Der heilige Pantaleon Märtyrer Nothelfer

Jesus Christus mit seinen Heiligen, die ihm Verehrung zollen und ihn anbeten

Heiligenkalender

27. Juli

Der heilige Pantaleon (Nothelfer), Märtyrer

Pantaleon, der als einer der vierzehn Nothelfer verehrt wird, stammte aus einer angesehenen Familie zu Nikomedia. Seine Mutter Eubula, eine edle Frau und eifrige Christin, welche mit heiliger Sorge das einzige Kind Gott anbeten, fürchten und lieben lehrte, starb allzu früh und so blieb dem Vater, der noch Heide war, die Erziehung des hoffnungsvollen Sohnes überlassen. Er sparte keine Kosten für dessen wissenschaftliche Ausbildung, verlangte aber auch fleißige Teilnahme an den Götzenopfern.

So wuchs Pantaleon heran zum liebenswürdigen Jüngling, den Schönheit des Körpers, Schärfe des Verstandes, Lebhaftigkeit des Geistes, Reinheit der Sitten auszeichneten. Denn der kostbare Same des Glaubens, den die Mutterliebe in seinem empfänglichen Herzen noch zum Keimen gebracht hatte, lebte, auch ohne äußere Pflege, durch seine eigene Triebkraft und die göttliche Gnade fort.

Nach dem Wunsch des Vaters studierte Pantaleon die Arzneikunst, überflügelte weit seine Studiengenossen und war bald der Liebling seines Lehrers, der ihn nach und nach in die Gunst des Kaisers Maximian einführte. Sein Weg zur Schule führte ihn täglich an einem ärmlichen Hause vorbei, in welchem ein christlicher Priester – Hermolaus – mit einigen Brüdern wegen der Verfolgung sich versteckt hielt. Dieser beobachtete oft den schönen Jüngling, seine noble Haltung, seinen sinnenden Ernst und den wohltuenden Ausdruck seines freundlichen Wesens, fühlte sich unwiderstehlich für ihn eingenommen und wagte eines Tages, ihn zu einem kurzen Besuch einzuladen. Pantaleon verstand sich gerne dazu und plauderte offenherzig mit dem ehrwürdigen Greis über seine Herkunft, Erlebnisse und – daß seine verstorbene Mutter eine Christin gewesen sei. „Ich“, erklärte Pantaleon, „ehre hoch das Andenken an die teure Mutter, bewahre noch manche ihrer Lehren treu im Herzen, muss aber der Religion meines Vaters und des Staates folgen und dies um so mehr, da ich sichere Aussicht habe, Leibarzt des Kaisers zu werden und dadurch zu hohen Ehren zu gelangen.“ Hermolaus knüpfte an diese Rede an und erzählte von einem Arzt, der an Weisheit und Macht alle Ärzte weit übertreffe, der durch sein bloßes Wort Blinde sehend, Lahme gehend, Taube hörend mache, Tote zum Leben erwecke und die Seelen zur höchsten Herrlichkeit im Himmel führe, der in allen Leiden und Trübsalen ein liebevoller Tröster sei, mächtiger als alle Götter, die nur zu Aberglauben und trostlosem Irrtum verführen.

Solche Reden fielen in dem Herzen des Jünglings auf gutes Erdreich, weckten in ihm süße Erinnerungen an die Lehren der seligen Mutter, und er interessierte sich mehr und mehr für den himmlischen Seelenarzt, aber noch hatte er manche Zweifel und Bedenken an Jesus zu glauben, bis er etwa dessen Macht selbst erfahren könnte.

Als er eines Tages in solche Gedanken vertieft, einen Feldweg einschlug, fand er ein Kind, das, von einer daneben liegenden Schlange gebissen, tot am Boden lag. Erschrocken wich er zurück; aber plötzlich stand er still und sprach zu sich: „Wenn das wahr ist, was Hermolaus von Christus mir gesagt, so wird es hier offenbar werden“; und zum Himmel aufblickend betete er: „O Gott der Christen, wenn Du wirklich der Herr über Tod und Leben bist, so töte diese Schlange und belebe dieses Kind!“ Und so geschah es. Voll Freude eilte er zu dem Priestergreis und erklärte sich bereit, an Christus zu glauben. Sieben Tage blieb er bei ihm ausharrend in Gebet und Fasten und ließ sich taufen.

Nun war es seine angelegentlichste Sorge, auch den Vater für Christus zu gewinnen, was ihm nach und nach, aber doch nur halb gelang. Da kam ein Augenkranker, der durch langwierige Versuche der Ärzte sein Vermögen und – sein Augenlicht verloren hatte, zu ihm und bat ihn um Hilfe. Pantaleon versprach ihm Heilung, so sehr auch der Vater abwehrte, weil ja die besten Ärzte nichts ausgerichtet hätten. Der Sohn aber ermunterte den Kranken zum Vertrauen auf den wahren Gott, rief den Namen Jesus an und berührte die Augen desselben. Sogleich war der Blinde sehend und erklärte sich bereit, diesen so mächtigen Jesus anzubeten; auch der Vater, der Zeuge dieses Wunders war, stimmte voll des Glaubens in das Lob des Allmächtigen ein; Beide empfingen die heilige Taufe.

Pantaleon wirkte fortan sehr segensreich im ärztlichen Beruf, nur darauf bedacht, mit den Körpern auch die Seelen zu heilen. Sein Ruf wurde weithin verbreitet, und der Zulauf zu ihm mit wunderbarem Erfolg gekrönt; aber auch der Neid der heidnischen Ärzte wurde sehr groß; sie beobachteten scharf alle seine Schritte und Tritte und verdächtigten ihn, als sie seine Vorliebe für die eingesperrten Christen bemerkten, beim Kaiser, daß er ein Christ sei. Dieser ärgerte sich nicht wenig, daß Pantaleon, den er so sehr schätzte, ein Christsein solle, stellte ihn zur Rede und verlangte, daß er den Göttern opfere und dadurch die Ankläger der Lüge überweise. Pantaleon antwortete: „Taten sprechen lauter als Worte, Wahrheit geht über Alles: je mächtiger ein Gott ist, desto mehr verdient er Verehrung. Ich schlage dir eine Probe vor: lasse einen Schwerkranken hierher bringen, rufe deine Ärzte und Priester, daß sie die Götter anrufen und ihn heilen; ich will zu meinem Gott beten; derjenige Gott, der den Kranken gesund macht, soll dann als der einzig wahre angebetet und die übrigen entfernt werden.“ –

Maximian nahm den Vorschlag an; ein Kranker, der als unheilbar von den Ärzten aufgegeben war, wurde herbei getragen; die Götzendiener beteten mit vielen Opfern zu ihren Göttern, aber umsonst; auch Pantaleon betete zu Jesus und befahl dem Kranken im Namen des Gekreuzigten, aufzustehen. Sogleich stand dieser auf – ganz gesund. Der Kaiser, untreu seinem Wort, wandte die ärgsten Peinen an, um den Pantaleon zu zwingen, daß er den Staatsgöttern opfere; aber der jugendliche Held harrte mit wunderbarer Standhaftigkeit aus in den gräßlichsten Peinen, bis der Kaiser ihn an einen Ölbaum binden und mit dem Schwert töten ließ am heutigen Tage 305. Seine Reliquien wurden nach Konstantinopel gebracht und dort in einer ihm geweihten Kirche hoch verehrt; später kamen sie nach St. Denis bei Paris; sein heiliges Haupt ist ein kostbarer Schatz der Stadt Lyon. –
aus: Otto Bitschnau OSB, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 560 – S. 561

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