Fegefeuer Abbüßung zeitlicher Strafen

Das Fegefeuer

Abbüßung zeitlicher Strafen und läßlicher Sünden

In diesem vorübergehenden Feuer, von welchem der Apostel sagt: „er wird gerettet werden, aber durch Feuer“, wird man nicht von schweren, sondern von geringen Sünden gereinigt.
Augustin. serm. 41. de Sanctis.

Ein jeder bemühe sich nach Kräften, daß er die schweren Sünden meide und die geringen durch gute Werke abbüße, damit von diesen letzten nichts übrig bleibe, was von diesem Feuer verzehrt werden muss.
Idem loc. cit.

Ich weiß, daß nach diesem Leben einige in Reinigungsflammen werden büßen müssen.
Gregor. in psalm. 3. poenit.

O Peinen der Barmherzigkeit! Gott züchtigt und liebt.
Leo M.

Was jene anbelangt, welche mit einer wahren Buße in der Freundschaft Gottes sterben, beschließen wir, daß, solange sie durch würdige Früchte der Buße für ihre Sünden nicht genug getan haben, ihre Seelen nach dem Tod im Reinigungsfeuer gereinigt werden.
Conc. Florent.

Wer ist so vollkommen, so heilig, daß er, wenn er aus diesem Leben wird hingeschieden sein, nichts jenem Feuer schulde? Wer reinigt sich so vollkommen von allen Schlacken der Sünde, daß er sich rühmen mag, ein lauteres Herz zu haben, und sagen kann: Mein Herz ist unbefleckt und ich bin rein von Sünde? Wenige sind auserwählt und unter den wenigen Auserwählten selbst sind, wie ich meine, wenige so vollkommen, daß sie erfüllen jene Reinigung, von welcher der Weise sagt: „Reinige dich mit wenigen von deiner Nachlässigkeit.“ (Ecclesiast. 7)
Bernard. serm. 6. de purificat. B.V.M.

Wer da erkennt, daß in ihm eine Todsünde herrsche, tue Buße; denn er kann davon von jenem zeitlichen Feuer, wovon der Apostel spricht (1. Kor.), nicht gereinigt werden, sondern es wird ihn die ewige Flamme ohne irgend ein Heilmittel peinigen. Denn nach diesem Leben werden nicht die Todsünden, sondern nur die geringen Sünden gereinigt und gebüßt.
Augustin. serm. 41. de Sanct.

Es gibt eine gewisse Lebensweise, die nicht so gut ist, daß sie nach dem Tode der Hilfe nicht bedürfen sollte, noch so böse, daß den Verstorbenen jene Hilfe nicht möglich werden sollte. Mancher ist im Guten wohl so gewurzelt, daß er nach dem Tode derselben nicht bedürfen mag; ein anderer so tief im Bösen verwurzelt, daß sie ihm nichts helfen könne. Hienieden wird also alles gesammelt, was uns nach diesem Leben, unseren Verdiensten gemäß, zur Erquickung oder zur Bürde werden kann. Nur verspreche sich niemand, daß er das, was er lebend versäumt hat, nach dem Tode bei Gott noch werde verdienen können.
Augustin. enchirid. cap. 30. –
aus: Bernardin Thuille, Ord. fr. Capuc., Patristisches Handbuch, Eine Sammlung vieler Stellen für die vorzüglichsten Glaubens- und Sittenlehren der katholischen Erblehre aus den Schriften heiliger Kirchenväter und kirchlicher Schriftsteller, 1888, S. 139 – S. 141

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