Die heilige Mutter Maria Mazzarello

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

14.Mai

Heilige Mutter Maria Mazzarello, Mitgründerin der „Töchter von Maria-Hilf“

9. Mai 1837 – 14. Mai 1881

Heiliggesprochen am 24. Juni 1951

„Diese große Dienerin Gottes stellt sich uns dar mit allen Kennzeichen demütigster Einfalt, und zwar in einem Ausmaß, wie man es nicht leicht wieder findet… Der Herr aber hat diese Demut seiner Dienerin in besonderer Weise gesegnet…, denn Gott sieht in der Demut und in der demütigen Seele ein Licht, eine Gestalt und Form, der er nicht widerstehen kann, weil er nämlich in ihrer Schönheit die Grundzüge und die Gestalt seines viel geliebten, eingeborenen Sohnes wider findet.“ So erklärte Papst Pius XI., als am 3. Mai 1936 das Dekret über die heroischen Tugenden der Dienerin Gottes Maria Mazzerello verlesen wurde. Dabei wies er auch darauf hin, daß diese zu Beginn eines Maimonats das Licht der Welt erblickte und auch in der ersten Hälfte eines anderen Maimonats „Ihre Augen dem ewigen Licht öffnete.“ Damit kennzeichnete der Papst einen zweiten Grundzug dieses Lebens: „Sie war ein vorbildliches Kind Mariens; und es ist schon etwas Großes in einem Leben, wenn dieses sich unter dem Blick und der Leitung einer solchen Mutter entfaltet und entwickelt.“

Der Lebensweg der Maria Mazzarello

Maria Mazzarello war das älteste von sieben Kindern bescheidener Landarbeiter in dem Weiler Mornese in Piemont. Sie hatte etwas von dem willensstarken und geradenCharakter ihres Vaters, aber auch etwas von dem hilfsbereiten und guten Herzen ihrer Mutter. Noch ihr Bild verrät etwas von dem Aufrechten, geraden und Männlichen ihres Wesens, und ihre Gesichtszüge könnten geradezu hart erscheinen, wenn nicht aus ihren Augen eine große Güte und ein lebhafter Geist leuchteten. Schon die Entschiedenheit des Kindes neigte dazu, in Eigensinn auszuarten, wie auch dessen Lebendigkeit sich leicht im Streit erhitzte. Maria hatte aber in dem Heimatpfarrer, Don Pestarino, der später Salesianer wurde, einen guten Seelenführer, der sie zur Demut, Geduld und Selbstbeherrschung anhielt. Er bekämpfte auch ihre ersten Regungen weiblicher Eitelkeit und warnte immer wieder vor den Gefahren der Eigenliebe und des empfindsamen Herzens. Eine Schule hat Maria Mazzarello nie besucht. Erst mit 35 Jahren, als sie schon Generaloberin war, lernte sie schreiben und in der italienischen Schriftsprache reden. Zum Rechnen zählte sie an den Fingern, wußte sich aber auch in den schwierigsten Fällen schnell und sicher zu helfen. Ungewöhnlich groß war ihre Andacht und Sammlung beim Gebet und in der Kirche, obwohl sie alles vermied, wodurch sie hätte auffallen können. Oft und gern betete sie vor einem Bild Mariens, der Hilfe der Christen, in einer nahen Votivkapelle. Der eucharistische Heiland zog sie mit seiner Gnade an, und zuweilen machte sie sich bereits um zwei Uhr früh auf den weiten Weg zur Kirche, selbst wenn sie durch Schnee und Eis gehen musste. Früh schon half sie der Mutter bei den häuslichen Arbeiten und betreute ihre jüngeren Geschwister. Kaum heran gewachsen, arbeitete sie auch auf dem Feld mit und bewies dabei, wie man von ihr sagte, „einen eisernen Arm“, so daß selbst die Männer Mühe hatten, es ihr gleich zu tun. Ihr Losung war immer: „Die Arbeit rasch und gut verrichten und keine Zeit verlieren!“ Sie scheute keine Mühe, und bald hieß es von ihr: „Keine Frau hat jemals soviel gearbeitet wie die Maria“, wie sie allgemein genannt wurde.

