Päpste der Katakomben Hl Telesphorus

Zur Zeit der Päpste der Katakomben Ein alter Christ wird in der Katakombe von römischen Soldaten überfallen

Die Päpste der Katakomben

Heiliger Papst Telesphorus (regierte von 126-137)

Auch die über Telesphorus auf uns gekommenen Nachrichten sind nicht sicher. Wir wollen hier darüber nicht urteilen, sondern führen die ihm zugesprochenen Verordnungen, die noch heute zu Recht bestehen, an, weil sie jedenfalls aus der älteren Zeit der Kirche stammen, und darum verehrungswürdig sind.

Dieser Papst soll eine besondere Andacht zum Geheimnis der Geburt Jesu Christi gehabt haben. Daher soll er die Erlaubnis gegeben haben, am heiligen Weihnachtsfest um die Mitternachts-Stunde eine heilige Messe zu lesen und dabei das „Gloria in excelsis“ zu singen, was vor ihm nicht üblich war.

Daß schon vor Papst Telesphorus die Christen aus freien Stücken gewisse Fasttage hielten, wird von niemand bestritten. Die Christen ahmten ja darin nur das Beispiel ihres göttlichen Meisters nach, von dem die Heilige Schrift selbst sagt, daß er vor Beginn seiner öffentlichen Lehrtätigkeit sich in der Wüste aufhielt, um sich durch ein sehr strenges Fasten für seine bevorstehende öffentliche Wirksamkeit vorzubereiten. Die heiligen Kirchenväter Tertulllian, Irenäus und andere bezeichnen das Fasten als pflichtgemäße Übung, die sich in der Kirche von ihrem ersten Anfang an findet. Wenn darum berichtet wird, daß Papst Telesphorus bestimmte Fastenverordnungen erlassen hat, so ist dies recht glaubhaft, wenn wir auch etwas Sicheres darüber nicht wissen. Der Papst Telesphorus starb wie sein Vorgänger während der Christenverfolgung unter dem Kaiser Hadrian im Jahre 137.

Das glorreiche Martyrium des heiligen Papstes verherrlichte der Kirchenschriftsteller Irenäus in einer Schrift gegen die Irrlehrer.

„Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Diese Verheißung des göttlichen Heilandes erfüllte sich am Nachfolger des heiligen Telesphorus. Eben richteten boshafte Irrlehrer in der Kirche große Verwirrung an. Ein gewisser Kerdo lehrte, daß es von Ewigkeit her zwei höchste Wesen gegeben habe, ein gutes und ein böses. Auch behauptete er, Christus habe keinen wahren menschlichen, sondern bloß einen Scheinleib gehabt, gleich den Engeln, wenn sie auf der Erde erscheinen. Andere Irrlehrer, wie Valentin, stellten ähnliche Behauptungen auf. Diesen Männern gegenüber war ein Papst notwendig, der sich durch keine neue Lehre irre führen ließ. Eben dieser Mann war der Athener Hyginus. –
aus: Chrysostomus Stangl, kath. Weltpriester, Die Statthalter Jesu Christi auf Erden, 1907, S. 37 – S. 38

Category: Papsttum
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