Morgengebet zum Herzen Jesu

Jesus steht mit ausgebreiteten Armen, auf der Brust das Herz mit Dornenkrone und einem Kreuz, links sind Geistliche und Fürsten, rechts eine Mutter mit zwei Kindern, ein Mann und ein Kranker mit Krücken, alle knien vor Jesus

Jesu mit Heiligenschein, das Gewand an der Brust geöffnet, zu sehen ist das Herz, mit einer Dornenkrone umrankt

Morgengebet zum Heiligsten Herzen Jesu

Gebet.
O Allerheiligste Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist, um der innigen Beziehungen zum Heiligsten Herzen Jesu willen bitte ich dich, mir alle jene Gnaden verleihen zu wollen, die mir notwendig und nützlich sind, das Heiligste Herz ganz besonders zu verehren, es nachzuahmen und glücklich zur Anschauung und zum Genuss seiner himmlischen Herrlichkeit zu gelangen. Amen.

Morgengebet zum Heiligsten Herzen Jesu.

Ich bete dich an, ich lobe und preise dich, heilige Dreifaltigkeit, allmächtiger Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist! Ich sage dir unaussprechlichen Dank, daß du mich diese Nacht so gnädig beschützt, und durch den wohltätigen Schlaf gestärkt hast. Jetzt gehe ich mit frischem Mut an meine Arbeit. Nichts soll mir zu schwer werden; denn ich weiß, daß du mit deiner Gnade bei mir bist. Ich verspreche dir aber auch zugleich, daß ich mich heute vor jeder Gelegenheit zur Sünde sorgfältig hüten und mit aller Standhaftigkeit mich bewaffnen will, um den Versuchungen auszuweichen. Ich will wachsam über mich selbst sein; will auf die geheimsten Regungen meines Herzens acht geben und beharrlich den sinnlichen Einflüsterungen widerstehen. Segne diesen Vorsatz, o dreieiniger Gott! Und sei auch heute wie immer mein mächtiger Beschützer, mein Heiland und mein Gnadenspender.

Ich bete dich an, o allerheiligstes Herz meines Jesus! Der erste Schlag und Atemzug des meinigen am frühen Morgen sei dir geweiht. Nimm hin, o Herr, gleich bei dem Beginn dieses Tages mein Herz mit allem, was ich bin, alle Kräfte meines Leibes und meiner Seele. Ich lobe und preise dich, und opfere die diese Anmutungen meiner Liebe als die Erstlinge dieses Tages, vereinigt mit jenen Anmutungen, in welchen dein Herz, mein Jesus, jeden Tag deines Lebens auf Erden erwachte. O könnte ich dich einst selig preisen im Tageslicht der Ewigkeit! – Denn was ist mir im Himmel und auf Erden, was verlange ich anderes, als dich, o Gott meines Herzens und mein Anteil in Ewigkeit! – So will ich denn mit deiner Gnade diesen Tag zu deiner größeren Ehre recht heilig durchleben. Und wie sollte ich denn nicht von Eifer entzündet werden, wenn ich dich anblicke, liebeflammendes Herz! Was könnte für mich beschwerlich sein, wenn ich dich anschaue, süßes, zartes Herz, für mich mit Dornen umwunden, und mir dann denke: „Dir zu Liebe!“ Und wie könnte ich je Böses tun, wenn ich dich betrachte, durchstochen für mich – und wie mich betrüben, wenn ich deiner Liebe und Freuden gedenke?! Nun denn, alle meine Arbeit, jedes Geschäft des Tages, alles was ich denke, rede und tue, alles sei die geheiligt, o allerheiligstes Herz! In eben der Meinung, in der du auf Erden alles gedacht, gewünscht und getan, will auch ich heute und alle Tage meines Lebens alles denken, wünschen und tun. So oft ich mein Auge öffne, seist du gelobt und gepriesen; so oft ich es schließe, sei abermals gepriesen; so oft ich atme, sei glühender Dank dir gesagt für jeden Atemzug dieses Lebens, für dein so kostbares Leiden und Sterben; so oft mein Herz schlägt, sei jeder Schlag gebenedeit, den dein Herz auf Erden geschlagen; so oft ich meine Hand oder irgend ein Glied meines Leibes bewege, übergebe ich mit deinem Herzen mich völlig dem göttlichen Willen; und so oft ich atme und seufze, so oft verabscheue und beweine ich alle die Unbilden, die ich dir je durch meine Sünden zugefügt habe. Ach, nur nie eine Sünde mehr! – Und wie könnte ich denn sündigen, wenn ich betrachte, wie dein Herz im Schmerz meiner Sünden den letzten Tropfen Blut verblutet, und wenn ich an mein letztes Ende gedenke, an deine letzten Dinge: an den Tod – an das Gericht – an das Grab – an den Himmel – an die Hölle – an die Ewigkeit! – Ach, meine Seele! wer weiß, ist dieser Tag nicht bereits der letzte, den ich lebe? –

