Das Pontifikat von Klemens VII. (1523-1534)

Der Papst trägt das Kreuz Christi, von seinen Feinden mit Steinen beworfen, von Christus glorreich empfangen; es zeigt das Leiden der Päpste und zugleich der Kirche

Das Kreuz und der Halbmond

Papst Klemens VII. (regierte von 1523 bis 1534)

Nach dem Tode Hadrians glaubten die Kardinäle keinen geeigneteren Mann für den apostolischen Stuhl finden zu können als den Kardinal Julius von Medici. Er wurde am 18. November 1523 gewählt und nahm den Namen Klemens VII. an. Der Sohn des unter Sixtus IV. in der Domkirche von Florenz ermordeten Julian von Medici, war er ein Neffe Leos X., der ihn auf den erzbischöflichen Stuhl von Florenz und zum Kardinal erhob. Fein gebildet, klug und besonnen, voll redlichen Willens, zeichnete er sich durch seine Unbescholtenheit wie durch Geschicklichkeit und große Arbeitskraft aus. Leider ließ er sich in eine Schaukel-Politik ein, wodurch er sich`s nach allen Seiten hin verdarb und nur Unglück erntete. In politischer Beziehung stand er als Kardinal und anfänglich noch als Papst zu Karl gegen die Franzosen. Als aber Karl dieselben bei Pavia (1525) gänzlich geschlagen und den König selbst gefangen genommen hatte, trat Klemens nach vergeblichen Versuchen, zwischen beiden die Neutralität zu bewahren, auf die Seite der Franzosen. Karl hatte in Spanien wie in Neapel mehrere der kirchlichen Gerichtsbarkeit feindselige Gesetze erlassen und namentlich auch den Vasallen von Ferrara gegen dessen Lehnsherrn, den Papst, beschützt. Das Heer Karls V. unter Karl von Bourbon und Georg Frundsberg rückte ohne dessen Zustimmung in den Kirchenstaat ein und erstürmte Rom am 6. Mai 1527. 14 Tage plünderten die Soldaten, unter denen sich viele protestantische Landsknechte befanden, auf das schrecklichste in der eroberten Stadt, entweihten die Gotteshäuser und trieben mit den kirchlichen Gewändern den gröbsten Unfug. Der Papst hatte sich in die Engelsburg geflüchtet, musste sich aber nach 7monatiger Belagerung ergeben. Bei der Nachricht von den in Rom verübten Gräueln sprach der Kaiser seine Entrüstung aus, erklärte die Einnahme Roms als wider seinen Willen geschehen und suchte das Geschehene wieder gut zu machen. Papst und Kaiser vereinigten sich und Karl V. wurde in Bologna am 20. Februar 1530 als Kaiser gekrönt. (*)

(*) Letzte Kaiserkrönung durch den Papst. Alle später „erwählten“ deutschen Kaiser wurden nur als Könige von Deutschland gekrönt. –
aus: P. Andreas Hamerle C.Ss.R., Geschichte der Päpste III. Band, 1907, S. 539 – S. 540

Auch in den kirchlichen Streitigkeiten erlebte der heilige Vater viel Kummer. Um der um sich greifenden Glaubens-Erneuerung in Deutschland entgegen zu treten, schickte der Papst den Kardinal Lorenzo im Jahre 1524 auf den Reichstag nach Nürnberg. Dieser brachte in Regensburg ein Bündnis mehrerer katholischer Fürsten zum Schutz des katholischen Glaubens zustande. Endlich sollte auch die von den Protestanten und dem Kaiser immer verlangte große Kirchen-Versammlung abgehalten werden; aber da nun der heilige Vater damit Ernst machte, wollten die Protestanten nichts mehr davon wissen. Noch einmal kamen Papst und Kaiser im Winter des Jahres 1532 in Bologna zusammen, um über den Ort der Kirchenversammlung zu beraten, aber sie konnten sich nicht einigen.

Die kirchlichen Orden und Stiftungen haben an Papst Klemens VII. einen eifrigen Beschützer gefunden. Die Kapuziner wurden in ihren strengen Klosterregeln anerkannt, ebenso der Orden der Theatiner und Barabiten bestätigt. Papst Klemens starb am 25. September des Jahres 1534 nach einer fast elfjährigen, mühevollen Regierung. Er hatte viel gearbeitet, mit Umsicht die Ereignisse zu beherrschen gesucht, allein die Zeit war unruhig, der Sturm allgemein, die Fürsten unzuverlässig und nur auf Vermehrung ihrer Macht bedacht. Papst Klemens liegt im Chor der Kirche Santa Maria in Rom begraben. –
aus: Chrysostomus Stangl, kath. Weltpriester, Die Statthalter Jesu Christi auf Erden, 1907, S. 618 – S. 619

Category: Papsttum, Stangl
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