Ergebung in den Willen Gottes

Von der Ergebung in den Willen Gottes

„Herr! Wenn du willst.“ (Matth. 8,2)

Alle, welche sowohl im Unglück, als im Glück sich vollkommen in Gottes Willen ergeben, so daß sie gleichsam nur einen Willen mit Gott haben und nichts anderes wollen, als was Er will, deswegen alles, was Gott ihnen zuschickt oder zuläßt, geduldig annehmen, ja gut heißen und Ihm dafür danken, haben den Himmel schon auf Erden. Sie können durch keine Widerwärtigkeit betrübt werden, weil ihnen alles recht ist, was Gott, ihr liebster Vater, ihnen zuschickt, sei es Freude oder Trauer, Ehre oder Schmach, Reichtum oder Armut, Leben oder Tod. Alles, was Gott will, ist nach ihrem Willen, weil sie keinen anderen Willen haben, als den Willen Gottes. Dagegen tut auch Gott in allem ihren Willen, weil sie nichts anderes wollen, als was er will. „Gott wird den Willen derer tun, die Ihn fürchten.“ (Ps. 144,19) Wer sollte kein Verlangen nach einem so glücklichen Zustand haben? Dahin werden wir gelangen, wenn wir fest glauben, daß alles, was uns begegnet, von Gott kommt, und daß alles, was von Gott, dem höchsten Gut, kommt, auch zu unserem Besten gereicht. Wer sich unter allen Umständen an diese zwei Wahrheiten erinnert, der wird mit dem Willen Gottes gewiß allezeit zufrieden sein und darum auch eine ungestörte Ruhe und Heiterkeit des Gemütes und einen Vorgeschmack der Glückseligkeit haben, welche die Heiligen im Himmel eben wegen der Vereinigung ihres Willens mit dem göttlichen genießen. –
in: Leonhard Goffine, Ord. Praem.; Unterrichts- und Erbauungsbuch oder Katholische Handpostille, 1885, S. 107

Category: Christenlehre, Goffine
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