Heiliger Blasius Bischof und Märtyrer

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

3. Februar

Der heilige Blasius steht in Bischofskleidung und segnet das tofkranke Kind, das die Mutter, auf den Knien liegend, im Arm hält. Bei der Heilung schuat der Bischof auf zum Himmel.

Der heilige Blasius Bischof und Märtyrer

Kaum ein anderer Heiliger der morgenländischen Kirche hat im Abendland eine so große Berühmtheit und eine allgemeinere Verehrung erlangt als der hl. Blasius, Bischof und Märtyrer von Sebaste in Armenien…

Als Kaiser Licinius seinen grimmigen Zorn über die Niederlage durch Konstantin den Großen (314) im Blut der Christen zu kühlen begann, fand er in seinem Statthalter Agricolaus zu Sebaste einen bereitwilligen Schmeichler, welcher die kaiserlichen Befehle mit unmenschlicher Grausamkeit vollzog.

Auf die drängenden Bitten der Christen, dieser Verfolgung, welche vorzüglich den Priestern galt, auszuweichen und sein teures Leben zu erhalten, verbarg sich Blasius in einer Höhle des argäischen Gebirges und betete dort unablässig um Erbarmen und Schutz für seine Gläubigen. In dieser tiefen Waldeseinsamkeit wiederholte sich jenes rührende Schauspiel, das im Leben der Heiligen uns so oft begegnet. Die herzliche Freundlichkeit und wohltuende Liebe des hl. Blasius wirkte geheimnisvoll auf die wilden Tiere, so daß sie ohne Furcht und Scheu zutraulich und schmeichelnd ihm Gesellschaft leisteten. Die Vögel bevölkerten ringsum die Tannen und begleiteten sein Gebet mit ihrem Gesang: die Löwen, Bären, Wölfe umlagerten in gemütlichem Frieden seine Höhle und ergötzten ihn mit ihren munteren Sprüngen.

Eines Tages widerhallten die Felsen und Schluchten des Gebirges von dem lauten Schall der Jagdhörner, die aufgeschreckten Tiere sprangen der Höhle ihres wohltätigen Freundes zu und verrieten durch ihr Zutrauen sein Versteck. Blasius wurde erkannt und von den bewaffneten Jägern zum Statthalter geführt. Agricolaus grüßte höflich den Gefangenen und lud ihn freundlich ein, den Göttern zu opfern und der Gunst des Kaisers sich würdig zu erweisen. Als der Heilige ebenso höflich als mannhaft dieses Ansinnen zurückwies, zeigte der Statthalter seinen wahren Tiger-Charakter; er ließ ihn am ganzen Leib furchtbar schlagen und verwunden und dann ins Gefängnis werfen. Fromme Frauen trockneten mit feinen Linnen das Blut des Märtyrers vom Boden auf. Sogleich befahl ihnen Agricolaus den Göttern zu opfern. „Ja“, antworteten sie, „aber stelle die Götter am Ufer des See`s auf, damit wir uns dort zuerst waschen können, bevor wir den Göttern die schuldige Ehre erweisen.“ Freudig willigte er ein. Die Frauen wuschen sich, nahten den Göttern, stürzten sie ins Wasser und riefen: „Seht, was das für Götter sind, die sich von schwachen Weibern ins Wasser werfen lassen!“ Wütend über diesen Schimpf erschöpfte der Statthalter alle Arten der Folter an diesen Frauen, aber ohne ihre freudige Standhaftigkeit besiegen zu können, und bekannte seine Ohnmacht durch ihre Enthauptung.

Zum heiligen Blasius ins Gefängnis wurden sehr viele Kranke gebracht, unter anderen auch ein Knabe, dem eine Fischgräte im Hals stecken geblieben war und den unvermeidlichen Erstickungstod drohte; er heilte sie Alle durch sein Gebet. In der Hoffnung, Blasius, durch die Schmerzen seiner Wunden und die Leiden des Kerkers entmutigt, werde den Göttern opfern, begann der Statthalter ein neues Verhör; aber der heilige Bischof bekannte und verkündete mit ungebeugtem Leidensmut seinen Glauben an Jesus Christus. Deshalb ließ ihn der Richter gräßlich zerfleischen und verurteilte ihn, daß er in den See geworfen werde und durch seinen Tod die den Göttern angetane Beleidigung sühne. Als die Schergen das Urteil vollziehen und den Heiligen in die Fluten stürzen wollten, ging er wie auf festem Boden über das Wasser bis in die Mitte des See`s, setzte sich nieder und rief den Götzendienern zu: „Wenn ihr glaubt, daß eure Götzen die gleiche Macht haben wie mein Gott und Herr Jesus Christus, so kommt über das Wasser zu mir und holt mich:“ Wirklich wagten sich achtundsechzig Soldaten in das Wasser und versanken spurlos. Blasius kam nun freiwillig an`s Ufer zurück, und der vor allem Volk beschämte Agricolaus ließ ihn sogleich enthaupten.

Während der Kreuzzüge kamen die Reliquien des Heiligen ins Abendland und wurden von dem christlichen Volk wegen der vielen wunderbaren Krankenheilungen durch seine Fürbitte allgemein verehrt. Aus dem Teil der Reliquien, welche zu Maratea im Königreich Neapel verehrt werden, fließt immer noch ein heilkräftiger Saft; das Achselbein, welches in Tarent sich befindet, verbreitet einen sehr lieblichen Geruch; viele Klöster und Kirchen tragen seinen Namen; an sehr vielen Orten wird alljährlich am heutigen Tag der „Blasiussegen“ gespendet, indem der Priester zwei geweihte, brennende Kerzen den Gläubigen kreuzweise um den Hals hält und dabei das Gebet spricht: „Durch die Fürbitte des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius behüte und bewahre dich der Herr vor allem Übel und Wehe am Hals, im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.“ Der heilige Blasius wird auch unter die vierzehn Nothelfer gezählt. –
aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 84-86

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