Heiliger Felix von Valois Ordensstifter

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

20. November

Der heilige Felix von Valois Ordensstifter

Der heilige Felix kam in Frankreich im Jahre 1127 zur Welt. Er stammte von der königlichen Linie der Valois ab, daher sein Beiname. Schon in den ersten Jahren bewunderte man an ihm die große Liebe gegen die armen. Man trug ihn noch als ein Kind auf den Armen, und damals schon konnte man ihm keine größere Freude machen, als wenn man im Geld gab, welches er unter die Armen austeilen konnte. Als er heranwuchs, schickte er öfters die Speisen von seiner Tafel und zwar die besten den Armen. Mehr als einmal geschah es, daß er einem ihm begegnenden Bettler sein eigenes Kleid schenkte, wenn er kein anderes Almosen bei sich hatte. Als er seine Jugend mit der Erlernung der Wissenschaften und Übung vieler Tugenden zugebracht hatte, suchte er in der Einsamkeit Gott zu dienen, ließ sich aber zuvor zum Priester weihen, um sich selbst alle Hoffnung zu benehmen, zur königlichen Krone zu gelangen, die ihm zufallen könnte. Nach der ersten heiligen Messe begab er sich in eine Einöde und führte ein sehr strenges Leben, welches ihm durch himmlische Tröstungen sehr versüßt wurde. Sein Entschluss war, unbekannt in seiner Einsamkeit zu verharren.

Gott aber, der ihn zu höheren Dingen erwählt hatte, schickte ihm einen vornehmen jungen Doktor von Paris, mit Namen Johannes von Matha, welcher sich auch schon zum Priester hatte weihen lassen. Dieser verlangte unter Anleitung des heiligen Felix den Weg der Vollkommenheit zu wandeln. Felix empfing ihn mit Freuden. Drei Jahre hatte er bereits mit ihm in größter Einigkeit zugebracht; da geschah es, daß sie einst beide, nahebei einem Brunnen sitzend, in ein geistliches Gespräch sich vertieften. Auf einmal trat aus dem Walde ein Hirsch hervor, der zwischen seinem Geweih ein Kreuz von roter und blauer Farbe trug. Der heilige Felix verwunderte sich darüber sehr und wußte nicht, was er sagen sollte. Johannes aber nahm daraus Veranlassung, ihm zu erzählen, was er während der ersten heiligen Messe für eine Offenbarung gehabt hätte, und sah diese Erscheinung des Hirsches als eine göttliche Erneuerung derselben an. Beide Heilige begaben sich ins Gebet und riefen zu Gott um Erleuchtung. Gott flößte beiden ein heftiges Verlangen ein, sich mit allem Ernst um die Erlösung jener Gefangenen anzunehmen, die unter dem grausamen Joch der Sarazenen und anderer Barbaren seufzten, wo sie der äußersten Gefahr des ewigen Unterganges durch Verleugnung des Glaubens ausgesetzt waren. Beide wurden dreimal im Schlafe ermahnt, einen besonderen Orden zu diesem Ende zu stiften und die hierzu notwendige Bestätigung vom Papst zu begehren. Der damalige Papst Innozenz III. zeigte zwar ein Wohlgefallen an einem so hl. Vorhaben, wollte aber doch zuvor die Sache mit Gott und gelehrten Männern überlegen. Während der hl. Messe hatte er aber die nämliche Erscheinung, welche der hl. Johannes von Matha während seiner ersten heiligen Messe gehabt. Hierdurch ward dem Papst aller Zweifel benommen; er bestätigte das Vorhaben des heiligen Felix und des heiligen Johannes und legte ihnen selbst das neue Ordenskleid an (1209). Er gab dem Orden den Namen von der allerheiligsten Dreifaltigkeit von der Erlösung der Gefangenen, dessen Mitglieder auch Trinitarier heißen.

Das erste Kloster wurde am gleichen Ort, wo der Hirsch mit dem Kreuz sich gezeigt hatte, und welcher nun Cerfroid genannt wurde, erbaut. Es lag im Bistum Meaux. Gott der Allerhöchste, der Urheber dieses Ordens, regte die Gemüter vieler wohltätigen Männer, denen der heilsame Zweck dieses Ordens bekannt geworden ist, an, alles Notwendige zur Erbauung des besagten Klosters beizutragen. Andere bewog er, in den Orden selbst einzutreten. Sobald das Kloster vollendet war, reiste der heilige Johannes wieder nach Rom und überließ dem heiligen Felix die Verwaltung desselben. Dieser Heilige leitete seine Untergebenen zu aller Vollkommenheit mit Wort und Beispiel an. Mit besonderem Nachdruck stellte er ihnen die vielen und großen Gefahren jener Christen unter den Barbaren vor Augen, unter denen viele entweder aus Furcht vor härteren Drangsalen, oder aus Hoffnung der Freiheit sich von dem christlichen Glauben abwendig machen ließen und so ewig zugrunde gingen. Die gleiche Vorstellung machte er bei den Weltlichen in seinen Predigten. Auf diese Weise entzündete er in seinen Religiosen das Verlangen, die Gefangenen zu erlösen, die Weltlichen aber ermunterte er dadurch, die für die Erledigung der Gefangenen so nötigen Gaben reichlich zu spenden. Mit zeitlichen Hilfsmitteln versehen, wagten sich die Mitglieder dieses neuen Ordens an jene Orte hin, wo sie wußten, daß Christen gefangen waren. Sie erkauften solche von den Barbaren und befreiten sie mit großen Beschwerden und mit eigener Lebensgefahr.
Der heilige Felix, der stets eine große Freude fühlte, so oft seine Mitbrüder Gefangene aus der Sklaverei in ihre Heimat zurück brachten, erreichte ein hohes Alter. Einmal erschien ihm die Gottesmutter mit vielen Engeln, die, mit dem Ordenskreuz geschmückt, die Matutin (Mette) mitsangen. Von dieser Zeit an bereitete sich der Heilige auf den Tod vor und starb im Jahre 1212, den 4. November, 85 Jahre alt. Papst Alexander VII. bestätigte seine Verehrung als eines Heiligen 1666, und Papst Innozenz XI. bestimmte als seinen Verehrungstag den 20. November. –
aus: Wilhelm Auer, Kapuzinerordenspriester, Goldene Legende Leben der lieben Heiligen Gottes auf alle Tage des Jahres, 1902, S. 932 – S. 934

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