Das Jesuskind erscheint in der hl. Messe

Das unblutige Opfer der heiligen Messe vom Priester am Altar vollzogen und das gläubige Volk kniet und betet an

Das Jesuskind erscheint in der hl. Messe – Zwei Beispiele

Das Jesuskind erscheint in der hl. Messe: Der Priester hält die konsekrierte Hostie hoch
Erstes Beispiel: Erscheinung des Jesuskindes und des sterbenden Heilandes am Kreuz während der heiligen Messe

Pater Cäsarius, aus dem Kloster Haisterbach, schreibt (lib. 3. c. 12.): Bei uns war ein Geistlicher, Godschalk mit Namen, vom Schloss Wolmenstein. Als er vor sechs Jahren in der Christnacht auf einem Seitenaltar Messe las und aus Andacht viele Tränen vergoss, sah er nach der Wandlung anstatt der heiligen Hostie ein so schönes Kindlein in seinen Händen, dass auch die Engel in Anschauung einer solchen Schönheit sich erlustigten. Er nahm es in seine Arme, küsste es und empfand unbeschreibliche Freuden. Nach einer Zeit verschwand das Kindlein und der Pater vollendete die heilige Messe mit besonderer Andacht; bald darauf erkrankte er, und vor seinem Tode offenbarte er nun dem Prälaten die gehabte Erscheinung.

Dieser erzählte es einem Pfarrer, Adolph von Deifern genannt, welcher darüber seufzte und sprach: „Warum offenbart Gott solche Dinge den Heiligen, die im Glauben ohnehin vollkommen genug sind, vielmehr sollte er mir Armen und anderen Sündern meinesgleichen, die wir oft an der Wahrheit des hl. Sakramentes zweifeln, solche Erscheinungen gewähren.“

Es stand nicht lange an, dass dieser ziemlich leichtfertige Priester einmal die heilige Messe las. Als er vor dem Agnus Dei die heilige Hostie brechen wollte, da sah er plötzlich ein überaus schönes Kindlein in seinen Händen, welches ihn freundlich anlächelte. Anfangs erschrak er sehr, als er sich aber ein wenig erholt hatte, blickte er das Kindlein mit Freude an. Nach einiger Zeit wollte er wissen, was auf der anderen Seite der Hostie sei, und sieh, als er selbe umwendete, sah er Christum am Kreuz, wie er sein Haupt neigte und seinen Geist aufzugeben schien.

Dies ging dem Priester so zu Herzen, dass er beinahe krank wurde und vor Mitleid häufige und bittere Zähren zu weinen anfing. Er sah den sterbenden Heiland lange vor sich und wusste nicht, ob er mit der heiligen Messe fortfahren oder innehalten sollte. Das Volk sah ihn mit Erstaunen an, entsetzte sich über sein bitteres Weinen, verwunderte sich über sein langes Warten und wusste nicht, was dem Pfarrer widerfahren wäre; unterdessen verschwand die Gestalt des sterbenden Jesus, die hl. Hostie erhielt ihre vorige Gestalt wieder und der Pfarrer vollendete die heilige Messe mit vielen Zähren.

Das Volk wollte wissen, was ihm geschehen sei und warum er so lange Messe gelesen und so sehr geweint habe. Darum stieg er auf die Kanzel, erzählte dem Volk die gehabte Erscheinung des Christkindes und wollte ihm auch diese schmerzvolle Gestalt des sterbenden Heilandes beschreiben; allein sein Herz war so voll Seufzer, dass er kein vollständiges Wort hervorbringen konnte, deswegen er auch weinend von der Kanzel ging, einige Tage in Bereuung seiner Sünden und in Betrachtung des bitteren Leidens und Sterbens Christi zubrachte und vielen frommen Leuten die gehabte Erscheinung erzählte.

Diese blieb ihm all sein Lebtag so tief in sein Herz eingedrückt, dass er sein leichtfertiges Leben besserte, seine begangenen Sünden abbüßte und seinen Pfarrkindern hinfüro mit einem guten Beispiel vorleuchtete. –
aus: von Cochem, siehe unten, S. 144 – S. 146

Zweites Beispiel: Die Bekehrung eines Sarazenen durch die Erscheinung des Jesuskindes während der heiligen Messe

Amerumnes, ein Fürst der Sarazenen, schickte einstmals seines Bruders Sohn zu Stadt Amplona in Syrien, in welcher eine berühmte Kirche zu Ehren des heiligen Gregorius war. Als der Sarazene diese Kirche von ferne sah, sprach er zu seinen Dienern: „Führt unsere Kamele in die Kirche und legt ihr Futter auf den Altar.“ Als die Knechte dies tun wollten, sprachen die Priester zum Fürsten: „Hüte dich, Herr, das zu tun, denn dies Haus ist ein Tempel Gottes, den man nicht verunehren darf.“ Dennoch ließ dieser die Kamele in die Kirche treiben, sie fielen aber sogleich auf den Boden nieder und waren tot. Hierüber erschrak der Fürst und befahl seinen Knechten, die toten Kamele hinauszuschleppen.

Damals war ein großes Fest und viel Volk in der Kirche, die heilige Messe zu hören. Der Priester aber fing die heilige Messe nicht ohne Angst an, weil er fürchtete, der Sarazene möchte dem heiligen Sakrament eine Unehre antun. Dieser stellte sich neben den Altar, um zu sehen, was für einen Gottesdienst die Christen hätten. Da nun der Priester nach griechischem Brauch das konsekrierte Brot mit einem Opfermesser in vier Teile teilte, sah der Sarazene in den Händen des Priesters ein Knäblein, dessen geteiltes Fleisch auf die Patene gelegt, das Blut aber in den Kelch gegossen wurde.

