Von den drei goldenen Samstagsnächten

Zwei Engel sitzen auf einer Wolke, zwischen ihnen ist eine Sonne mit Strahlen, in der die Buchstaben M und A für Maria stehen

Von den drei goldenen Samstagsnächten zu Ehren Unserer Liebe Frau

Kaiser Ferdinand III. von Österreich war ein inniger Verehrer der allerseligsten Jungfrau, besonders ihrer unbefleckten Empfängnis. Vor der Kirche am Hof ließ er eine marmorne Bildsäule der unbefleckten Empfängnis errichten, und verpflichtete sich durch ein feierliches Gelübde zum Glauben, daß Maria ohne Makel der Sünde empfangen sei: ebenso verpflichtete er sich, das Fest der unbefleckten Empfängnis immer in seinen Erblanden am 9. Dezember zu feiern und gelobte auch bei der feierlichen Einweihung der Säule „der besonderen Schutzfrau des Erzherzogtums Österreich“, am 7. Dezember, dem Vorabend vor dem Fest der unbefleckten Empfängnis einen Fasttag; auch forderte er die Universität von Wien auf, eidlich zu geloben, die unbefleckte Empfängnis Mariens mit Wort und Schrift zu verteidigen. –

Unsterblich aber machte er sein Andenken durch Einführung der Andacht an den drei goldenen Samstagsnächten, welche ihm die allerseligste Jungfrau, wie man glaubt, selbst geoffenbart hat, und die er hierauf in Übung brachte.

Es heißen aber diese Nächte goldene Samstagsnächte, weil an diesen Abenden oder tagen mehr Gutes geschieht, indem sie von frommen Christen mehr geheiligt werden und weil auf die besondere Fürbitte Mariä mehrere gaben und Gnaden des Leibes und der Seele von Gott können erlangt werden.

Sie haben ihren Anfang gleich nach dem Fest des heiligen Erzengels Michael (29. September), weil nämlich die Verehrer Mariens ihr Gebet mit dem Gebet dieses Himmelsfürsten zu vereinigen pflegen und ihn bitten, ihre Verehrung Mariä der Himmelskönigin darzubringen und mit seinem Gebet zu begleiten.

So heißen die drei goldenen Samstagsnächte, weil man die Andacht an drei Samstags-Nächten oder Abenden zu Ehren der Lieben Frau wiederholt und die gebenedeite Mutter Gottes dabei als dreifachen Gegenstand der Verehrung und als dreifache Fürbitterin betrachtet.

In der ersten Nacht oder am ersten Abend verehrt man Maria in Vereinigung mit dem heiligen Erzengel Michael als Tochter des himmlischen Vaters, und bittet sie als solche um Einwirkung des Goldstücks der heiligen Liebe Gottes, in der wir zu leben und zu sterben verlangen sollen.

In der zweiten Nacht verehrt man sie als die jungfräuliche Mutter des Sohnes Gottes, und bittet sie als solche erstens um die Einwirkung des Goldstücks der Liebe des Nächsten, auf daß, gleichwie Jesus Christus, unser göttlicher Heiland und Erlöser, uns Alle bis zum Tode am Kreuz liebte, so auch wir fern von Hass und Feindschaft, Zwietracht und Neid uns Alle einander aufrichtig, wie uns selbst lieben mögen. Zweitens, um Bewahrung des Lichtes des Glaubens, auf daß unsere Seele durch keine Unwissenheit oder Irrtümer verfinstert, sondern stets besonders in der so wichtigen Sterbestunde vom himmlischen Licht des Glaubens und der Erkenntnis Jesu und seiner Verheißung erleuchtet und gestärkt werde, und wir somit im Namen Jesu, in dem allein wahres Heil zu finden ist, leben und sterben mögen.

In der dritten Nacht verehrt man Maria als die Braut des heiligen Geistes, und bittet sie als solche um die Einwirkung des Goldstücks der christlichen Liebe zu uns selbst, daß gleichwie sie selbst vom heiligen Geist erfüllt, stets ein unbefleckter und reiner Tempel Gottes war; so auch wir unsere durch das Blut Jesu erlöste und vom heiligen Geist geheiligte Seele stets rein bewahren, sie mehr lieben als Gold und Silber, und lieber allen Vergnügungen entsagen, und alles Zeitliche verschmähen, als unsere Seele mit einer Sünde beflecken und um ihre ewige Seligkeit bringen.

Nebst dem verehrt man, wie den heiligen Erzengel Michael, in jeder der drei goldenen Samstags-Nächte die Liebe Frau auch als unsere mächtigste Sterbepatronin, und bittet sie als solche um die Gnade, daß wir einst unter ihrem mütterlichen Beistand auch den letzten und schwersten Kampf, – den Kampf mit dem Tod – christlich standhaft zur Ehre Gottes und zu unserem Heil vollenden, und so eine letzte goldene Samstags-Nacht, das ist eine glückselige Sterbestunde erlangen mögen. Die Gebete, welche man an diesen drei Samstagen verrichten mag, kann jeder Andächtige sich selbst wählen. Man kann in obiger Meinung den Rosenkranz, die lauretanische Litanei und das Salve Regina, oder die marianischen Tagzeiten beten. (Geschichte des Ursprungs der drei goldenen Samstags-Nächte vom Stadtvikar Wichtlhuber in Salzburg.) –
aus: Georg Ott, Marianum Legende von den lieben Heiligen, Erster Teil, 1869, Sp. 1456 – Sp. 1457

Category: Gottesmutter Maria, Ott
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