Von der Opferung bis zur Präfation

Der Priester steht in der heiligen Messe vor dem Hochaltar, hält die nach der Wandlung geweihte Hostie hoch, die Ministranten und das gläubige Volk knien mit gesenktem Haupt

P. Joseph Deharbes größere Katechismuserklärung

§ 2. Das heilige Messopfer

Die Zeremonie von der Opferung bis zur Präfation

1. Der Priester nimmt Brot und Wein und opfert diese Gaben in der oben beschriebenen Weise dem Allerhöchsten auf. Dann betet er in seinem Namen und im Namen aller Anwesenden, Gott möge die Opfergaben zugleich mit dem Opfer ihrer selbst gnädig aufnehmen. Darauf ruft er mit erhobenen Händen den heiligen Geist auf die dargebrachten Gaben herab, damit derselbe sie mit göttlicher Kraft segne und heilige, d. h. in den Leib und das Blut Christi verwandle. Als Sinnbild dieses Segens, der erst später vollzogen werden soll, macht der Priester jetzt schon das Kreuzzeichen über die Opfergaben.

2. Die Zubereitung der Opfergaben wird mit der Händewaschung beschlossen. Dieser Gebrauch wurde ursprünglich eingeführt, weil der Priester die vielen von den Gläubigen herbei gebrachten Opfergaben berührt hatte und deshalb eine Waschung der Hände als schicklich erschien. Nachher musste er ja mit diesen Händen das heiligste Sakrament berühren, das in jeder Beziehung die höchste Reinheit erfordert. Jetzt ist die Händewaschung eine Mahnung, das herz durch Akte der Demut auch von den geringsten Fehlern zu reinigen, um möglichst würdig dem hl. Opfer beizuwohnen. In diesem Sinne erklärte der hl. Cyrill von jerusalem (Katech. 23) diese Zeremonie, und der Inhalt der Verse 6-12 des Psalms 25, die der Priester dabei betet, läßt uns über ihre Bedeutung nicht in Zweifel. –

In die Mitte des Altars zurück gekehrt, wendet sich der Priester demütig an die heiligste Dreifaltigkeit und fleht von neuem, sie wolle das Opfer gnädig annehmen und reiche Frucht damit verbinden. Zu dem Ende weist er darauf hin, daß dasselbe dargebracht werde „zur Erinnerung an das Leiden, die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi, zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen“.

Alsdann fordert er mit den Worten „Orate, fratres“ (Betet, Brüder) alle Anwesenden auf, um dieselbe Gnade zu bitten. Diese ist auch der Gegenstand der nun folgenden Stillgebete. – aus: P. Joseph Deharbes größere Katechismuserklärung, Ein Hilfsbuch für die Christenlehre und katechetische Predigt, 3. Band Lehre von den Gnadenmitteln, 1912, S. 187

Category: Linden, Messopfer
Tags:

Verwandte Beiträge

Von der Präfation bis zum Paternoster
Heiliger Johannes Nepomuk Märtyrer
Menü