Nein, Herr! Nein, keine Sünde mehr, besonders heute nicht! – so nehme ich es mir kräftigst vor, und besiegle diesen meinen Entschluss mit deinem Herzblut, mein Jesus! Und bezeichne in dieser Meinung mein Herz mit dem heiligen Kreuz und deinem Namen. Stehe nur du mir mit deiner Gnade bei, o Jesus! So darf ich hoffen, daß ich dir treu verbleibe heute und jeden Tag, und daß ich einst zur seligsten Wonne meines Herzens dich ewig besitzen und genießen werde, der du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Sei du auch mir gleich am Morgen dieses Tages in dem Herzen deines göttlichen Sohnes gegrüsset, heiliges Herz Mariä! O! Ich bitte dich, mache, daß ich heute mit jener Liebe und Treue ihm diene, mit welcher du auf Erden an seiner Seite gewandelt bist.

Das Memorare oder: Gedenke, o mildreiche Jungfrau!

Gedenke, o mildreiche Jungfrau Maria, daß es noch niemals gehört wurde, daß du jemanden verlassen hättest, der zu dir seine Zuflucht nahm, deine Hilfe anrief und um deine Fürbitte dich anflehte. Von diesem Vertrauen beseelt, eile ich zu dir, o Jungfrau der Jungfrauen, Mutter; zu dir komme ich und erscheine als ein armer Sünder seufzend vor dir, o Mutter des ewigen Wortes, verschmähe meine Worte nicht, sondern höre und erhöre mich huldreich. Amen.

(Jedesmal Ablass von 200 Tagen, monatlich ein vollkommener. Pius IX., 25. Juli 1846)

Zum heiligen Schutzengel.

Heiliger Engel, dessen Schutz meine Seele vorzüglich anvertraut ist, ich danke dir, daß du mich in dieser Nacht und mein ganzes Leben bisher so liebreich beschirmt hast. Sei auch heute und in allen zukünftigen Tagen mein Führer; rette mich aus allen Gefahren; komm mir zu Hilfe, wenn ich mit Versuchungen zu streiten habe, und stärke mich, wenn ich schwach werden will.

Zum heiligen Namenspatron.

Heilige(r) N., dessen (deren) Name mir in der heiligen Taufe beigelegt worden ist, bitt für mich, daß ich hier immer tugendhafter werde und nach deinem Beispiel Gott diene, damit ich einstens im Himmel mit dir und allen Heiligen ihn ewig loben und preisen könne. Amen.

Zu allen Heiligen Gottes.

O ihr Heiligen Gottes, die ihr das stürmische Meer dieser Sterblichkeit bereits durchschifft habt und in den Hafen der ewigen Ruhe eingelaufen seid: vergesset dort oben meiner nicht, der ich im Tal der Zähren schmachte. Seid meine Fürsprecher am Throne Gottes, und erfleht mir die Gnade zu einem frommen Lebenswandel. Amen.

Anschließend:

Der Engel des Herrn.

In der Osterzeit: Regina caeli

Quelle: Kirmeier, Herz-Jesu-Woche oder sieben Wohnungen im heiligsten Herzen Jesu, 1922, S. 2 – S. 12

Bildquellen

  • Das Heiligste Herz Jesu: Bildrechte beim Autor
  • Hattler Herz Hesu Hirte: Bildrechte beim Autor

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