Maria bildet eine Vereinigung von „Töchtern Mariens“

Im Jahre 1852 bildete sich im Einverständnis mit Don Pestarino und auf Anregung von Angela Maccagno eine Vereinigung von „Töchtern Mariens, der Immakulata“, die, in der Welt lebend ohne zu dieser „Welt“ zu gehören, ein geistliches Leben führen wollten. Maria Mazzarello war die Jüngste, aber auch die Eifrigste von ihnen. Ihr Eifer verriet sich zum Beispiel darin, daß sie sich vor ihren Freundinnen anklagte, sie habe eine Viertelstunde lang nicht an Jesus gedacht, gar nicht zu reden von ihrer Findigkeit in der Askese, der Don Pestarino Zügel anlegen musste. Dabei zog ihre Heiterkeit und Freundlichkeit unwillkürlich die Kinder zu ihr hin, „wie ein Magnet das Eisen anzieht“, sagt ein Zeuge des Seligsprechungs-Prozesses. Die jungen Mädchen der Umgebung liefen „zur Maria“, und ihre Mütter waren beruhigt.

Im Jahre 1860 brach in Mornese der Typhus aus, und Maria machte sich zur Krankenpflegerin, besonders in einer verwandten Familie. Als die Kranken wieder hergestellt waren, wurde sie selbst von der Krankheit befallen. Sie überwand zwar die Lebensgefahr, aber ihre frühere Kraft kehrte nicht mehr wieder. Gottes Vorsehung wollte etwas anderes als eine tüchtige Bäuerin aus ihr machen. Wenn aber ihre Kraft nicht mehr zur Feldarbeit reichte und wenn, wie sie meinte, aus Mangel an Mitgift der Weg ins Kloster für sie verschlossen war, so blieb doch ihr Wille ungebrochen. Sie entschloss sich, die Schneiderei zu lernen, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen und um nebenbei sich auch der armen Kinder annehmen zu können. Sie beredete dazu auch ihre Freundin, die Petronilla und ebenfalls Mazzarello hieß, und beide zusammen mieteten zunächst einen kleinen Raum. Wer hätte denken können, daß aus diesem Plan sich allmählich das heute weltweite Institut der „Töchter von Maria-Hilf“ entwickeln sollte? Tatsächlich „schaute“ Maria Mazzarello in jenen Tagen auf einer Anhöhe von Mornese ein haus mit vielen Mädchen und mit Schwestern, die diese betreuten. Zehn Jahre später wurde dieses Haus Wirklichkeit, und Maria Mazzarello war dessen Leiterin und „Mutter“. Zunächst aner konnte sie sich nur einiger Waisenkinder annehmen, die man zu ihr schickte. „Sie lehrte uns nähen und lehrte uns beten“, sagte eine von diesen später. Die Heilige wollte ja nach ihren eigenen Worten, daß „jeder Nadelstich zu einem Akt der Liebe zu Gott“ werde. An den Sonntagen scharte sich die ganze weibliche Jugend um sie, und der Pfarrer stellte seinen Hof dafür zur Verfügung. Hatte nicht auch der heilige Don Bosco ähnlich mit den Buben angefangen?

Der heilige Don Bosco interessiert sich für ihre Arbeit

Im Jahre 1864 kam auf Einladung von Don Pestarino der Gründer der Salesianer Don Bosco nach Mornese. Es war ein entscheidender Tag im Leben Marias. Ein unbewußtes Gespür der Heiligkeit zog sie zu ihm hin und ließ sie ausrufen: „Don Bosco ist ein Heiliger; ich fühle es.“ Auch der Heilige selbst interessierte sich sehr für die Arbeit des ungebildeten, damals noch nicht 27jährigen Mädchens. Vielleicht ahnte er, daß durch dieses Wirklichkeit werden sollte, was ihm in seltsamen Träumen gezeigt worden war, daß nämlich auch für die weibliche Jugend das zu tun wäre, was er für die männliche schon begonnen hatte. Jedenfalls wurde mit Don Pestarino die Errichtung eines Kollegs mit Schulen für die Mädchen besprochen. Maria Mazzarello veranlaßte ihre Landsleute, das Baumaterial zusammen zu tragen. Sie selbst verließ auf den Rat des Pfarrers das Haus ihrer Eltern und bildete mit ihrer Freundin Petronilla und fünf weiteren Gefährtinnen eine Gemeinschaft. Es war ein hartes Leben, weil es zunächst an allem fehlte und der Hunger spürbar war, aber die magere Polenta war doch gewürzt durch Fröhlichkeit und Heiligkeit.

