Heilige Kommunion Geheimnis des Glaubens

Das Lamm Gottes steht auf dem Brunnen des Lebens, die Engel geben den Kelch zur Kommunion den armen Seelen und dem Pilger auf Erden

Das unblutige Opfer der heiligen Messe vom Priester am Altar vollzogen und das gläubige Volk kniet und betet an

Die heilige Kommunion ist ein Geheimnis des Glaubens

Das Geheimnis des Glaubens im Licht der Liebe

Nach katholischer Lehre wird beim heiligen Messopfer durch Gottes Wort und Macht Brot und Wein in den hochheiligen Leib und in das kostbare Blut Jesu Christi verwandelt. In der heiligen Kommunion wird uns dieser Leib und dieses Blut zum Genuss dargereicht.
Müßte ich nun für Leute schreiben, welche an diese Wahrheit nicht recht glauben mögen oder daran Zweifel haben, so würde ich ihnen vor allem haarscharf nachweisen, daß die göttliche Wahrheit, Jesus Christus, selbst uns darüber in klarster und verständlichster Weise belehrt, daß die Kirche durch alle Jahrhunderte daran fest geglaubt hat, und daß folglich diese Wahrheit verdient, von uns geglaubt zu werden…

Die Liebe für Christus
macht den Glauben an seine heilige Gegenwart in der Kommunion
leicht, sie macht ihn stark, sie macht ihn hell.

Man muss freilich zuerst durch den Glauben Christus den Herrn als Gott und Erlöser erkannt haben, um ihn lieben zu können. Kommt nun zum Glauben die Liebe auch wirklich hinzu, dann macht sie es dem Menschen leicht, willig und freudig auch alles weitere zu glauben, was ihm Christus der Herr sagt, selbst wenn es eines der tiefsten Geheimnisse wäre, das er nicht zu begreifen vermag.

Der gläubige Christ weiß, daß jedes Wort seines Erlösers aus einem liebenden Herzen kommt, und darum weiß er auch, daß ihm Christi Wort nur Liebes, Gutes und Wünschenswertes bietet. Darum glaubt er dem geliebten Heiland so gern und willig aufs Wort. Da wird wahr, was der heilige Apostel Paulus sagt: „Die Liebe glaubt alles.“
Wenden wir dies jetzt auf die Lehre von der heiligen Kommunion an.

In der heiligen Kommunion wird uns die heilige Hostie zum Genuss gereicht. Was wir davon mit unseren Sinnen, mit unseren Augen, mit den Händen, mit der Zunge und dem Geschmack wahrnehmen, deutet alles auf Brot. Ist es aber auch wirklich Brot? Als der Heiland die heilige Kommunion beim letzten Abendmahl eingesetzt hat, sagte er: „Tut dies zu meinem Andenken.“ Hat er uns nun zum Andenken an sich wirklich nur Brot hinterlassen und sonst nichts? Oder ist unter dem Scheine des Brotes etwas anderes verborgen?

Wir nennen das heilige Sakrament ein Geheimnis, das Geheimnis des Glaubens. Und so ist es auch. Es ist darin etwas verborgen, was die leiblichen Sinne des Menschen nicht wahrnehmen können. Nur der Glaube an das, was Christus, die ewige Wahrheit, davon sagt, enthüllt und offenbart uns, was die Hostie in Wahrheit ist. Christus aber hat gesagt: „Nehmet hin und esset: das ist mein Leib.“

Wer also die heilige Kommunion empfängt, der empfängt nicht Brot, sondern den wahren Leib des Herrn, wie er jetzt ist und lebt, also den lebendigen, verherrlichten Leib des Herrn mit seinem heiligen Blut, mit seiner heiligen Seele und mit der Gottheit Jesu Christi; er empfängt im Schleier der Hostie verborgen den Gottmenschen in Person. Das weiß nur der, welcher an Jesu Wort glaubt, weswegen die heilige Kommunion das Geheimnis des Glaubens heißt.

Es ist wahr, dieses Geheimnis ist derart, daß es den Glauben schwer macht. Aber diese Schwierigkeit wird nun von der Liebe zu Christus behoben. Diese Liebe macht den Glauben an die Gegenwart Christi in der heiligen Kommunion leicht…

Es können einem erwachsenen, in der christlichen Lehre gut unterrichteten gläubigen Christen wohl auch bisweilen Gedanken aufsteigen, ob es denn wirklich wahr sei, daß der Gottmensch in der Hostie und zwar in jedem, auch dem kleinsten Teil, zugegen sei, wie denn solches möglich und zu verstehen sei usw. Wenn er aber seinen Heiland liebt, gibt er solchen Fragen kein Gehör; die Liebe schlägt jeden Zweifel nieder; sie nimmt das Wort des Herrn von seiner persönlichen Gegenwart gerne an und macht es wie Maria, die Schwester des Lazarus. Kaum hatte sie von Martha gehört: „Der Herr ist da und wartet auf dich“, so eilt sie ihm freudig entgegen.

Es hat sich vielleicht kein anderer Gläubiger je so gründlich in alle Schwierigkeiten, welche das Verständnis des heiligen Altarssakramentes der menschlichen Vernunft macht, vertieft, als wie der große Gottesgelehrte, der heilige Thomas von Aquin. Aber alle diese Schwierigkeiten vermochten nicht, seinen Glauben an die Gegenwart des Herrn wankend zu machen. Sein liebendes Herz zieht ihn immer wieder hin zum heiligsten Sakrament, und legt ihm dort das frohe gläubige Bekenntnis auf die Zunge:

„In Demut bet´ ich dich, verborgne Gottheit, an,
Die du den Schleier hier des Brotes angetan.
Mein Herz, das ganz in dich anschauend sich versenkt,
Sei ganz dir untertan, sei ganz dir hingeschenkt.
Gesicht, Gefühl, Geschmack betrügen sich in dir,
Doch das Gehör verleiht den sichern Glauben mir.
Was Gottes Sohn gesagt, das glaub` ich hier allein,
Es ist der Wahrheit Wort, und was kann wahrer sein?“

Franz Ser. Hattler SJ, Die heilige Kommunion das kostbarste Geschenk des Herzens Jesu, 1904, S. 2 – S. 7

Adoro Te devote – St. Thomas von Aquin

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