Das Liebfrauenbild zu Archidona

Eine Prozession christgläubiger Katholiken zu einem Gnadenort der Muttergottes Maria: angeführt von einem Jungen, der das Kruzifix hält, gefolgt vom Priester mit den Messdienern und dem gläubigen Volk

Gnadenorte der himmlischen Himmelskönigin

Unsere Liebe Frau von der Gnade zu Archidona in Spanien

Einige Stunden von der Stadt Antiquera in der Provinz Granada in Spanien liegt die Stadt Archidona mit einem Bergschloss. In der Kirche des Schlosses wir ein Liebfrauenbild hoch verehrt, dessen Aussehen schon ein hohes Alter verrät. Es ist auf grobes Tuch gemalt, zwei Schuh hoch und ganz frisch an Farben. Die Muttergottes sitzt auf einer Bank, das Kindlein Jesus im Arm, das in der einen Hand ein Vöglein, in der andern eine Birne hält. Das Antlitz der Lieben Frau und des Kindes ist braun und dunkel, aber so anmutig, daß ihr Anblick zu Tränen rührt. Als man im Jahr 1461 die ungläubigen Mauren aus der Stadt Archidona verjagt hatte, wurde dieselbe mit christlichen Soldaten besetzt. Einige von den Soldaten spielten eines Tages miteinander, um sich die Zeit zu vertreiben. Siehe, da erscheint plötzlich vor dem Stadttor ein Reiter mit glänzendem Harnisch und langem Rock, auf der linken Seite hat er statt des Degens ein rotes Kreuz, wie es die Ordensritter des heiligen Jakob zu tragen pflegten, in der rechten Hand führte er eine Lanze; statt des Schildes aber trug er oben beschriebenes Bild der Lieben Frau. –

Wer geht eilends vor der Wache vorüber und gerade der Kirche zu, ruft den Priester, übergibt ihm den Schild und befiehlt ihm, denselben auf den Altar zu stellen und das darauf befindliche Bild U.L. Frau von der Gnade zu nennen. Hierauf eilt er wieder fort und verschwindet. Man glaubte, es sei der heilige Apostel Jakob selbst und der Maler des Bildes der heilige Lukas gewesen. Am Mariä Himmelfahrtstag wird das Bild der unzähligen Menge von Pilgern gezeigt, welche herbei strömen. Unbeschreiblich sind die Gnaden-Erweisungen, welche an diesem Gnadenort die Pilger auf der Lieben Frau Fürbitte erlangen. –

Die Pest raffte innerhalb von dreier Monate eine ungemeine Menge Menschen in der Stadt Antiquera und der umliegenden Gegend hinweg, die Stadt Archidona aber blieb verschont. Im Jahr 1655 lebte ein 70jähriger Mann, namens Petrus von der Gnade, in Archidona, der in seiner Jugend, da er erst 15 Jahre zählte, starb. Seine Mutter wollte ihn nicht begraben lassen, bis der Vater, der verreist war, nach Hause zurück gekehrt sei. Als endlich der Vater kommt, will auch dieser den Sohn nicht begraben lassen, sondern eilt in die Gnadenkirche und fleht zur Mutter der Gnade um das Leben seines Sohnes, und siehe! Der Sohn wird wieder lebendig, nimmt nun den Namen Petrus von der Gnade an, und erreicht das oben besagte Alter.

Der Bruder Johannes de Astudillo aus dem Orden des heiligen Franz von Paula brach das Schienbein. Die Ärzte nehmen zwölf gebrochene Stücke heraus. Man glaubt, daß der unglückliche Bruder nicht mehr gehen könne. Doch er nimmt seine Zuflucht zur Mutter der Gnade, läßt die zerbrochenen und heraus genommenen Gebeine in der Kirche aufhängen und wird so geheilt, daß er seines Weges ohne Beschwerde gehen kann. (Atlas Marianus.) –
aus: Georg Ott, Marianum Legende von den lieben Heiligen, Erster Teil, 1869, Sp. 1337 – Sp. 1338

Video: Prozession von Bajada. Archidona

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Abstieg in Prozession der Virgen de Gracia, Schutzpatronin von Archidona 2015, durch die Straßen ihrer Stadt nach Santa Ana.

Video: Ermita Virgen de Gracia en Archidona

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Die schöne Kapelle der Virgen de Gracia in Archidona beherbergt das Bildnis der Schutzpatronin der Gemeinde der Region Antequera.

Bildquellen

  • ott-marianum-prozession: Bildrechte beim Autor
Category: Gnadenorte, Ott
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