Heiliger Polykarp über die Christusleugner

Von dem trostvollen Glauben an den Mensch gewordenen Heiland

Der heilige Polykarp über die Christusleugner

Der heilige Polykarp hat den hl. Apostel Johannes noch gesehen, hat den christlichen Unterricht von ihm empfangen und wurde von ihm zum Bischof geweiht. Er hat also die reine, vollständige Wahrheit gehört; mithin auch die große wichtige Wahrheit, daß Jesus Christus der Sohn des lebendigen Gottes, daß er kein bloßer Mensch, sondern daß er Gott und Mensch zugleich ist. – Du hast nun, christliche Seele, noch nie an dieser Wahrheit gezweifelt, du hast immer treu zu Jesus, dem Sohn Gottes, gehalten, aber vielleicht hast du schon gehört, daß es in unserer Zeit viele Menschen gibt, welche nicht mehr an Jesus Christus glauben wollen, die ihn höchstens noch als einen weisen Mann gelten lassen, die also auch nicht mehr glauben, daß er Mensch geworden und am Kreuz gestorben ist, um uns von der Sünde und von der ewigen Verdammnis zu erlösen. Die Nämlichen nun, die an Jesus, den Sohn Gottes, nicht mehr glauben, leugnen auch die Auferstehung der Toten und das Gericht, denn dieses hat ja Jesus gelehrt. Nun höre, was der heilige Polykarp von diesen ungläubigen Leuten sagt: in einem Brief, den er an die Philipper geschrieben, stehen folgende Worte: „Wer nicht bekennt, daß Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist ein Widerchrist. Wer immer leugnet, daß er am Kreuz gelitten hat, der ist ein Satan. Wer endlich das Wort Gottes nach seinem verderbten Herzen auslegt und sagt, es gäbe keine Auferstehung, noch Gericht, ist der Erstgeborene des Satans“; alsdann fährt er fort: „Laßt uns stets unsere Hoffnung vor Augen haben und niemals das Unterpfand unserer Gerechtigkeit verlieren, welches kein anderes ist, als Jesus Christus!“ Du siehst also, christliche Seele, wie der heil. Schüler des Apostels Johannes über solche Christusleugner urteilt, wie er sie Antichristen und Satan nennt. Laß dich also von solchen Feinden deines göttlichen Heilandes nicht betrügen, auch wenn sie vornehm, gebildet und gelehrt sind. Diese Art vornehmer gebildeter Leute sind gewöhnlich auch lasterhaft oder den Freuden der Welt ergeben, und weil nun Jesus die Laster verdammt und die Lüste und Freuden der Welt verwirft, so wollen sie auch von ihm nichts wissen, und leugnen ihn und seine Lehre. Halte du nur immer fest an Jesus, dem Sohn Gottes und gekreuzigten Heiland; er ist deine Hilfe, deine Stärke, dein Licht, dein Trost im Leiden und Sterben: er ist dein Leben, auch wenn du gestorben bist; denn wer an ihn glaubt, der wird nicht sterben, sondern das ewige Leben haben. Erwecke daher öfters den Glauben, die Hoffnung und Liebe und sprich: O Jesus, ich glaube an dich; o Jesus, ich hoffe auf dich; o Jesus, ich liebe dich immer und ewiglich. Amen.

Gebet.
O Jesus, Sohn des lebendigen Gottes, verleihe mir einen lebendigen Glauben, damit ich immer dir treu anhange und bereit bin, auch für dich zu sterben. Amen. –
aus: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, 1853, S. 141 – S. 142

siehe auch den Beitrag: Der heilige Polykarp Bischof und Märtyrer

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