Die 26 heiligen Märtyrer in Nagasaki

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

13. Februar

Die 26 heiligen Märtyrer in Nagasaki Japan

Am heutigen Tage verehrt die heilige Kirche auch 26 Märtyrer, welche als die ersten in Japan den christlichen Glauben 1597 mit ihrem Blut besiegelten. 47 Jahre zuvor hatte der heilige Franziskus Xaverius daselbst das Evangelium Jesu Christi zu verkündigen angefangen. Verschiedene Priester aus der Gesellschaft Jesu setzten nach ihm die apostolische Arbeit daselbst mit so erwünschtem Erfolg fort, daß man in dem erwähnten Jahr 200000 Christen zählte, unter denen auch viele Fürsten und Adelige sich befanden. Der Kaiser Taicosama selbst zeigte sich in den ersten fünf Jahren seiner Regierung den Christen sehr geneigt und günstig; nach Verlauf derselben aber befahl er den Missionaren, binnen sechs Wochen sein Reich zu verlassen. Diese, wohl hundert an der Zahl, gehorchten; denn Gehorsam konnte den Zorn des Kaisers besänftigen, aber Widerspenstigkeit ihn noch mehr reizen, ja die Vertilgung des Christentums in Japan herbei führen. Demnach gingen einige von ihnen nach Macao in China; die übrigen aber hielten sich in dem Reich verborgen, um den Christen beizustehen, und sie in dem wahren Glauben zu erhalten. So konnten sie zugleich bessere Zeiten abwarten. Dieser Zustand währte zehn Jahre; dennoch gelang es den eifrigen Missionaren, während dieser Zeit unter dem Schutz einiger zum Glauben bekehrten Fürsten etwa 50000 Japanesen für Jesus zu gewinnen. Der Kaiser wußte alles dieses wohl, war dennoch über das Benehmen der Priester nicht unwillig und ahndete solches mit keinem Wort. Daher schöpfte man nicht geringe Hoffnung, die vorige Freiheit für das Evangelium wieder zu erhalten. Als aber im Jahre 1597 der Statthalter der Philippinischen Inseln eine ansehnliche Gesandtschaft mit vielen kostbaren Geschenken an den Kaiser in Japan abschickte, unter diesen einige sehr eifrige Priester aus dem Orden des heiligen Franziskus, finden diese nach beendigter Gesandtschaft zu Macao und einigen anderen Orten das Evangelium öffentlich zu predigen an, in der Meinung, es sei apostolischer Männer unwürdig, aus Furcht vor einem weltlichen Herrscher die Verkündigung des göttlichen Wortes zu unterlassen.

Dies wurde von den Götzenpriestern und von Kaufleuten sogleich dem Kaiser hinterbracht, und er von ihnen aufgestachelt, so daß er sich heftig darüber erzürnte und auf der Stelle Befehl gab, sechs jener Ordenspriester auf japanische Weise zu kreuzigen, die übrigen aber nach Europa zurück zu senden. Der Statthalter zu Osaca, dem der kaiserliche Befehl zugeschickt wurde, ließ nicht nur diese sechs Franziskaner gefangen nehmen, sondern gesellte ihnen auch drei Jesuiten bei, nämlich: Paulus Miki, ein geborener Japanese, Johannes Goto und Jakob Kisai. Die Namen der Franziskaner sind folgende: P. Petrus Baptista, F. Franziskus Blanko, P. Martin von der Himmelfahrt, der Kleriker Philipp von Jesus und die Laienbrüder Gonsalvus Garcia und Franziskus vom heiligen Michael. Alle diese mit noch 15 eingeborenen Terziaren und Katechisten wurden gefangen nach Meaco, der Hauptstadt Japans, geführt und in dem allgemeinen Kerker für Übeltäter eingesperrt. Unter jenen 15 Japanesen befanden sich drei Knaben, welche den Priestern zur Messe dienten, nämlich: Ludwig, Anton und Thomas, von denen der erste nicht älter war als 10 oder 11, der zweite 13 und der dritte 15 Jahre. Am folgenden Tage brachte man diese 24 Bekenner Christi mit rückwärts gebundenen Händen auf den Hauptplatz, schnitt jedem die Nase und das linke Ohr zur Beschimpfung ab, setzte sie dann auf einige Karren und führte sie zum öffentlichen Spott durch alle Gassen der Stadt. Die Bekenner bezeigten sich bei dieser Schmach fröhlich und unerschrocken, lobten Gott mit lauter Stimme, und sagten ihm Dank, daß er sie für würdig erachtete, um des wahren Glaubens willen zu leiden. P. Petrus Baptista predigte dabei den Zuschauern die Lehre Jesu Christi und ermahnte alle zur Annahme derselben. Es wurden die Gefangenen weiter durch verschiedene Flecken und Städte fort geführt bis nach Nagasaki. Die Reise dauerte mehr als drei Wochen, und weil eben damals eine große Kälte einfiel, so hatten die heiligen Bekenner vieles zu leiden. Auf dem Weg wurde die Zahl derselben mit zwei anderen Christen vermehrt, welche von Geistlichen der beiden Ordensgemeinden geschickt waren, den Gefangenen mit Nahrung und anderem Notwendigem beizustehen; denn die Soldaten, welche die Gefangenen bewachten, warfen auch diese auf einen Karren und führten sie bis nach Nagasaki.

