Was das Sakrament der Buße ist

Nach der Erforschung des Gewissens empfängt man das Sakrament der Buße: ein langer Gang in einer barocken Kirche, in der auf der linken Seite aus Holz erbaute schöne und einladende Beichtkabinen stehen, um die Sünden zu Beichten und die Lossprechung zu erhalten

Was das Sakrament der Buße ist und was es wirkt

1. Eines der größten Geschenke, die uns der Heiland gemacht hat, ist das Sakrament der Buße. Jesus hat uns dieses Sakrament gegeben, als er am Tage seiner Auferstehung unter den Aposteln weilte. Da hat er gesprochen: (151) „Empfanget den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden nachlasset, dem sind sie nachgelassen, und wem ihr sie behaltet, dem sind sie behalten.“ (Joh. 20, 22. 23) Das galt auch den Nachfolgern der Apostel, den Bischöfen und Priestern.

2. Der Priester kann also anstatt Gottes die Sünden nachlassen. Er darf sie aber nicht jedem nachlassen, manchem muss er die Sünden „behalten“. Nur jenem Sünder darf er die Sünden nachlassen, der sich wahrhaft zu Gott bekehrt hat, das heißt, der seine Sünden bereut und entschlossen ist, sich zu bessern und hierzu alle nötigen Mittel anzuwenden, auch den zugefügten Schaden gutzumachen. Ob sich der Sünder wahrhaft zu Gott bekehrt hat, kann der Priester nur dann beurteilen, wenn der Sünder dem Priester sein inneres offenbart, das heißt, wenn er ihm seine Sünden, wenigstens die schweren, bekennt, beichtet. Um die Sünden recht beichten zu können, muss der Sünder vorher sein Gewissen erforschen.

3. Hat der Sünder gebeichtet und hält ihn der Priester für würdig, so erteilt der Priester dem Sünder die Lossprechung. Wenn sich er Sünder wirklich zu Gott bekehrt hat, so spricht ihn durch den Mund des Priesters Gott selbst los.
Durch die Lossprechung läßt Gott dem Sünder alle Todsünden nach, auch die, die der Sünder ohne seine Schuld zu beichten vergessen hat; von den läßlichen Sünden läßt Gott so viele nach, als der Sünder bereut und beichtet. Auch die ewige Strafe, das heißt die Strafe der ewigen Verdammnis, läßt Gott bei der Lossprechung gänzlich nach. Die zeitlichen Strafen aber, das heißt jene Strafen, die nur eine Zeitlang dauern und entweder in diesem Leben oder im Fegefeuer abgebüßt werden müssen, läßt Gott wenigstens zum Teil nach. Durch die Lossprechung schenkt Gott dem Sünder ferner die heiligmachende Gnade wieder, oder er vermehrt sie ihm; er erteilt ihm auch beistehende Gnade zu einem gottgefälligen Leben.

4. Nach der Lossprechung hat der Sünder noch die Buße zu verrichten, die ihm der Priester auferlegt hat.
Die Nachlassung der Sünden durch den Priester und alles, was der Sünder dabei zu verrichten hat, nennt man das Sakrament der Buße.
Um unsere Sünden recht zu erkennen, zu bereuen, und zu beichten und uns ernstlich zu bessern, sollen wir uns schon vor der Erforschung des Gewissens die Hilfe des Heiligen Geistes erbitten. Wir können dies mit den Worten tun: (152) Heiliger Geist, ich bitte dich, hilf mir, daß ich meine Sünden recht erkenne, bereue und beichte und daß ich mich ernstlich bessere!
So oft wir das Sakrament der Buße recht empfangen, waschen wir unsere Seele im Blut Jesu Christi rein und sichern uns vor der ewigen Verdammnis. Dann schenkt uns Gott jenen beglückenden Frieden, den die Welt nicht geben kann.

Was läßt uns Gott in der Beichte nach und was erteilt er uns? (153) In der Beichte läßt uns Gott Sünden und Sündenstrafen nach; er erteilt uns die heiligmachende Gnade und seinen Beistand zu einem frommen Leben.

Was müssen wir vor der Beichte tun? (154) Vor der Beichte müssen wir das Gewissen erforschen und Reue und Vorsatz erwecken. –
aus: Johann Ev. Pichler, Der Weg zum Leben, Katholisches Religionsbuch, 1919, S. 284 – S. 286

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Category: Beichte, Pichler
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