Blumen der Liebe für Jesus Christus

Zwei Engel knien vor dem strahlenden Kreuz, das mit Girlanden geschmückt ist; wie in der Anbetung Christi im Altarsakrament und Eucharistie

Eucharistische Liebesblumen mit Marianischen Rosen

Eine Monstranz mit dem Zeichen IHS, von Engeln umgeben, ein rosa Schriftband windet sich an einem bunten Rosenstrauß, den Liebesblumen, links davon steht Maria als Himmelskönigin mit dem Jesuskind auf dem Arm, davor zwei Mädchen auf den Knien

Eucharistische Blumen der Liebe für Jesus Christus

Suche, mein Christ, alles, was du tust, im Wort oder Werk, aus Liebe zu Jesus zu tun, um dadurch Seine Liebe zu gewinnen. In dieser Absicht strebe dahin, alles Beschwerliche, alles Widerwärtige, alles Unangenehme willig und ohne Klage in Geduld zu ertragen.

Wo du irgend Jemandem einen christlichen Liebesdienst erweisen, einem Dürftigen eine Gabe spenden, einem betrübten Trost verschaffen kannst, da tue es aus Liebe zu Jesus.

Schon heute, wo du die Stimme der göttlichen Liebe vernimmst, verschließe nicht dein Herz, sondern erweitere es zu größerer Liebe und suche durch wahrhaft christliche Liebe gegen deine Mitmenschen dich der göttlichen Liebe deines Heilandes würdig zu machen.

Jedem Liebes und Keinem Leides zu tun, sei heute besonders das eucharistische Liebessträußchen, welches du deinem Heiland darbringst.

„Daran wird die Welt erkennen“, spricht der Heiland, „daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr euch so untereinander liebet, wie ich euch geliebt habe.“ (Joh. 13, 34 u. 35)

Ein Blume aus dem Leben

In den ersten christlichen Jahrhunderten, wo die Verfolgungen gegen die Bekenner Jesu des Gekreuzigten so häufig und so schrecklich waren, wurde den Christen sehr oft das heiligste Sakrament mit nach Hause gegeben, auf daß sie es in Lebensgefahren bei sich hätten und sich damit zu stärken vermöchten. Zu diesem Behufe bewahrten sie es in kleinen Büchsen auf, die man Pyxis nannte, und woher noch jetzt der kleine Kristallbehälter in der Monstranz, welcher das heiligste Sakrament in sich schließt, den gleichen Namen trägt.

In einer solchen Büchse von Gold war es nun auch, daß eine junge, reiche und vornehme Dame in Antiochien, mit Namen Mirjan, ihren Seelenschatz, die heilige Eucharistie, aufbewahrte und täglich vor derselben nieder kniend ihre Andacht verrichtete, da sie wegen allzu großer Entfernung nur selten den kirchlichen Versammlungen beizuwohnen vermochte.

Eines Morgens, als sie wieder dieser Andacht obliegen wollte, findet sie zu ihrem größten Schrecken ihren Pretiosenschrein geöffnet und das teure Kleinod entwendet. Vergebens wird Alles durchsucht. Im Übermaße des Schmerzes über diesen Gottesraub wirft die Jungfrau sich auf die Knie nieder und fleht aus dem ganzen Drang ihrer Seele zu ihrem Erlöser um Hilfe. Noch war sie vom Gebet nicht aufgestanden, als ein Bote anklopfte und ihr folgendes Schreiben überreichte:

Schwester!
Ich tue dir hiermit zu wissen, daß das Kleinod, welches du jetzt wohl schmerzlich vermissen magst, sich in meinen Händen befindet und bei mir eingelöst werden kann.
Dein Bruder Orontius

Dieser ihr Bruder gehörte dem Heidentum an, hatte sein ganzes elterliches Erbe verschwendet und lebte nun einzig von den Unterstützungen seiner Schwester, welche sie ihm reichlich zufließen ließ.

Unverweilt eilte die fromme Jungfrau zu ihm und fand ihn in Gesellschaft eines bösen Verwandten, eines Genossen seines früheren ausschweifenden Lebens. Er gestand, daß er selbst, einen Augenblick ihrer Abwesenheit benutzend, den Raub begangen habe und bereit sei, die ihr teure Beute gegen Belohnung zurück zu erstatten.
„Gib mir mein Teuerstes wieder“, sagte die Jungfrau, „und fordere dagegen, was du willst.“
„Gut“, erwiderte der verruchte Verwandte, „wir halten dich beim Worte.“
Eine Schrift wurde aufgesetzt und der Jungfrau zum Unterzeichnen vorgelegt. Sie las und unterschrieb ohne allen Anstand.
Das teure Kleinod wurde ihr zurück gestellt; aber welches Opfer hatte sie um dessentwillen zu bringen? – Hört:

Sie musste erstens auf der Stelle ihr ganzes Vermögen an ihren Bruder abtreten und zweitens ohne Verzug sich als Sklavin nach Rom verkaufen lassen.

Das Eine wie das Andere hatte sie durch ihre Unterschrift bewilligt.

Im Jubel der Freude küßte sie ihren Seelenschatz und sprach mit der Braut im Hohen Liede. „Ich habe wieder gefunden, den meine Seele liebt!“ Und als sie die Reise nach Rom antreten musste, um dort als Sklavin zu dienen, rief sie, ihr teures Kleinod im Busen verbergend, mit dem Apostel aus: „Ich erachte Alles für Nichts im Vergleich mit der hohen Erkenntnis Jesu Christi, meines Herrn, um dessentwillen ich Alles hingebe und Alles für Gassenkot und Auskehricht halte, um Christum, meine Liebe, zu gewinnen.“ (Phil. 3,8)

Und nun, mein lieber Christ, vernimm ein ernstes Wort: So lange du noch irgend etwas in der Welt mehr liebst, als Jesum im allerheiligsten Sakrament, so lange bist du noch weit entfernt, ein wahrer Jünger Jesu Christi zu sein. Denn, „wer immer irgend etwas mehr liebt als mich“, spricht der Göttliche, „der ist meiner nicht wert.“

Falle nieder und bete mit Andacht ein Vater unser und Ave Maria, um die Gnade einer solch heldenmütigen Liebe zu erlangen.

aus: Joseph Kremer, Eucharistische Liebesblumen mit Marianischen Rosen, 1900, S. 58 – S. 60

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