Wie überaus groß die wahre Seligkeit ist

Worin die wahre Seligkeit besteht

1. Worin sie besteht, und wie überaus groß sie ist. 2. Wodurch sie zu erlangen ist.

I. Wie überaus groß die wahre Seligkeit ist

Die wesentliche Seligkeit der Auserwählten besteht in der klaren Anschauung des göttlichen Wesens.
Thomas Aquin. 1, 2. quaest. 5. art. 4.

Wie groß wird jene Glückseligkeit sein, wo alles Übel verbannt, und nichts Gutes verborgen sein wird!
August. De civ. Dei, lib. XXII. c. 30.

Der Lohn der Tugenden der Seligen wird derjenige selbst sein, der die Tugend gab, und sich selbst dafür verhieß, der durch nichts Besseres und Größeres übertroffen werden kann.
Augustin. loc. cit.

Welches übrigens die Belohnungen für die verschiedenen Verdienste der Heiligen und die Stufen ihrer Glorie und Verherrlichung sein werden, wer ist imstande, dies zu erdenken, geschweige zu sagen? Daß jedoch diese Abstufungen stattfinden werden, daran ist nicht zu zweifeln.
Idem. loc. cit.

Die Belohnung des ewigen Lebens, die Freude der ewigen Seligkeit, immer dauernde Sicherheit, der Besitz des ehedem verlorenen Paradieses, das alles kommt, wenn die Welt vergeht; dann folgt dem Irdischen das Himmlische, das Große dem Kleinen und dem Vergänglichen das, was ewig dauert.
Cyprian. de mortalitate.

Die Heiligen des Himmels, indem sie Gott ewig anschauen, genießen ein lebendig machendes Leben, ein ewiges und ewig seliges Leben, wo Freude ohne Leid, wo Ruhe ohne Arbeit, wo Ehre ohne angst, wo Reichtum ohne Verlust, wo Überfluß ohne Mangel, wo Leben ohne Tod, wo Ewigkeit ohne Verwesung, wo Seligkeit ohne Trübsal ist.
Augustin. in soliloqu. Cap. 7.

Unter den Himmelsbewohnern gibt es wegen der ungleichen Herrlichkeit keinen Neid, weil in allen die Eintracht der Liebe herrschen wird.
Augustin. in Joan.

Wird das Gehör schon vom Gesang der Vögelchen belustigt, noch mehr durch die süßen Melodien der Menschen, über alles durch die Harmonie vieler Instrumente, was wird dann wirken die Melodie so vieler Heiligen und unzähliger Engel.
Bernard. serm. 7. de apostolis.

Der Wille der Seligen wird frei sein, darum, weil sie an der sünde keine Freude mehr haben, ja, weil der Wille nicht mehr sündigen kann. Dies erhält er aber aus Gottes Gnade, nicht aus der Möglichkeit der Natur.
Augustin. de civit. Dei, lib. XXII. cap. 30.

Hinsichtlich der Erkenntnis (Gedächtniskraft) werden die Seligen allerdings ihrer vergangenen Übel, hinsichtlich des Gefühles aber und der Erfahrung werden sie derselben durchaus nicht eingedenk sein.
Augustin. loc. cit

Der paradiesische Garten ist ein garten höchster Annehmlichkeit, ein anderer Himmel…, daß nicht Sommer und Winter, Herbst und Frühling wechseln, sondern ein unaufhörliches Vergnügen, ein garten voll ewiger Lieblichkeit sein wird.
S. Rupert. in Genes. lib. I. c. 41.

„Ich will Dein übergroßer Lohn sein.“ (Gen. 15,1) Die große Sache, welche wir genießen sollen, ist der Vater, der Sohn und der heilige Geist.
Augustinus.

Es ist leichter zu sagen, was im Himmel nicht ist, als was in demselben ist.
Augustin. lib. III. de Symbolo.

Dort werden wir genießen die ewige Ruhe nicht bloß des Geistes, sondern auch des Leibes. Dort werden wir ruhen und schauen, schauen und lieben, lieben und loben. Sieh`! Das ist es, was am Ende ohne Ende sei wird. Denn welches andere Ziel ist unser Ziel und Ende, als zu jenem Reiche zu gelangen, dessen Ende nie sein wird.
Augustinus civ. Dei, lib. XXII. c. 30.

Wenn so vieles, das wir sehen, schön ist, wie schön wird er sein? Wenn dies groß ist, wie groß wird er sein?
Idem in psalm. 84.

Darin besteht das ewige, selige Leben und in nichts anderem; Freude empfinden zu Gott, in Gott und wegen Gott.
Augustin. confess. lib. IX. c. 3.

aus: Bernardin Thuille, Ord. fr. Capuc., Patristisches Handbuch, Eine Sammlung vieler Stellen für die vorzüglichsten Glaubens- und Sittenlehren der katholischen Erblehre aus den Schriften heiliger Kirchenväter und kirchlicher Schriftsteller, 1888, S. 445-447

Category: Himmel, Thuille
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