Maria Mazzarello wird Oberin

Im Jahre 1872 konnte das neu gebaute Kolleg bezogen werden, und am 25. August des gleichen Jahres fand die erste Einkleidung und zugleich Gelübde-Ablegung der „Töchter von Maria-Hilf“ statt. Auf Wunsch des Diözesan-Bischofs von Aqui hielt Don Bosco dabei eine Ansprache. Schon im Jahre zuvor hatte er ja mit Papst Pius IX. die Einfügung eines weiblichen Zweiges in die „Gesellschaft des heiligen Franz von Sales“ oder der „Salesianer“ besprochen, als er in Rom weilte, um zwischen dem Vatikan und der italienischen Regierung bezüglich der Ernennung von Bischöfen zu vermitteln. Zwei Schwestern einer benachbarten Kloster-Gemeinschaft führten die ersten „Töchter von Maria-Hilf“ in die Ordensgebräuche ein, aber vergebens wartete Maria Mazzarello darauf, daß auch eine andere Oberin käme, zumal sie erreicht hatte daß ihr nur der Titel einer Vikarin gegeben wurde. Don Bosco selbst pflegte in jenen Jahren zu sagen: „Die wahre Oberin ist die Gottesmutter.“ Im Jahre 1874 ernannte er aber doch die von allen Schwestern einstimmig gewählte Maria Mazzarello zur Generaloberin des Instituts. „Die Wahl hätte nicht besser sein können“, sagte Pius XI.; „denn es zeigte sich bald, daß dieses schlichte Bauernmädchen eines der größten Talente, nämlich das Regierungstalent hatte“.Don Cagliero, der nachmalige Kardinal und damals Direktor des Instituts, hatte schon über die Vikarin geschrieben: „Sie hat besondere Gaben von Gott. Ihre beschränkte Bildung wird reichlich ersetzt durch ihre Tugenden, ihre Klugheit, die Unterscheidungsgabe und das Regierungstalent, das gegründet ist auf Güte, Liebe und unerschütterliches Vertrauen auf den Herrn.“ Auch als „Generaloberin“ bevorzugte sie für sich selbst die unangenehmsten und „niedrigsten“ Arbeiten, wußte aber auch die „gebildeten“ Schwestern, die Gott in das Institut führte, mit Festigkeit und Takt zu erziehen und vor allem auf die Demut hinzuweisen; denn, so sagte sie, „es ist weit wichtiger, Gott durch Demut zu gefallen, als viel durch das Studium zu gewinnen“. Dabei bezeugt aber ihre Nachfolgerin im Amt, Schwester Caterina Daghero, die als ausgebildete Lehrerin eintrat: „Sie sprach zu uns mit solcher Beredsamkeit, Klarheit und Treffsicherheit, daß man von einer hoch gebildeten Person nichts Besseres hätte erwarten können; und wir waren überzeugt, daß sie von Gott erleuchtet war, während sie zu uns redete von der Gottesliebe, von der Verehrung Mariens, vom Glück, Töchter von Maria-Hilf zu sein.“ Deshalb wird auch von allen das Leben in jenen ersten Zeiten des Instituts beschrieben als „ein Leben des Gebetes, der Arbeit, des Opfers, der Abtötung und des Verlangens, immer besser zu werden“, aber auch als ein „Leben, das von einer heiligen Freude beseelt und durchdrungen war, weil man dem Beispiel der Mutter nacheiferte, die immer die Erste war in der lebendigen und tätigen Liebe zu Gott.“

Maria Mazzarello trifft Papst Pius IX.

