Die heilige Messe ist ein Versöhnungsopfer

Die beste Stunde des Tages ist die heilige Messe; der Priester steht am Altar und hält nach der heiligen Wandlung den konsekrierten Kelch hoch; der Messdiener kniet hinter ihm; unter ihnen sieht man die armen Seelen im Fegefeuer; über ihnen und an der linken Seite sind heilige Engel

Die heilige Messe ist das kostbarste Versöhnungsopfer

Aus dem Leben des hl. Raimund bewahre in deinem Gedächtnis besonders zwei Punkte:

a) den jammervollen und trostlosen Zustand der Christen, welche in die Sklaverei fielen, schwere Ketten trage, harte Arbeit verrichten, Spott und Verachtung erleiden, ohne sichere Hoffnung auf Erlösung leiden mussten, weil sie nicht im Stande waren, sich selbst zu befreien.
b) Die rührende Liebe des hl. Raimund, der Alles hingab und sich selbst zum Sklaven machte, um den bedrängtesten Sklaven die süße Freiheit zu erwerben.

Diese zwei Punkte sind nur ein schwaches Bild von dem, was der katholische Glaube in ergreifendster Wirklichkeit dir täglich und stündlich in der heiligen Messe als Versöhnungsopfer vorstellt. Zum Beweis dafür betrachte:

1. Das unermeßliche Elend des Christen in der Todsünde. In diesem Zustand ist er verbannt und ausgeschlossen aus dem Reich Gottes, beladen mit dem Fluch des Ungehorsams und der Undankbarkeit gegen den himmlischen Vater und mit den Sklavenketten des Satans, der ihn ruhelos bald durch den Schmutz sinnlicher Leidenschaften, bald durch die Schrecknisse der Verzweiflung hinab zieht in das unauslöschliche Feuer der ewigen Verdammnis. Der Unglückliche ist ganz und gar außer Stande, sich den Preis zu erwerben, um den er sich aus der Sklaverei des Satans loskaufen und die Freiheit erlangen könnte. Und gesetzt, er wäre im Stande, diese Unmöglichkeit zu überwinden, so würde es ihm – selbst mit Hilfe aller Engel und Menschen- ewig unmöglich bleiben, die Strafschuld an die beleidigte Gerechtigkeit Gottes abzubezahlen und den Eintritt in sein Reich sich zu erwerben. In der Anerkennung dieser Unmöglichkeit stimmen Offenbarung und Vernunft vollkommen überein und bekennen, daß nur Jesus Christus als wahrer Gott und Mensch diese Unmöglichkeit aufzuheben vermag.

2. Betrachte ferner Jesus Christus auf dem Altare. Der hl. Johannes schreibt: „Er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, nicht allein für die unsrigen, sondern auch für die der ganzen Welt.“ Noch klarer spricht Jesus selbst aus in der heiligen Wandlung durch den Mund des Priesters mit den Worten: „Dieser ist der Kelch meines Blutes, des neuen und ewigen Bundes, welches für euch und für viele wird vergossen werden zur Vergebung der Sünden.“ In diesem Augenblick sieht der Christ auf dem Altare die heilige Hostie und den heiligen Kelch getrennt neben einander, und sein Glaube sieht in dieser wirklichen Absonderung des Blutes vom Leibe den wirklichen, geheimnisvollen Tod Jesu erneuert zur Vergebung der Sünden; denn der Tod ist die absolut notwendige Folge der Trennung des Blutes vom Leibe. Dieses unendlich heilige und kostbare Blut schreit zum himmlischen Vater um Barmherzigkeit und Verzeihung der Ihm zugefügten Beleidigung, und dieses Blut des sich opfernden, viel geliebten Sohnes wird immer erhört vom göttlich liebenden Vater. O bewundere und verehre den hl. Raimund in seinem Opfersinn für Erlösung der christlichen Sklaven; aber tausendmal mehr und öfter bewundere und bete an Jesus auf dem Altare, wo Er immerfort, Tag und Nacht das kostbarste Versöhnungsopfer für unsere Erlösung aus der grausamsten Sklaverei der Sünde ist! –
aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 645

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Category: Christenlehre
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