Papst Gregor XIV. (regierte von 1590-1591)

Der Papst trägt das Kreuz Christi, von seinen Feinden mit Steinen beworfen, von Christus glorreich empfangen; es zeigt das Leiden der Päpste und zugleich der Kirche

Das Kreuz und der Halbmond

Das Pontifikat von Papst Gregor XIV. (regierte von 1590 bis 1591)

Der Kardinalpriester Nikolaus Sfondrati bestieg am 5. Dezember des Jahres 1590 den heiligen Stuhl unter dem Namen Gregor XIV.

Über diesen Papst schrieb der protestantische Schriftsteller Ranke: „Gregor war ein Mann von jungfräulicher Unschuld, ein Muster der Heiligkeit.“ Jener Kardinal, der ihm nach geschehener Wahl seine Erhebung zum Papst anzeigte, fand ihn in seiner Zelle vor dem Kreuz auf den Knien liegend. Als ihm die gesamten Kardinäle die Huldigung darbrachten, rief er aus: „Um Gottes willen, Brüder, was habt ihr getan!“

Papst Gregor war zu Mailand am 11. September des Jahres 1535 geboren. Er wurde Bischof von Cremona und später Kardinalpriester bei St. Cäcilia in Rom. Die erste väterliche Sorgfalt widmete der neue Papst dem durch die protestantischen Umtriebe und vom Bürgerkrieg zerrissenen Frankreich, wo Heinrich IV. die Regierung übernommen hatte, obschon er als Protestant nach den Gesetzen des Landes gar nicht berechtigt war.

Der Papst schickte einen Gesandten nach Frankreich ab, der den Auftrag hatte, die Katholiken zum entschiedenen auftreten gegen den unrechtmäßigen König zu ermuntern. Dem König aber ließ er sagen, daß er als Protestant nie über Frankreich herrschen könne. (*)

Über allen Tadel erhaben war das Privatleben des Papstes Gregor. Zwei Tage in jeder Woche fastete er streng. Täglich las er die Bücher des heiligen Bernhard und betete sein Brevier kniend. Seine Speise, seine Kleider und seine Zimmereinrichtung waren so einfach, daß man zu sagen pflegte: „Der Papst besitzt nichts Irdisches.“ So bescheiden er für sich lebte, so väterlich sorgte er für seine Untertanen. Er versah bei einer Teuerung die Städte mit wohlfeilemGetreide und teilte unter die Armen reichlich Geld aus. Große Trauer herrschte darum, als Gregor am 15. Oktober des Jahres 1591 nach einer Regierung von nur zehn Monaten und zehn Tagen in einem Alter von 56 Jahren starb. –
aus: Chrysostomus Stangl, kath. Weltpriester, Die Statthalter Jesu Christi auf Erden, 1907, S. 644 – S. 645

(*) Er erklärte sich entschieden gegen Heinrich IV. von Frankreich und befahl den Klerikern, Beamten und Mitgliedern des dritten Standes, dessen Partei zu verlassen. Durch sein energisches Auftreten brachte er es dahin, daß gewissenhafte Anhänger sowohl der Kirche als auch des Königs Heinrich ernstlich zum Rücktritt in die Kirche ermahnten und erklärten, nur unter dieser Bedingung ihm ferner treu zu bleiben. –
aus: Andreas Hamerle C.Ss.R., Geschichte der Päpste, III. Band, 1907, S. 566

Bildquellen

  • Hattler Das Leiden Der Kirche: Bildrechte beim Autor
Category: Papsttum, Stangl
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