In den ersten vier Jahren des bestehenden Instituts konnte Mutter Maria Mazzarello acht Häuser eröffnen. Im folgenden Jahr 1877 sollten auch einige Schwestern sich den Salesianern anschließen, die unter Führung von Don Cagliero die Mission von Patagonien in Südamerika begannen. Die ganze Gruppe sollte zuerst in Rom den Segen des Heiligen Vaters holen. Mutter Maria fürchtete aber, ihre eigene Anwesenheit würde nur dem Ansehen der ganzen Kongregation schaden, und Don Cagliero musste seine ganze Autorität einsetzen, damit sie ihre Schwestern nach Rom begleitete. Papst Pius IX. war denn auch bei der Audienz von der Demut erbaut, die aus dem ganzen Verhalten der Oberin sprach, die sich – nach dem Ausdruck des Kardinals Cagliero – ganz „in ihrem Nichts begraben“ fühlte. Dann begleitete sie ihre Schwestern noch bis zum Hafen von Genua und wollte sich selbst überzeugen, daß alle gut in den Kabinen des Schiffes untergebracht waren. Nachdem sie sich mit mütterlicher Umarmung von ihnen verabschiedet hatte, brachte eine Barke den heiligen Don Bosco und sie wieder ans Land zurück.

Dornen und Schmerzen auf dem weiteren Weg

Doch dieser ersten, schmerzlichen Trennung folgten noch manche andere. Im Jahre 1879 gingen weitere zehn Schwestern nach Südamerika. In den Jahren 1877 bis 1880 wurden auch drei Häuser in Frankreich und weitere neun in Italien eröffnet, davon zwei in Sizilien. Eine schmerzlich empfundene Loslösung war auch die Verlegung des Mutterhauses der Kongregation von Mornese nach Nizza Monferrato, wie es Don Bosco angeordnet hatte. Die Gründerin schrieb selbst einmal an ihre Schwestern in Patagonien, sie könne an das aufgegebene Haus von Mornese nicht denken, „ohne einen Dorn im Herzen zu fühlen“. Sie schrieb aber auch in derselben Angelegenheit: „Solange wir in dieser Welt sind, müssen wir Opfer bringen. Tun wir es gern und froh!“ Am Eingang des Hauses von Nizza ließ sie übrigens, auf Anregung des heiligen Bosco, die beiden Inschriften anbringen: „Die Abtötung ist das ABC der Vollkommenheit“ und: „Jede Minute Zeit ist ein kostbarerer Schatz.“

Das neue Mutterhaus brachte der Generaloberin noch manche Dornen, die so auffallend und schmerzlich waren, daß sie nur erklärlich sind durch das Wüten des Widersachers und Feindes von allem guten, der sich der kirchenfeindlichen Elemente des damaligen Italien bediente. Immerhin erfuhren durch jenen Sturm in den Zeitungen auch viele gute Menschen, daß es nunmehr im Institut Don Boscos auch Schwestern gab, und daß deren Mutterhaus sich in Nizza Monferrato befand. Tatsächlich zählte das Institut im siebten und letzten Jahr der Generaloberin bereits 230 Schwestern in 28 Häusern; heute sind es mehr als 10000 Schwestern.

