Heiliger Burkhard Bischof von Würzburg

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

14. Oktober

Der heilige Burkhard Bischof von Würzburg

Die Katholiken, namentlich die des südlichen Deutschlands, bringen heute feierlich und freudig ihre Danksagung und Verehrung dem ersten Bischof von Würzburg dar, welcher in jenen Gegenden mit den Kräften seines reichen Geistes und mit der Glut seines liebenden Herzens das aufwuchernde Unkraut des Götzentums und ketzerischer Lehren beseitigte und der sittlichen Veredlung des Volkes einen mächtigen Aufschwung gab. Burkhard – so hieß dieser hoch verdiente und heilige Mann – war in England aus einem vornehmen Geschlecht geboren. Er hatte sich schon in früher Jugend dem Dienste Gottes geweiht und in einer der herrlich blühenden Klosterschulen seines Vaterlandes zum geistlichen Stande gebildet.

Als um das Jahr 725 der hl. Bonifatius, der große Apostel der Deutschen, in seinem Vaterlande Mitarbeiter für den ausgedehnten und eine reiche Ernte versprechenden Weinberg suchte, war der gelehrte und tugendreiche Burkhard freudig bereit, Heimat und Verwandtschaft zu verlassen, an den deutschen Rhein zu wandern und dem apostolischen Missionswerk sich ganz zu opfern. Mit offenen Armen empfing Bonifatius den noch jugendlichen Priester und bestellte ihn, nachdem er seinen Eifer, die Kraft seiner Beredsamkeit und die Klugheit seines Charakters nicht weniger als die Heiligkeit seines Wandels erprobt hatte, im Jahre 741 zum Oberhirten des neu errichteten Bistums Würzburg, so inständig der Erwählte auch bat, seinen unwürdigen und schwachen Schultern diese schwere Last nicht aufzubürden. Die Geschichte ist sehr sparsam mit ihren Berichten über Burkhard`s Amtsführung, sie rühmt nur im Allgemeinen seine unermüdliche Arbeitskraft, seine Sanftmut und Herablassung, seine Liebe und Freundlichkeit gegen das Volk, und erzählt nur wenige Einzelheiten; aber der nunmehr bald 1200-jährige Fortbestand, der herrliche Zustand dieses Bistums ist ein über alles Lob beredter und glaubwürdiger Zeuge, welch` vortreffliche Fundamente er als der erste Baumeister gelegt habe. Seine einzige Sorge war, die Herde gut zu weiden. Zu diesem Ende baute er schöne Kirchen, verwendete große Summen auf die würdige und erhebende Feier des Gottesdienstes, sowie auf eine tüchtige Ausbildung und einen anständigen Lebensunterhalt der Geistlichen, um mit Hilfe tüchtiger Seelsorger das noch rohe Naturvolk aus seiner Verwilderung heraus zu reißen und für das Heilige und Göttliche des Evangeliums empfänglich zu machen. Die Geldmittel für diese kostspieligen Stiftungen beschaffte er aus den Gaben des fränkischen Adels und aus der Grafschaft. Welche Pippin, der Majordomus und spätere König der Franken, ihm und seinen Nachfolgern schenkte, und deren Ertrag er durch Ausrodung von Wäldern, durch besseren Anbau des Bodens, und durch Förderung der Gewerbe erhöhte. Durch diese umsichtigen Vorkehrungen brachte er das ganze Land zu lebhafter Tätigkeit und blühendem Wohlstand. Für sich lebte der Bischof höchst einfach und bescheiden, so sehr allem Pomp und Prunk abgeneigt, daß sein Bischofsstab, statt von edlem Metalle, nur von Holz sein durfte.

Der Feind alles Guten, der Haß mancher Heiden und der Ingrimm einzelner Übelgesinnten bereiteten ihm wiederholt betrübende Hindernisse; aber das Zeugnis seines guten Gewissens, der Glanz seiner fleckenlosen Tugend und seine unerschöpfliche Wohltätigkeit erwarben ihm den schönsten Sieg über alle bösen Nachreden und Verleumdungen.

Burkhard baute über der Märtyrerstätte des hl. Kilian, dessen heilige Gebeine aufzufinden er das Glück hatte, seine Kathedrale (die jetzige Kirche Neumünster) und in der Nähe, am Marienberg, zu Ehren des hl. Apostels Andreas ein Kloster, in das er sich öfters zurückzog, um seine unter der Last der Sorgen ermüdete Seele durch Gebete und Bußwerke zu stärken.

Im Herbst 747 reiste Burkhard im Auftrag des hl. Bonifatius nach Rom, um dem Papst Zacharias über den Zustand der katholischen Kirche in Deutschland genauen Bericht zu erstatten und dessen Entscheidungen über verschiedene Fragen entgegen zu nehmen. Nach seiner Rückkehr aus der ewigen Stadt arbeitete er wieder mit staunenswerter Aufopferung für das geistige Wohl seiner sehr vermehrten Herde, wohnte als vertrauter Freund des hl. Bonifatius mehreren Konzilien bei, und nahm an der Verbesserung der Kirchenzucht tätigen Anteil.

Nachdem Burkhard zehn Jahre lang das bischöfliche Amt mit segensreicher Selbstaufopferung verwaltet hatte, brachen seine körperlichen Kräfte zusammen und gänzlich unfähig, diese Last noch ferner zu tragen, sehnte er sich nach Einsamkeit, um sich auf den Tod vorzubereiten. Mit Bewilligung des Erzbischofs Bonifatius und des Königs Pippin legte er seinen Hirtenstab nieder, weihte den würdigen Abt Megingoz von Neustadt zu seinem Nachfolger und zog mit sechs Brüdern, die er aus der Zahl seiner Schüler ausgewählt, und mit einem reichen Schatz von Büchern, die er größtenteils selbst abgeschrieben hatte, in das einsame Schloß Hohenburg, wo er unter Wachen, Fasten und Beten seiner Auflösung entgegen sah. Am 9. Februar 752 schloß er sein verdienstvolles Leben, um von dem gerechten Vergelter den ewigen Lohn zu empfangen.

Seine Gebeine wurden in die Domkirche zu Würzburg neben denen des hl. Kilian beigesetzt. Am 14. Oktober 983 erhob Hugo, Bischof von Würzburg, auf Befehl des Papstes Benedikt VII. die Reliquien des hl. Burkhard und stellte sie zur öffentlichen Verehrung aus, weswegen sein Andenken an diesem Tage gefeiert wird. –
aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 763 – S. 764

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