Gebet am Festtag Unbefleckte Empfängnis

Die Unbefleckte Empfängnis, die Gottesmutter Maria, steht mit gefalteten Händen und mit einem Fuß auf der Schlange, zwei Engel halten eine Art Mantel hinter ihr als königliches Zeichen; links sieht man Adam und Eva die Hände ausgebreitet zu ihr hingewandt; auf der rechten Seite ist der Teufel mit seiner Forke zu sehen, der sich furchtsam abwendet

Gebet am Festtag der Unbefleckten Empfängnis

O meine unbefleckte Königin Maria! Ich freue mich mit Dir, daß Gott Dich mit so großer Reinigkeit gesegnet hat. Ich danke unserm Schöpfer und nehme mir, vor, dies immer zu tun, daß er Dich von aller Sündenmakel befreit hat; ich bin fest von dieser Wahrheit überzeugt und ich bin bereit, ja, ich beteure es, wenn es notwendig, wäre, mein Blut vergießen zu wollen, um diesen großen und außerordentlichen Vorzug Deiner unbefleckten Empfängnis, womit Gott Dich begnadigt hat, zu verteidigen. Ich wünschte, daß die ganze Welt Dich kennen und preisen möchte als jenes schöne Morgenrot, welches immer mit dem göttlichen Lichte geziert war; als jene auserwählte Arche des Heiles, welche vor dem allgemeinen Schiffbruch der Sünde bewahrt blieb; als jene vollkommene und unbefleckte Taube, für welche Dein göttlicher Bräutigam Selbst Dich erklärt hat; als jenen verschlossenen Garten, welcher der Lieblingsaufenthalt seines Gottes ist; als jene versiegelte Quelle, zu welcher der böse Feind nie den Eingang fand, um sie zu trüben; ich wünschte, daß die ganze Welt Dich kennen möchte als jene weiße Lilie, welche zwischen den Dörnern, nämlich den Kindern Adams, wächst, welche Alle von der Sünde befleckt, in der Feindschaft Gottes geboren werden; indes Du allein ganz rein, ganz heilig, auf`s innigste von Deinem Schöpfer geliebt, geboren wurdest.

Laß mich also Dich loben, gleichwie Dein Gott Dich Selbst lobte: Du bist ganz schön und es ist keine Makel an Dir. O reinste Taube, die Du ganz heilig, ganz schön, die Du immer eine Freundin Deines Gottes gewesen bist: O wie schön bist Du, meine Freundin, wie schön bist Du! O meine süßeste, meine liebenswürdigste, meine unbefleckte Jungfrau Maria, o wie schön erscheinst Du Deinem Gotte Selbst! O blicke mit Deinen barmherzigen Augen auf die schrecklichen Wunden meiner armen Seele! Blicke mich an, habe Mitleid mit mir und heile mich, o Maria! O himmlischer Magnet der Herzen, ziehe auch mein elendes Herz zu Dir! O Maria, die Du vom ersten Augenblick Deines Lebens an ganz rein und schön vor den Augen Deines Gottes erschienen bist, erbarme Dich meiner, der ich nicht nur in der Sünde geboren, sondern sogar nach meiner Taufe meine Seele durch Sünden befleckt habe! Welche Gnade sollte Dir Gott wohl versagen, nachdem der Dich zu Seiner Tochter, zu Seiner Mutter und zu Seiner Braut erwählt, Dich deshalb vor aller Sündenmakel bewahrt und Dich allen Geschöpfen vorgezogen hat! O unbefleckte Jungfrau Maria! will ich Dir mit dem heiligen Philipp Neri zurufen, siehe, Du mußt machen, daß ich selig werde. Mache, daß ich immer an Dich denke und vergiß mich nicht! Die Zeit scheint mir so lang, als wären es noch tausend Jahre, bis ich Deine Schönheit im Himmel erblicken werde, wo ich Dich noch weit mehr loben und lieben werde, meine Mutter, meine Königin, meine geliebte, meine schönste, meine süßeste und unbefleckte Jungfrau Maria. –
aus: Alphons Maria von Liguori, Die Herrlichkeiten Mariens Teil 2, 1860, S. 74 – S. 75

Verwandte Beiträge

Heiliger Romarich Abt von Remiremont
Das Fest der Unbefleckten Empfängnis
Menü