Ihr Lebensende und Sterben als Heilige

Daß aber die Oberin Maria Mazarello eine Heilige war, die den Geist Christi hatte, das zeigte sich noch besonders deutlich an ihrem Lebensende und in ihrem Sterben. Sie fühlte sich wirklich als die Letzte von allen und meinte, „Gott danken zu müssen, daß man sie nicht weg schicke“. Als im Jahre 1880 ihre Amtszeit ablief, tat sie alles, um nicht wieder gewählt zu werden; denn, so sagte sie, „Jetzt, wo gebildete Kandidatinnen eintreten, ist es schwerer, die wahre Tugend festzustellen; bei den Mädchen vom Lande sieht man bald, was sie sind“. Dennoch wurde sie einstimmig von allen wieder gewählt, und auch Don Bosco ging nicht auf ihre Gegengründe ein. Als sie auf ihre Schwerhörigkeit hinwies, entgegnete er nur: „Um so besser; so hören Sie keine unnützen Worte.“ Gleichwohl geht aus manchen Andeutungen hervor, daß der Heilige um das nahe Ende seiner heiligen Mitarbeiterin wußte. Diese hatte sich mehrfach als Opfer angeboten, um eine günstige Lösung in schweren Heimsuchungen zu erflehen. Don Bosco aber erklärte geheimnisvoll: „Das Schlachtopfer war dem Herrn wohlgefällig, und die Opfergabe wurde angenommen.“ Äußerlich änderte sich nichts an der Lebenshaltung der Generaloberin. Sie besorgte die materiellen Arbeiten wie Nähen, Waschen, Kehren, gleich den übrigen Schwestern; ja, so heißt es in einem verbürgten Zeugnis, „sie suchte beim Waschen immer den gröbsten, schmutzigsten, ermüdendsten Anteil zu haben; und so blieb es bis zu ihrer Todeskrankheit“. Sie ließ sich die Briefe, die sie schrieb, verbessern, und zwar nicht unter vier Augen, sondern im Arbeitsraum vor allen anderen. Dabei hatte sie aber, wie ein hoch gestellter Priester bezeugte, „ein kluges Urteil, wie nur wenige, besonders in der geistlichen Leitung. Sie sagte nicht viele Worte, und auch diese nicht immer gemäß der Grammatik, aber sie offenbarte dabei eine ganz seltene Weisheit, Klugheit und Beobachtungsgabe“. Ein besonders schöner und kennzeichnender Zug an ihr war die selbstlose Treue, mit der sie nicht ihre eigenen Gedanken und Meinungen, sondern ganz den geist des Don Bosco im Institut verwirklicht sehen wollte. „So will es Don Bosco“, das war für sie unumstößliche Entscheidung. Darum verhandelte der Heilige mit ihr frei und ungezwungen, weil er sicher war, daß er nicht mißverstanden oder mißdeutet würde.

Auf einem Besuch der Häuser befiel die Heilige eine Rippenfell-Entzündung; um die Schwestern nicht zu beunruhigen, zeigte sie sich weiterhin lächelnd und freundlich und hatte für alle einen Rat oder eine Ermahnung; nur an sich selbst schien sie nicht zu denken. Nach Nizza zurück gekehrt, musste sie doch das Bett hüten; aber die ständige Gebetsvereinigung mit Gott gab ihr Leidenskraft und Leidensfreudigkeit. Während sie auf das Kreuz hinschaute, entschlüpften ihr einmal die Worte: „O mein Jesus! Hätte ich dich gekannt, wie ich dich jetzt kenne, so hätte ich dich gewiß nicht beleidigt. Laß mich leiden, denn ich will ich lieben!“ Sie litt noch mehrere Wochen, bis zum Samstag, den 14. Mai 1881. Kurz vor dem Sterben sang sie noch mit letzter Kraft eine Strophe eines Marienliedes. Dann erhob sie die Hände wie zum Abschied: „Auf Wiedersehen im Himmel!“ Sie blickte nochmals auf das Kreuz und flüsterte: die heiligen Namen Jesus, Maria, Joseph! Dann rührte sie sich nicht mehr. Der Puls hatte aufgehört zu schlagen. Fünf Tage zuvor hatte sie ihr 44. Lebensjahr vollendet.

Ihr Leben ist eine volle Verwirklichung der Mahnung, die sie selbst immer wieder ihren Schwestern gab: „Bewahrt euch in Freudigkeit und hat nicht so viel Furcht, ob ihr auch eure Fehler ablegen könnt! Alles auf einmal geht nicht, wohl aber eins nach dem anderen. Wenn ihr aufrichtigen Willen habt, die Fehler zu bekämpfen, und wenn ihr euch nicht damit zufrieden gebt, sooft sie euch der Herr erkennen läßt, so werdet ihr sie schließlich alle überwinden. Darum Mut, großes Gottvertrauen und einen rechten Geist der Geringschätzung euer selbst, und ihr werdet sehen, daß alles recht werden wird!“ –
aus: Ferdinand Baumann SJ, Pius XII. erhob sie auf die Altäre, S. 114 – S. 119

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