Das Heidentum ist arm an Nächstenliebe

Beispiele über die Lehre von den Geboten

Vom Hauptgebot: Der Liebe Gottes und des Nächsten

Das Heidentum war und ist arm an Nächstenliebe

Missionsgedanken.

Die meisten Menschen lieben Gott nicht, weil sie ihn noch nicht kennen. Über die Hälfte aller Menschen sind noch Heiden. Sie haben noch nie von dem allein wahren Gott, seiner unendlichen Vollkommenheit, Schönheit und Güte gehört. Es ist ihnen gänzlich unbekannt, daß ihr Leben angefüllt ist mit Wohltaten Gottes, daß sie in ihm allein das höchste Gut haben, nach dem alles Glücksverlangen und Sehnen ihres Herzens geht. Wie könnten sie ihn lieben?

Und doch sind sie für diese Liebe erschaffen. Gott allein hat Anspruch auf ihre Liebe, und sie wiederum werden nur in der wahren Gottesliebe und im Besitz des höchsten Gutes Seligkeit und Ruhe finden.

Wie sollen sie nun zur Erfüllung des ersten und wichtigsten Gebotes gebracht werden? Durch unsere Mitwirkung. Wir müsse aus Eifer für die Vermehrung der Liebe Gottes zu den Heiden ziehen und ihnen Jesu Hauptgebot verkünden: Du sollst den Herrn deinen Gott lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus deinem ganzen Gemüt und aus allen deinen Kräften! Das ist das erste Gebot. Das andere aber ist diesem gleich: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ –

Diese heilige und herrliche Aufgabe will das katholische Missionswerk erfüllen. Unsere Missionare sind die Apostel der Liebe Gottes und des Nächsten unter den liebearmen Heidenvölkern. Wir alle aber nehmen an ihren Arbeiten und Erfolgen teil, wenn wir das Werk der Glaubensverbreitung nach besten Kräften und wo immer wir können unterstützen. Helfen wir, daß Gott immer mehr geliebt wird in der Welt, und daß um seinetwillen auch die christliche Nächstenliebe die harten und kalten Heidenherzen erfülle und beglücke!

Das Heidentum ist seiner Natur nach herzlos. Man braucht nur die Worte auszusprechen: Sklaverei, Menschenfresserei, Frauenlos, Kindermord, um den grausamen Geist des Heidentums zu kennzeichnen. Feindesliebe kennt der Heide nicht, trostlos ist die Lage der Kranken und Elenden. Die Karitas mit ihrem Segen fehlt im Heidenland gänzlich. Waisenhäuser, Altenheime, Krankenhäuser sind ebenso unbekannt wie Barmherzige Brüder und Schwestern. Nur das Christentum kann die barmherzige Liebe bringen.

Das Heidentum ist arm an Nächstenliebe

Im Heidentum herrscht die Selbstsucht. Einer der größten Vorwürfe, den der Völkerapostel den Heiden gemacht hat, ist ihre Herzenshärte. „Ohne Barmherzigkeit“, nennt er sie. An den Heiden seiner Zeit, den Griechen und Römern, konnte er die schreckliche Verrohung der Gemüter auf Schritt und Tritt beobachten; ihre unersättliche Grausamkeit mussten ja die Christen der ersten Jahrhunderte bis auf die Hefe kosten. Nicht weniger hart und grausam sind die Heiden späterer Zeit gewesen. Was die Erfindung unmenschlicher Qualen angeht, so hätten die Irokesen des 17. Jahrhunderts es sicher mit ihnen aufgenommen. Und wer denkt hier nicht an die Verfolgungen und Martern, mit denen in China, Japan, Korea usw. gegen die Christen gewütet wurde?

Wenn auch diese stürmischen Perioden durch die Bemühungen der europäischen Mächte nicht leicht sich erneuern können, so muss man doch sagen, daß die Härte und Grausamkeit auf dem innersten Grund des Heidentums liegt und zu seinem ureigensten Wesen gehört. Im Heidentum herrscht eben als unumschränkte Gebieterin die Selbstsucht; Selbstsucht schillert da in allen Regenbogen-Farbe. Daher kein Erbarmen mit den Armen, Schwachen, Kranken und Gebrechlichen, darum auch die entwürdigende Stellung des Weibes, das überall nur die willen- und rechtlose Sklavin des Mannes ist. Darum auch der viel verbreitete Kindermord. –
aus: Hermann Fischer SVD, Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht, 1922, Bd. 2, S. 8

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