Sophronius

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Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Sophronius

Sophronius, hl., Patriarch von Jerusalem, griechischer Kirchenschriftsteller, * um 560 zu Damaskus aus vornehmer Familie, † 11.3.638 zu Jerusalem; machte mit seinem älteren Freund Joh. Moschus weite und lange Reisen nach Palästina, Ägypten, Rom und Kleinasien, wurde wahrscheinlich in Ägypten um 580 Mönch, lebte längere Zeit mit Moschus am Jordan und in der Neuen Laura, nach dem Tod des Freundes 619 im Theodosiuskloster bei Jerusalem. Sophronius war seit 633 der Hauptbekämpfer des Monenergismus bzw. Monotheletismus, zuerst gegenüber dem Patriarchen Cyrus von Alexandrien, reiste dann nach Konstantinopel, um mit dem Patriarchen Sergius I., dem Urheber der Streitigkeiten, zu verhandeln. 634 selbst zum Patriarchen von Jerusalem erhoben, setzte er in einem Synodal- bzw. Inthronisations-Schreiben (Mansi 11, 461/510; vgl. Hefele III 159ff) die Lehre, daß jede der beiden Naturen in Christus ihre eigene Tätigkeit entfalte, lichtvoll auseinander. Sein Lebensende trübten der Sarazeneneinfall und die Eroberung Jerusalems durch Kalif Omar 638. Sophronius zeichnete sich durch Frömmigkeit und Gelehrsamkeit aus; die Identität des „Sophisten“ Sophronius mit dem Patriarchen Sophronius, früher öfters bezweifelt, gilt jetzt als gesichert. Sophronius ragt als Dogmatiker, Hagiograph, Homilet und Dichter hervor, doch ist sein literarischer Nachlaß, gesammelt v. A. Mai (Migne PG 87, 3, 3115/4014), noch nicht genügend gesichtet. Die Werke des Sophronius haben tiefen dogmatischen Gehalt, neigen aber zu rhetorischer Überladung. Fest 11. März.

Sophronius, griechischer Kirchenschriftsteller in Palästina, wahrscheinlich in Bethlehem, † nach 392. Verfaßte nach seinem Freund, dem heiligen Hieronymus (De vir. Ill. 134) ein Buch zum Preise Bethlehems und ein weiteres über die Zerstörung des Serapis-Tempels in Alexandrien 391, übersetzte mehrere Schriften des Hieronymus (Ep. 22 de virginitate, Vita Hilarionis, seine Psalmen- und Propheten-Übertragung nach dem Hebräischen) aus dem Lateininschen ins Griechische; davon ist nur die Vita Hilar. In überarbeiteter Form erhalten. Vielleicht ist auch die griechische Übersetzung der Vita Malchi des Hieronymus von ihm; dagegen stammt die von Erasmus veröffentlichte (Basel 1516) und dem Sophronius zugeschriebene griechische Wiedergabe von Hieronymi De vir. Ill. Erst aus dem 6./7. Jahrhundert. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. IX, 1937, Sp. 675

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