Hochheilige Eucharistie und Maria

Jesus hält in der Eucharistie die Hostie hoch, der Kelch steht vor ihm auf dem Tisch, das Bild ist umrankt mit Girlanden aus Weinblättern, Trauben und Ähren

Hochheilige Eucharistie und allerseligste Jungfrau Maria

So wie wir der gebendeiten Gottesmutter die Menschwerdung Jesu, des Sohnes Gottes, zu verdanken haben, ebenso sind wir ihr für das heiligste Altarsakrament zum Dank verpflichtet. Das Fleisch, welches Jesus aus dem reinsten Blute seiner glorwürdigen Mutter bei seiner Menschwerdung annahm, ist das Fleisch, welches wir in der heiligen Kommunion empfangen, und so steht denn auch die allerseligste Jungfrau in der innigsten Beziehung zur hochheiligen Eucharistie. –

Sie hat nach den Offenbarungen einiger Heiliger die heilige Kommunion am Tage der Einsetzung des heiligsten Sakramentes aus den Händen ihres göttlichen Sohnes empfangen und die Gestalten des heiligsten Sakramentes blieben in ihr den ganzen Karfreitag hindurch bis zu zu ihrer nächsten Kommunion unversehrt erhalten, so daß sie also in dieser Zeit der lebendige Tabernakel ihres Sohnes war. –

Da sie die Königin der Heiligen ist, so vereinigte sie alle wunderbaren Gaben der Heiligen in sich. –

Manche Heilige hatten die Gnade, daß die sakramentalen Gestalten der hochheiligen Eucharistie von einer Kommunion zur anderen unversehrt in ihnen verblieben; bei anderen Heiligen findet man, daß sie längere Zeit vom heiligsten Sakrament gelebt haben, ohne eine andere Nahrung zu sich zu nehmen. Diese wunderbaren Gaben nun wird Jesus, so behaupten fromme Geisteslehrer, seiner geliebten Mutter nicht vorenthalten haben. Auch in ihr blieben die heiligen Gestalten unversehrt von einer Kommunion zur anderen, auch sie lebte lange Zeit, oder wahrscheinlich die ganze übrige Zeit ihres Lebens von der hochheiligenKommunion. Es geht auch die Sage, daß jeden Morgen während der vierzig Tage, die unser Herr nach seiner Auferstehung auf Erden zubrachte, Messe gelesen wurde, bei welcher die allerseligste Jungfrau kommunizierte, und man erzählt auch, daß sie am Schluß ihres Lebens die heilige Wegzehrung empfing. –

„Mit welcher Dankbarkeit und Liebe wird sie“, so schreibt der ehrwürdige Diener Gottes Johannes von Avila, „den Leib ihres allerheiligsten Sohnes empfangen haben; denn als Mensch war Er ein Fleisch mit ihr, und als Gott war sie ein Geist mit Ihm und daraus entsprang eine unzertrennliche und unaussprechliche Liebe, die sie mit Gott vereinigte, sie täglich mehr und mehr in jenen Herrn verwandelte, den sie empfing, und sie mehr als jede andere Andacht stärkte, ihren Aufenthalt im Tal der Tränen zu ertragen. Im heiligen Sakrament hatte sie gegenwärtig und empfing sie in ihre Brust den Geliebten ihres Herzens, und obwohl sie Ihn nicht von Angesicht zu Angesicht sah, wie sie Ihn im Himmel zu sehen sich sehnte, so pflegte er doch sich ihr im heiligen Sakrament zu offenbaren, wie sie Ihn im Augenblick zu sehen wünschte.“ Sie allein verrichtete unter allen Heiligen die würdigste Kommunion!! –
aus: Georg Ott, Eucharisticum, Legende von den lieben Heiligen des glorwürdigsten, wunderbarlichen Sakramentes, 1869, S. 41

Bildquellen

  • Ott Jesus Christus Eucharistie: Bildrechte beim Autor

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