Die hl Messe am heiligen Weihnachtstag

Eine Weihnachtskrippe aus Holz: Zur Geburt des Sohnes Gottes, des neugeborenen Königs, kommen die Hirten vom Feld und die Weisen aus dem Morgenland; alle kommen zu dem Jesuskind, der in der Krippe liegt; Maria und Joseph sind die erhabenen Gefährten des Herrn

Der hochheilige Weihnachtstag

Die heilige Messe am heiligen Weihnachtstag

Das Geheimnis, welches die Kirche in dieser dritten Messe verehrt, ist die ewige Geburt des Sohnes Gottes im Schoß seines Vaters. Um Mitternacht hat sie die Geburt des Gottmenschen im Stall aus Maria der Jungfrau gefeiert; in der Morgendämmerung wurde das Opfer zu Ehren der Geburt Christi im Herzen der Hirten dargebracht. Es bleibt nur noch eine Geburt zu betrachten, eine Geburt,, die noch viel wunderbarer ist, als die beiden bereits gefeierten, eine Geburt, deren Licht die Augen der Engel blendet, das ewige Zeugnis der erhabenen Fruchtbarkeit Gottes. Der Sohn Marias ist auch gleichzeitig der Sohn Gottes; es ist unsere Pflicht, heute die Herrlichkeit dieser unaussprechlichen Zeugung zu verkünden, die ihn als gleicher Wesenheit mit dem Vater hervor bringt: Gott von Gott, Licht von Licht! Erheben wir also unsere Blicke zu dem ewigen Wort, das im Anfang bei Gott war, und ohne welches Gott niemals gewesen ist: denn es ist die Gestalt seiner Wesenheit, der Abglanz seiner ewigen Wahrheit.

Die heilige Kirche eröffnet die Gesänge des dritten Messopfers mit der Anrufung des neugeborenen Königs. Sie preist die fürstliche Würde, die nicht nur als Gott ihm von Ewigkeit her inne wohnt, sondern die er auch als Mensch durch das Kreuz erlangen wird, das eines Tages auf seiner Schulter lastet. Er ist der Engel des großen Rates, das heißt der himmlische Gesandte, welcher nach den Ratschlüssen der allerheiligsten Dreifaltigkeit die erhabene Aufgabe hat, den Menschen durch die Menschwerdung und Erlösung zu retten. An diesem erhabensten Rat hat auch das Wort seinen göttlichen Anteil gehabt; und einerseits aus Hingabe an die Herrlichkeit seines Vaters, andererseits aus Liebe zu den Menschen, hat es die Erfüllung dieser Aufgabe auf sich genommen…

Kehren wir mit unseren Gedanken und Herzen nochmals in den glücklichen Stall zurück, woselbst Maria und Joseph die erhabenen Gefährten des Herrn bilden. Beten wir den Neugeborenen an, erflehen wir seinen Segen! –
aus: Dom Prosper Guéranger, Die heilige Weihnachtszeit, 1892, S. 247/267

Puer natus – Gregorianik

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