur Freude und zum Heil aller; auch veranlaßte er, daß täglich die Litanei U. L. Frau gesungen wurde.

Die Himmelskönigin war gegen diese Liebe nicht gleichgültig. Sie breitete sichtbar ihren Schutzmantel über ihren frommen Diener und das Schiff aus und hielt öfters gefährliche Stürme ab. –
Am Lichtmess-Tag zeigte sich endlich den Schiffenden nach langer Reise das ersehnte Land. Allein plötzlich erhob sich ein gewaltiger Sturm und sie mussten die ganze Nacht den Wellen zum Spiel dienen, und auf Geradewohl umher irren. Allein als es Tag geworden, und die Matrosen glaubten, sie seien weit von ihrem Ziel verschlagen, erblickten sie zur größten Freude die kleine, schöne Insel Mozambique ihnen gegenüber, welche die Portugiesen inne hatten, und auf derselben die große Kirche U. L. Frau, so daß Niemand zweifelte, Maria habe das Schiff regiert und sicher in den Hafen geleitet. – Sobald Alle ans Land gestiegen waren, begab sich Gonzales mit bloßen Füßen zur Kirche U. L. Frau und blieb dort mehrere Tage im Gebet. Er würde auch bis zur Abfahrt von der Insel die Kirche nicht verlassen haben, wenn nicht einer von den vornehmsten der Stadt ihn mit Gewalt ins eine Wohnung geführt hätte. –

Endlich war der innigste Wunsch seines Herzens erfüllt, er gelangte nach unsäglichen Beschwerden an die Grenzen des Negerstaates, Monomotapa, zu dessen König er gesendet war. Bevor er das Land betrat, bat er seine Gefährten, sie möchten nicht aufhören, mit ihm die allerseligste Jungfrau anzuflehen, daß sie das Land und seinen König unter ihren Schutz nehmen möge. Er selbst betete im Gehen den Rosenkranz, und so oft er ein Ave begann, beugte er die Knie nach dem Beispiel des Erzengels Gabriel, von dem man glaubt, daß er Maria kniend begrüßt habe. – er hatte auch ein schönes Bild der allerseligsten Jungfrau mit sich genommen, um es bei seinen Predigten aufzustellen, und so gleichsam in Gegenwart seiner lieben Mutter und Führerin das Wort vom Kreuz zu verkünden.

Als er in Monomatapa seine Predigten begonnen hatte, geschah es, daß eines Tages ein Diener des Königs dies Gemälde sah. Da er noch niemals ein Bild gesehen hatte, und glaubte, die Frau, welche das Bild vorstellte, sei lebendig, hinterbrachte er dem König die Nachricht, der fremde Priester habe eine Dame von wunderschöner Gestalt bei sich. Dies erweckte die Neugierde des Königs; er verlangte die Dame zu sehen, und ließ sein Verlangen dem Pater Gonzales kund tun. Dieser säumte nicht, sich auf den Weg zu machen, nahm das Bildnis mit sich, zeigte solches dem König und sprach, dies sei jenes schöne Frauenbild, das sein Diener gesehen habe. Der König ward über den Anblick des Muttergottes-Bildes hoch erfreut. So daß er an demselben sich nicht satt sehen konnte; er ersuchte den Pater, solches ihm zu schenken, und ließ es ins einem Prachtzimmer unter einen reich verzierten Thronhimmel hängen.

In der folgenden Nacht aber, als er friedlich entschlafen war, da erschien ihm im hoch herrlichen Glanz die seligste Jungfrau, genau also gekleidet und geschmückt, wie sie es auf dem Bild war und erfüllte sein Herz mit so süßem Trost, wie er nimmer empfunden hatte. Auch sprach sie sehr freundlich mit ihm; doch fiel es ihm überaus hart, daß er ihre Sprache nicht verstand.

Diese Erscheinung hatte er fünf Nächte nacheinander. Innigst betrübt nicht zu verstehen, was die Dame ihm sagte, ließ er den Pater Gonzales zu sich bitten, um von ihm zu erfahren, was dies liebliche Traumgesicht bedeuten wolle, und warum er die holdselige Frau niemals verstehen könne. Da antwortete der Pater: „Die himmlische Königin spricht in himmlischer Sprache; diese aber kann Niemand verstehen, es sei denn, er habe zuvor die heilige Taufe empfangen, und dies auch sei es vielleicht, was die glorreiche Jungfrau verlange.“
Es antwortete ihm aber der König und sprach: „Gerne will ich die heilige Taufe empfangen, wenn dies jener großen Königin also wohlgefällig ist!“ Er ließ sich also sorgfältig in den Geheimnissen des Glaubens unterrichten, nahm denselben mit willigem Herzen an und ward nach kurzer Zeit mit seiner Mutter und einer großen Anzahl der Herren des Hofes getauft. Die jungfräuliche Königin erschien ihm zwar nicht mehr im Traum, doch er erkannte zu seiner Freude, daß sie die Urheberin seines Heiles gewesen war, und brach in freudige Danksagung aus. –

Noch inniger aber dankte der gottselige Gonzales seiner lieben Mutter Maria für die Bekehrung so vieler Seelen, und flehte sie mit heißer Inbrunst an, ihn ferner bei seinem Missionswerk beizustehen. Er eilte nun in das Königreich Tongor, wo der böse Geist Millionen von unsterblichen Seelen unter seiner Gewalt hielt. Unerschrocken predigte er Christum den Herrn. Dabei führte er das strengste Büßerleben. Immer ging er barfuß. Mit Gewalt musste man ihn nötigen, ein paar Schuhe anzuziehen. Nur Hirse und Wasser war seine Speise und sein Trank. Als ihm einmal hundert Ochsen angeboten wurden, aß er von ihnen keinen Bissen Fleisch, sondern ließ es unter die Armen verteilen. Stets lag er auf bloßer Erde, einen Stein unter dem Haupt, das Cilicium um den Leib, sich mit einer eisernen Kette geißelnd.

Nach dem Martertod innigst verlangend, erhörte Gott sein Gebet. Er wurde um Jesu willen im Jahre 1561 am 15. März erdrosselt und sein Leib in den Fluss geworfen. (Balinghem. Calend.) –
aus: Georg Ott, Marianum Legende von den lieben Heiligen, Erster Teil, 1869, Sp. 713 – Sp. 715

Gonzales da Silveira, SJ (seit 1543), Missionar und Märtyrer, * 23.2.1526 zu Almeirim (Diözese Lissabon), ging 1556 nach Ostindien, wurde Provinzial in Goa, förderte die Mission außergewöhnlich; wirkte seit 1560 als Missionar südlich vom Sambesi,predigte mit großem Erfolg in Tongue und Umgebung, drang den Sambesi aufwärts und kam bis zur Residenz des „Kaisers von Monomotapa“ am Musengeze, wurde aber schon 15.3.1561 auf Befehl des getauften, jedoch von Mohammedanern aufgewiegelten jungen Herrschers ermordet. Camoes verherrlicht Silveira in seinen Lusiádas 10, 93 und in seinen Rimas, Son. 37. Seligsprechungsprozess im Gang (vgl. The Month 1909, 151/55). (Buchberger, Lexikon, Bd. IX, 1937, Sp. 558)

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