Heilige Gertrud Jungfrau und Äbtissin

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

17. März

Die heilige Gertrud Jungfrau und Äbtissin

Gertrud (Gertraud) wurde in Brabant im Jahre 631 zur Welt geboren. Ihr Vater war der selige Pippin von Landen, Majordomus (Reichsregent) dreier Könige von Austrasien, in Frankreich; ihre Mutter die selige Itta (Iduberga). Ihre Eltern, ebenso fromm als edel, erzogen sie für Gott den Herrn. Kaum erwachsen, wurde Gertrud wegen ihrer großen Tugend und ausnehmenden Schönheit von einem Sohn des Herzogs von Austrasien zur Ehe begehrt. In Gegenwart des Königs Dagobert und ihrer Eltern warb er um sie. Dem König wie den Eltern gefiel der Antrag; doch Gertrud sprach entschlossen: „Ich habe schon einen unsterblichen Bräutigam erwählt und ihm meine Treue versprochen; diesem kann ich keinen sterblichen Bräutigam vorziehen.“ Nach dem Tode des Vaters erbaute ihre Mutter Itta auf den Rat des heiligen Bischofs Amandus von Utrecht ein Frauenkloster und eine Kirche zu Nivelle und begab sich mit ihrer Tochter Gertrud in dasselbe, um die übrige Lebenszeit Gott allein zu schenken. Ihre Verwandten boten alles auf, um sie davon abzuhalten. Dich Gertrud wollte nur eine Braut des Herrn sein und blieb fest. Ihrem Beispiel folgten in kurzer Zeit viele andere, auch adelige Jungfrauen, und Gertrud übernahm als Äbtissin die Leitung des Klosters. Auch die Mutter unterwarf sich der Leitung ihrer Tochter bis zu ihrem Lebensende. Gertrud erbaute alle in der Nachfolge Jesu und Mariens. Im 33. Jahre ihres Alters wurde Gertrud von einer gefährlichen Krankheit befallen. Am vorletzten Tag ihres Lebens schickte sie einen Priester zum heiligen Abt Ultanus im Schottenkloster Fosse und ließ ihn fragen, an welchem Tage sie sterben würde, mit dem Zusatz, sie verlange zwar zu sterben, fühle aber dennoch eine innerliche Furcht. Ultanus antwortete: „Am folgenden Tage zur Zeit der heiligen Messe wir Gertrud, die Dienerin Gottes und Jungfrau Christi, ihr Leben beschließen. Sage ihr in meinem Namen, sie solle alle Furcht ablegen und getröstet sein; denn der heilige Patricius erwartet sie mit Begleitung von heiligen Engeln, und sie wird mit großer Glorie empfangen werden.“ Gertrud dankte Gott freudigst, kommunizierte am folgenden Tage noch einmal und starb den 17. März 664. Die heilige Gertrud wird als Schutzpatronin gegen Beschädigungen durch Ratten und Mäuse angerufen. –
aus: Wilhelm Auer, Kapuzinerordenspriester, Goldene Legende Leben der lieben Heiligen Gottes auf alle Tage des Jahres, 1902, S. 198 – S. 199

Category: Ordensleute
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