Lepanto und die Büßerin Katharina Cardonne

Lepanto und die Büßerin Katharina

Visionäre Schauung der heiligmäßigen Büßerin Katharina Cardonne

Wie sehr der Sieg aber tatsächlich der Königin des Himmels zu verdanken war, das sollte sich mit der letzten Deutlichkeit enthüllen, als eine visionäre Schauung der damaligen Zeit bekannt wurde, die der Erzieherin des Siegers, Katharina Cardonne, einer heiligmäßigen Büßerin, die in Spanien lebte, zuteil wurde. In heißen Gebeten und anstrengenden Bußwerken hatte auch sie den Himmel um den Sieg bestürmt. Da hörte man sie an dem großen Entscheidungstag der Schlacht aus dem Zimmer, in dem sie weilte, in höchster Angst und Erschütterung rufen. Auf Befragung durch ihren Seelenführer gestand sie, daß sich ein schrecklicher Vorgang vor ihren Augen abgespielt habe: sie schaute die göttliche Majestät und zu ihrer einen Seite die dämonischen Geister, die vor Gott die zahlreichen Sünden niederlegten, die die Christen vor ihm begangen hatten und die von ihm die Durchführung seiner göttlichen Gerechtigkeit forderten. Auf der anderen Seite stand die Königin des Himmels, von ihren Engeln begleitet und bot Gott alle in dieser großen Stunde gebeteten Rosenkränze dar. Noch wogte der furchtbare Kampf zwischen beiden Gruppen hin und her.

Während Katharina von Cardonne mit doppelter Inbrunst ihre Gebete und Bußwerke fortsetzte, schaute sie plötzlich in überflutender Freude, daß der gewaltige Kampf zugunsten der Christen entschieden wurde. „Es bleibt uns nichts mehr, als der heiligen Jungfrau zu danken, die durch ihre mächtige Fürbitte den Zorn ihres Sohnes besänftigt hatte und den Christen den glänzendsten Triumph erlangte.“

Der nähere Vergleich des Zeitpunktes dieser Vision mit dem Verlauf der Schlacht zeigte, daß die plötzliche Wendung genau zu der Stunde erfolgt war, als die Seherin den endgültigen Sieg auf übernatürliche Weise erschaut. Der durch das mächtige Gebet des Rosenkranzes erfochtene Triumph der Christenheit zu Lepanto war offenbar geworden.

aus: Johannes Höcht, Maria rettet das Abendland, 1953, S. 43

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