Hierüber war der Sarazene so erzürnt, dass er den Priester am Altar erstechen wollte, wenn er sich nicht aus Begierde, mehr noch zu sehen, enthalten hätte.

Bei der heiligen Kommunion sah er abermals, dass der Priester einen Teil von dem Kindlein aß, und dessen Blut aus dem Kelch trank; er sah auch, dass dieser alle Leute, welche zur Kommunion kamen, mit dem Fleisch dieses Kindleins speiste, indem er dasselbe in ihren Mund legte. Deswegen ward dieser Heide so sehr erbittert, dass er zu sich sprach: „Sind die Christen nicht Tyrannen, welche bei ihrem Götzendienst ein Kind schlachten und gleichwie Bestien menschliches Fleisch genießen. Gewiss will ich die grausame Mordtat dieses unschuldigen Kindes mit eigener Hand rächen, und diese wilden Menschenfresser eines grausamen Todes hinrichten.“

Nach der heiligen Messe segnete der Priester Brot, teilte es unter das Volk aus und gab dem Sarazenen auch ein Stücklein.

Dieser aber schrie auf Arabisch: „Was ist das?“ Der Priester sagte: „Es ist ein geweihtes Brot.“ Der Heide schrie voll Zorn: „Hast du das Brot nicht geopfert, du schändlicher Hund, du unmenschlicher Mörder! Habe ich nicht mit eigenen Augen gesehen, wie du das schöne Kind geschlachtet, sein Blut in den Kelch gegossen und sein Fleisch in vier Teile zerschnitten und auf den Teller gelegt hast? Habe ich das nicht mit meinen Augen gesehen, du gottloser, du unreiner, du grimmiger Mörder? Habe ich nicht gesehen, wie du das Fleisch des Kindes gegessen und sein Blut getrunken und dies auch anderen zum Genuss dargereicht hast?“

Der Priester verwunderte sich hierüber und sprach: „Herr, ich ein Sünder und nicht würdig, solch große Geheimnisse zu sehen: weil du aber sie gesehen hast, so glaube ich fest, dass du groß seiest vor dem Herrn.“ Jener sagte: „Ist es nicht so, wie ich gesehen habe?“ Der Priester antwortete: „Allerdings ist es so, mein Herr! Ich aber sehe das große Geheimnis nicht, weil ich ein Sünder bin, sondern ich sehe allein Brot und Wein, welches wir konsekrieren und in den Leib und das Blut Christi verwandeln.“

Hierüber erschrak der Sarazene heftig, hieß seine Knechte und die Christen herausgehen, ergriff den Priester bei der Hand und sprach: „Nun sehe ich, dass die christliche Religion groß ist; darum bitte ich dich, mein Vater, du wollest mich in dieselbe aufnehmen und mich nach christlichem Gebrauch taufen.“

Der Priester aber sprach: „Verzeihe mir, mein Herr, das darf ich nicht tun; denn wenn deines Vaters Bruder dies erfahren würde, so würde er mich töten und diesen Tempel zerstören. Wenn du aber getauft zu werden verlangst, so gehe auf den Berg Sinai zum Bischof, erzähle ihm, was sich mit dir zugetragen, und er wird dich im christlichen Glauben unterrichten und taufen.“ Nach diesen Worten ging der Sarazene zu den Seinigen, sagte nichts von all diesem, sondern sobald dieselben sich zur Ruhe begeben hatten, ging er heimlich zu dem gemeldeten Priester, legte seine goldenen Kleider ab, zog ein rauhes Cilicium an und floh heimlich ohne Wissen irgendeines Menschen auf den Berg Sinai.

Allda erzählte er dem Bischof die Ursache seiner Bekehrung, ward getauft, Pachomius genannt und in den Ordensstand aufgenommen. Nachdem er drei Jahre ein strenges Bußleben geführt hatte, zog er mit Erlaubnis seiner Obern zu seinem Vater, in der Hoffnung, ihn zu bekehren, ward aber übel gehalten, mit vielen Tormenten gepeinigt und endlich mit Steinen zu Tode geworfen. Bollandus ad vitam S. Georgii Martyris. 23. Aprilis.

In dieser Erzählung wird uns die Wahrheit dargelegt, dass Christus in der heiligen Messe nicht bloß wahrhaft und wesentlich gegenwärtig ist, sondern dass er in derselben auch wirklich geschlachtet werde, zwar nicht leiblicher, sondern geistlicher Weise. Dass aber dieser Sarazene gesehen, als habe der Priester ein Kindlein in Stücke zerschnitten, ist darum geschehen, auf dass dieser Heide, welcher noch keine Erkenntnis des Glaubens hatte, erstens zur Verwunderung, darnach zur Erforschung und endlich zum Unterricht im christlichen Glauben sollte gebracht werden.

Gott hat auch gewollt, dass dieser Vorfall aufgeschrieben werde, auf dass wir in diesem hohen Geheimnis besser unterrichtet und in unserem Glauben mehr bekräftigt werden. Denn wiewohl Christus unter der heiligen Messe nicht leiblicher, noch schmerzhafter Weise geschlachtet wird, so zeigt er dennoch dem himmlischen Vater die schmerzvollen Gestalten, welche er in seiner Geißelung, Krönung und Kreuzigung gehabt, so lebhaft, als wenn er dies alles noch einmal wirklich und in der Tat für die Welt litte. –
aus: Martin von Cochem, Erklärung des heiligen Messopfers, 1875, S. 130 – S. 133

Siehe den gesamten Text des achten Kapitels, woraus die Erzählung stammt: In der heiligen Messe wird das Leiden Christi erneuert

Bildquellen

  • von-cochem-messe: © https://katholischglauben.info
  • hattler-heilige-messe-opfer: © https://katholischglauben.info

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