Capistran und die Schlacht um Belgrad

Der heilige Johannes von Capistran geht voran im Kampf gegen den Islam, in der rechten Hand das Schwert, in der linken die Fahne mit dem IHS-Zeichen, um ihn herum sieht man tote und verwundete Feinde

Johann von Capistran und die Schlacht um Belgrad (1456)

Aber der Islam ruhte nicht, mit Feuer und Schwert die Religion Mohammeds in das Herz des christlichen Abendlandes zu tragen. War er auch auf der Iberischen Halbinsel durch die heldenmütigen Spanier geschlagen und über die Meerenge von Gibraltar nach Nordafrika zurück geworfen – um so stürmischer versuchte er nunmehr über Konstantinopel und den Balkan gegen das Innere Europas vorzudringen, um womöglich – als letztes Ziel – die Hauptstadt der Christenheit und das römisch-deutsche Kaisertum unter seine Herrschaft zu bringen. 1453 fiel Konstantinopel in seine Hände und mit ihm die altehrwürdige Sophienkirche, über der fortan der Halbmond erglänzte. Aber was schlimmer war: das Oströmische Reich brach endgültig zusammen und damit das letzte östliche Bollwerk der Christenheit, nachdem das Heilige Land längst wieder verloren war. Der Vormarsch der Türken auf dem Balkan begann. Schon glaubten sie ganz Europa zu ihren Füßen. Zunächst rückten sie in Ungarn ein, und Belgrad kam bereits 1456 zur Belagerung. Es war eine Stunde höchster Gefahr, ähnlich der von 756 bei Tours und Poitiers.

In seiner äußersten Not wandte sich damals das bedrohte Europa an den großen Bußprediger jener Zeit, den hl. Johannes von Capistran, der in den Jahren vorher die mitteleuropäischen mit außergewöhnlichem Erfolg – unter Erlangung ungezählter Bekehrungen und wunderbarer Heilungen – durchzogen hatte, wobei er u.a. bis nach Regensburg, Nürnberg, Erfurt, Weimar und Halle, sowie Leipzig, Magdeburg und Breslau gelangt war. Er war ein glühender Verehrer Unserer Lieben Frau, man verehrte ihn zudem als einen wahren „Wundertäter“. Im Jahre 1455 erschien er auf der Reichsversammlung von Neustadt und rief Fürsten und Volk zu vereintem Kampf auf. Durch die Macht seines Ansehens erhoffte man den Zusammenschluss aller Parteien zur Beschwörung der gemeinsamen Gefahr. Schon wurde er auch nach Ungarn gerufen, wo er in unermüdlicher Tätigkeit während eines ganzen Jahres zur Verteidigung und zum Widerstand gegen die Türken aufrief. Er wurde in dieser tragischen Stunde nicht nur zum Berater des päpstlichen Legaten, sondern er munterte auch die Lauen und Schwachen auf, feuerte das Volk zum Kampfe an, sammelte die Truppen, führte Eintracht bei den Heerführern herbei, half bei der Entwerfung und Beratung des Kriegsplanes und wurde zur Seele des Kampfes zur Errettung der Christenheit. Wie stark er hierbei auf Maria und ihre mächtige Hilfe vertraute, weiß Gott allein. Jedenfalls errang dieser heilige Franziskaner, der von einem grenzenlosen Vertrauen zur Gottesmutter erfüllt war und der mit dem Kreuze in der Hand den einen Flügel des christlichen Heeres selbst befehligte, einen großen Sieg bei Belgrad. Am Tage der Verklärung Christi nach Mariä Schneefeier 1456 geschah die Schlacht; 80000 Türken sollen hierbei gefallen sein. Papst Callixtus hatte damals besondere Mittagsgebete und -geläute angeordnet. Es war eine marianische Waffentat unter der Führung des großen Marienpredigers, die für die Errettung des Abendlandes von größter Bedeutung war. –
aus: Johannes Höcht, Maria rettet das Abendland, 1953, S. 38 – S. 39

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