Es war dort außer der Stadt ein Hügel, wo die Kreuzigung sollte vollzogen werden. Sobald den sämtlichen Bekennern befohlen wurde, sich dahin zu begeben, eilte jeder freudig dahin, um das ihm zubereitete Kreuz zu küssen und zu umfangen. Ludwig, der jüngste Knabe, setzte alle Anwesenden in Erstaunen, da er bei seiner Ankunft auf jenem Platz mit lauter Stimme rief: „Wo ist denn mein Kreuz?“ Man zeigte ihm dasselbe, und er umfing es mit größter Freude, legte sich auch gleich nach einem kurzen Gebet auf dasselbe, um daran aus Liebe zu Jesus zu sterben. Ohne Verzug wurde sowohl dieser als die anderen, jeder an sein Kreuz, nach japanischer Sitte mit Stricken fest angebunden und mit demselben in die Höhe gerichtet. Nicht zu beschreiben ist es, welche Freude aus dem Antlitz aller hervor leuchtete, da sie einander an dem Kreuzhängend ansahen. Einer sprach dem anderen zu; alle lobten Gott mit lauter Stimme durch Absingen von Psalmen, Abbeten des Vater unser und anderer Gebete. Paulus Miki, der durch sein eifriges Predigen schon vorher viele bekehrt hatte, bediente sich des Kreuzes als einer Kanzel, sprach allen Anwesenden mit den nachdrücklichsten Worten zu, an Jesus, den auch für sie Gekreuzigten und an seine Lehre zu glauben; jene aber, die den Glauben angenommen hatten, ermahnte er, standhaft danach zu leben, weil sonst keine Seligkeit zu hoffen wäre. Als eine besondere Gnade und als ein wahres Glück pries er besonders, daß er am dem Kreuz, wie Christus, und im gleichen Alter von 33 Jahren sterben könnte. Einem guten Freund, der Mitleid mit ihm bezeigte, erwiderte er: „Sterben um des Gesetzes Gottes willen, ist kein Grund zum Mitleid, sondern vielmehr zur Freude.“ Auf eben diese Weise waren auch die anderen gesinnt. Die Gerichtsdiener durchstießen den Leib eines jeden der Gekreuzigten mit zwei Lanzen kreuzweise von der rechten Seite zur linken Schulter, und von der linken Seite zur rechten Schulter, so daß alle ihr Leben bald endigten, die meisten unter Aussprechen der Worte: „In deine Hände, o Herr! empfehle ich meinen Geist“; andere aber unter Anrufung der heiligsten Namen Jesus und Maria, den 5. Februar 1597.

Die Heiden, welche dieser Marter beiwohnten, wunderten sich auf das Höchste, daß man bei keinem einzigen ein Zeichen der Traurigkeit, sondern vielmehr der höchsten Freude bemerkte. Was sind das für Menschen, sprachen sie, welche in Widerwärtigkeit und Leiden sich ebenso erfreuen, als andere in ihren Vergnügen! Viele aus ihnen bekehrten sich. An dem Ort, wo diese glorreichen Märtyrer in Kampf vollendeten, sah man lange Zeit in der Nacht hell glänzende Sterne, Lichter und feurige Säulen. Gott wirkte auch noch viele andere Wunder auf Anrufung dieser heiligen Märtyrer, wodurch sie bei den Gläubigen und Ungläubigen bekannt, und viele Ungläubige bekehrt wurden.

Papst Pius IX. setzte diese 26 Märtyrer am 8. Juni 1882 in das Verzeichnis der Heiligen.

aus: Wilhelm Auer, Kapuzinerordenspriester, Goldene Legende Leben der lieben Heiligen Gottes auf alle Tage des Jahres, 1902, S. 86 – S. 88

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