Heiliger Zosimus Bischof von Syrakus

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

30. März

Heiliger Zosimus, Bischof von Syrakus

Seine Eltern, reich an Gütern dieser Erde, aber noch reicher an guten Werken, die allein in der Ewigkeit Geltung haben, führten ihn, erst sieben Jahre alt, in das Kloster der heiligen Lucia und weihten ihn dem Dienst des Herrn. Im Kloster ward sein empfängliches Herz gar sehr zur Liebe und Verehrung der gebenedeiten Gottesmutter entflammt. – Er diente ihr mit größter Treue bis zu seinem Tode. – Von den Obern des Klosters wurde er zum Wächter des Grabes der heiligen Lucia aufgestellt.

Da ward sein Herz eines Tages von gewaltiger Sehnsucht nach seinen Eltern ergriffen. – Um sie zu sehen, entfloh er heimlich aus dem Kloster und lief nach Hause. Doch die frommen Eltern führten ihn wieder zurück. – In der Nacht erschien ihm die heilige Märtyrerin Lucia und drohte ihm mit der Geißel; doch eine ehrwürdige Frau im purpurnen Gewand erschien plötzlich, und hielt die Geißel zurück mit der Bedingung, daß Zosimus verspreche, nie mehr zu entfliehen. Er versprach`s und die Frau verschwand. Von dieser Stunde a ´n nahte er sich immer mit heiliger Ehrfurcht dem Grab der heiligen Märtyrerin und diente ihr in Jungfräulichkeit und in Übung der übrigen Tugenden.

Als er dreißig Jahre alt geworden, starb der Abt des Klosters. Die Mönche konnten sich in der Wahl eines neuen Bates nicht einigen, denn jeder hielt sich für dieses Amt fähig. Da gingen alle zum frommen Bischof Johannes, um seinen Rat zu hören, und ließen Zosimus am Grab der heiligen Lucia zurück. Der fromme Bischof fragte die Mönche, ob sie in ihrem Kloster keinen Bruder zurück gelassen hätten? Sie antworteten: „Keinen.“ Der Bischof entgegnete: „Seht zu, ob nicht doch noch Einer im Kloster zurück sei?“ – die Mönche sprachen: „Sonst keiner, Herr und Vater, als der Wächter der Kirche, wenn du ihn willst, so wollen wir ihn rufen.“ Sogleich wurde Zosimus herbei gerufen und vom Bischof mit aller Auszeichnung empfangen. –

Den Mönchen ward Angst über den Ausgang der Sache. Was sie befürchteten, geschah; der fromme Bischof wählte Zosimus zum Abt. Bald darauf weihte er ihn zum Priester der glorwürdigen Jungfrau Maria. Er leitete das Kloster so weise und leuchtete durch sein Beispiel allen Brüdern so glänzend vor, daß man ihn nach dem Tod des Bischofs zu diesem hohen Amt wählte. Er aber wollte dies heilige Amt nicht über sich nehmen, und gehorchte erst, als der Papst ins Mittel trat.

Als Bischof zeigte er sich ungemein barmherzig gegen die Armen. Er entäußerte sic sogar zu ihrer Unterstützung seiner Kleider. Die Tugend der Demut liebte er über Alles; er ließ sich nie bedienen. Einmal war er eingeschlafen; die Mücken, welche im Gemach herum schwärmten, plagten ihn sehr. Das sah der Priester Maurus, und wollte, von Mitleid bewegt, die Mücken verjagen. Darüber ward der heilige Bischof munter, und als er sah, was Maurus tat, tadelte er ihn und befahl ihm, sogleich sein gebet zu verrichten.
Um die Gläubigen seines Bistums zu Gott zu führen, predigte er eifrig durch Wort und Beispiel. Aber wohlwissend, daß er dazu die Hilfe des Himmels bedürfe, wandte er sich im Gebet zu Maria, seiner gebenedeiten Mutter. Er schmückte ihre Kirche auf das Herrlichste aus, dort brachte er das heilige Opfer dar, dort betete er am inbrünstigsten für Geistlichkeit und Volk. –

Nachdem er sich unablässig für das Heil der ihm anvertrauten Schäflein abgemüht hatte, ward er krank. – Da fand ihn der Kammerherr des Kaisers, Eupraximus mit Namen, der von seinem heiligen Leben gehört hatte, liegend auf seinem Bettlein, das aus einer Schilfdecke bestand, und alten, unbrauchbaren Kleidern. – Der Kammerherr, von Mitleid bewegt, wollte den Heiligen bereden, sich doch ein weicheres Lager bereiten zu lassen. Doch dieser entgegnete: „Er sei solcher Weichlichkeit nicht gewohnt, um so mehr, als er eher Strafe als Bequemlichkeit verdient habe. Endlich gab er den Bitten des Kammerherrn nach. Aber kaum ruhte er auf dem bequemen, kostbaren Bett, als er seine Diener herbei rief und zu ihnen sprach: „Geht und verkauft diese Decken, damit ihr etwas habt, um es den Armen zu spenden.“ Dieses taten sogleich, was ihnen geheißen ward. Nach einigen tagen kam der Kammerherr wieder zum Besuch des heiligen Bischofs, und als er den kranken Greis wieder auf seinem harten, armen Bettlein liegen sah, ward er traurig. – Zosimus aber sprach zu ihm: „Du glaubst gar nicht, mein Sohn! Wie angenehm ich auf diesem Bett liege.“ Endlich nahm der Herr seinen treuen Diener zu sich in die ewige Ruhe um das Jahr 1059. Sein Fest wird am 30. März gefeiert. (Ex. Bollando. Annus Amrian.) –
aus: Georg Ott, Marianum Legende von den lieben Heiligen, Erster Teil, 1869, Sp. 853 – Sp. 855

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Category: Bischöfe, Ott
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