Adventszeit Zeit der Trauer und Buße

Vier Kerzen in der Adventszeit leuchten im Dunkeln

Über die Schönheit der Katholischen Kirche

Die Zeremonien des Kirchenjahres

Die Adventszeit – Eine Zeit der Trauer und der Buße

Simon:
Aus welchem Grunde wird aber in der Adventszeit die blaue Farbe beim Gottesdienst gebraucht?

Pfarrer:
Das ist nicht das einzige, wodurch diese Zeit sich von den übrigen Teilen des Jahres unterscheidet. Auch das Gloria wird diese Wochen hindurch in der Messe ausgelassen, eben so beten die Geistlichen in ihren täglichen Gebeten das Te Deum nicht, was sonst meistens während des Jahres geschieht. Das Alles ist deshalb, weil der Advent eine Zeit der Trauer und der Buße ist, wodurch wir uns auf das Fest der Menschwerdung bereiten sollen. An Trauer- und Bußtagen aber trägt der Priester jedesmal Gewande von blauer, oder eigentlich von violetter Farbe. Das Gloria in excelsis erinnert an die wirkliche Ankunft und Geburt Christi im Fleische, da es die Engel bei diesem frohen Ereignisse angestimmt haben. Weil nun die Ankunft wirklich noch nicht gefeiert ist; sondern man auf dieselbe wartet, so wäre es unpassend, den englischen Lobgesang im Advent zu singen. Um so andächtiger und mit desto größerer Freude mögen wir sodann an Weihnachten in demselben einstimmen, wo er auch einst von den Engeln zum ersten Mal gesungen wurde. Das Te Deum unterbleibt, weil solches eine Danksagung ist. Da wir nämlich die Menschwerdung noch nicht feiern, sondern erst erwarten, so kann das genannte Danklied um diese Zeit nicht wohl gesungen werden.

Wohl aber wird während der Messe und auch außerdem von den Priestern das Wort Alleluja gebetet, wie zu anderen frohen Zeiten des Jahres, weil die Adventstage wegen der gewissen Hoffnung auf den künftigen Erlöser auch nicht ohne Freude sind. In früheren Zeiten wurde im Advent gefastet, was später aufgehoben wurde und nur noch in Klöstern sich erhielt; noch jetzt indessen befiehlt die katholische Kirche, daß man in dieser Zeit weltlicher Belustigungen und besonders lärmender Vergnügen sich enthalte. –
aus: Heinrich Rippel, Die Schönheit der katholischen Kirche dargestellt in ihren äußeren Gebräuchen in und außer dem Gottesdienste für das Christenvolk, 1901, S. 13

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