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Katholische Kirche – Mystici Corporis
Von der Hauptsünde der Unkeuschheit

P. Joseph Deharbes größere Katechismuserklärung
§ 2. Von den verschiedenen Gattungen der Sünde
1. Von den sieben Hauptsünden – Von der Hauptsünde der Unkeuschheit
Wann sündigt man durch Unkeuschheit?
Wenn man an schamlosen Dingen ein freiwilliges Wohlgefallen hat.
Von den Sünden der Unkeuschheit ist bei Erklärung des sechsten (Was verbietet das sechste Gebot Gottes?) und neunten Gebotes ausführlich behandelt worden; desgleichen wurde daselbst nachgewiesen, wie diese schändlichste aller Leidenschaften zur Übertretung sämtlicher Gebote Gottes und der Kirche, zur frechen Verletzung der heiligsten Pflichten führt. Und in Wahrheit braucht man nur auf die täglich vorfallenden Freveltaten aller Art zu achten, um zur Überzeugung zu gelangen, dass die Unlauterkeit die Quelle zahlloser Sünden ist.
Aus ihr entsteht Unlust am Gebet und an allem, was auf Übung der Tugend und den Dienst Gottes Bezug hat; aus ihr Vergnügungssucht, Vernachlässigung der Berufspflichten, Gefühllosigkeit und Grausamkeit, alle Arten von schamlosen Ausschweifungen und unnatürlichen Lastern, Sakrilegien, Verführung der Unschuld, trügerische Versprechungen und falsche Eidschwüre, Zerrüttung der Gesundheit und des häuslichen Glückes, Feindschaft, Zweikampf, Unglaube, Verzweiflung und Selbstmord. –
Quelle: P. Joseph Deharbes größere Katechismuserklärung, Bd. 2, 1912, S. 350
Weitere Beiträge von P. Deharbe unter:
Siehe auch den Beitrag:
Von der Unkeuschheit
Fr. Was ist die Unkeuschheit?
A. Unter der Unkeuschheit versteht man alles, was das heilige Gefühl der Scham beleidigt.
Erklärung 1.
Ich will euch hier, liebe Kinder, statt elles Weiteren an das erinnern, was ich euch bei der Erklärung des sechsten Gebotes gesagt habe. Wenn ihr daran denkt, werdet ihr das schändliche Laster der Unkeuschheit von ganzem Herzen hassen und fliehen. „Wer sich der Sünde der Unkeuschheit hingibt“, sagt der Weise, „verdient mit Füßen getreten zu werden, wie der Schmutz, den man auf der Straße antrifft“ (Sprichw. 6; Ekkl. 9). Kann der heilige geist in schärferen Worten seine Zorn über die Sünde der Unkeuschheit ausdrücken? –
Die Sünden, welche die Sünder der Unkeuschheit erzeugt, sind: Gottvergessenheit, Verblendung des Geistes, Härte des Herzens, Verzweiflung und Unbußfertigkeit. –
Ich brauche euch, liebe Kinder, das nicht zu wiederholen, was ich euch schon früher über denselben Gegenstand gesagt habe.
Fr. Wie heißt die dem Laster der Unkeuschheit entgegengesetzte Tugend?
A. Die Tugend der Keuschheit, die uns von allen unanständigen und entehrenden Vergnügungen fern hält, und uns die erlaubten Vergnügungen weise und mit Maß genießen lehrt.
Erklärung 2:
Wir haben uch die Herrlichkeit dieser Tugend euch früher schon ans Herz gelegt. Der heilige Cyprian unterscheidet drei Stufen derselben. Die erste Stufe ist die der Jungfräulichkeit, „die schönste Blume auf dem Feld der Kirche, ein Tempel Gottes, eine heilige Zufluchtsstätte, wo der heilige geist gerne wohnt.“
Die zweite Stufe ist das Leben der Witwen, die sich von jedem unerlaubten Vergnügen fern halten und nur daran denken, wie sie Gott gefallen wollen.
Die dritte Stufe ist die Liebe der Gatten, welche so leben, dass sie nichts tun, was nicht dem heiligen Gesetz Gottes angemessen wäre. –
Jeder, welche Standes und Alters er sei, soll sich dieser heiligen Tugend befleißigen. Wer das nicht tut, der wird nie zur Anschauung Gottes gelangen (Hebr. 12, 14). –
aus: Ambrosius Guillois, Historische, dogmatische, moralische und liturgische Erklärung des Katechismus, Bd. 2, 1849, S. 532 – S. 533
Empfehlenswert ist auch der Volkskatechismus von Spirago, neu aufgelegt und herausgegeben von dem Verlag ‚Lilien des Feldes‘ in Österreich.
Bildquellen
- hattler-die-suende-und-ihre-folgen: © https://katholischglauben.info
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