Unsere Liebe Frau von der Rose

Eine Prozession christgläubiger Katholiken zu einem Gnadenort der Muttergottes Maria: angeführt von einem Jungen, der das Kruzifix hält, gefolgt vom Priester mit den Messdienern und dem gläubigen Volk

Gnadenorte der hohen Himmelskönigin Maria

Unsere Liebe Frau, die Gottesmutter Maria, sitzt, umringt von vielen Heiligen, in der Mitte, ihren Sohn Jesus auf dem Schoß, eine Lilie in der linken Hand; unter ihr ist das Häuschen zu sehen, daß von Engeln zum Gnadenort Loreto getragen wird

Unsere Liebe Frau von der Rose zu Lucca in Italien

Santa Maria della Rosa

In der Stadt Lucca steht eine zur Andacht einladende Kirche, die vor Zeiten außerhalb der Mauern der Stadt war, jetzt aber innerhalb derselben ist. Die Stadtmauer bildete damals die Rückwand einer kleinen Kapelle, auf welcher man ein Bild Unserer L. Frau mit dem kleinen Jesus auf ihrem linken Arm und mit drei Rosen in ihrer rechten Hand, gemalt sah. Ein junger Hirte, der gewöhnlich seine Schafe auf den Stadtgraben in der Nähe dieser Kapelle führte, konnte sich nicht genug wundern, da er sah, daß keines seiner Schafe es wagte, sich einem Platz zu nahen, der mit überaus schönem, grünen Gras bewachsen war, ja daß sie vielmehr alle die Flucht ergriffen, sobald sie in die Nähe kamen, wie wenn sie verfolgt wären.

Diese merkwürdige Erscheinung machte ihn neugierig, und er suchte die Sache näher zu erforschen. Es war damals der Monat Januar, in welchem man keine Rosen auf den Feldern zu finden pflegt. Wie er sich aber dem Platz nähert, fand er unter Dornen eine Rose, so frisch und rot, wie man sie nur im Frühling hätte pflücken können. Er nahm sie und brachte sie seinem Vater. Der kleine Hirte war bisher stumm gewesen. In dem Augenblick, als er die Rose seinem Vater darbot, konnte er sprechen. Der äußerst erstaunte Vater ging zum Bischof von Lucca und erzählte ihm Alles, was geschehen war. Der Bischof wollte den Knaben sehen, und aus seinem eigenen Mund die ganze Wahrheit des Ereignisses erfahren. Damit noch nicht zufrieden, ließ er sich auf den Platz führen, wo die Rose gepflückt worden war, und da er ernstlich nachforschte, welches der Grund einer so merkwürdigen Erscheinung sein möchte, fand er, daß dies genau die Stelle war, auf welche die Augen des Bildes gerichtet waren. Bald verbreitete sich das Gerücht von dieser Merkwürdigkeit überall. Jedermann wollte das wundertätige Bild sehen, und nun erwies sich die glorreiche Jungfrau den Andächtigen sehr gnädig. Mit der Zeit erhob sich eine sehr schöne Kirche, in der noch heute Unsere Liebe Frau von der Rose hoch verehrt wird. (Atlas marianum. – Poire.)

Gebet.
O liebenswürdige Mutter! Durch deine Schönheit und Unversehrtheit hast du vom Anfang dir das Wohlgefallen Gottes zugezogen; und durch deine Heiligkeit und Vollkommenheit hast du über den ganzen Erdboden einen lieblichen Geruch der Tugenden verbreitet. Du bist wahrlich einer geheimnisvollen Rose gleich, die Niemanden durch ihre Dornen verletzt, dagegen aber alle durch ihre Anmut erquickt und erheitert. Erbitte uns von Jesus die Gnade, Ihm immer mehr zu gefallen, unter den Menschen den süßen Geruch Jesu Christi durch Unschuld und Reinheit der Sitten zu verbreiten, und niemals einen Menschen auf irgend eine Weise zu verletzen. Amen. –
aus: Georg Ott, Marianum Legende von den lieben Heiligen, Erster Teil, 1869, Sp. 178

Anmerkung: Die Kirche „Santa Maria della Rosa“ wurde häufig von der hl. Gemma Galgani besucht.

Category: Gnadenorte, Ott
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