Mein Gott Dich will ich verherrlichen

Ehre sei Gott in der Höhe und friede den Menschen auf Erden

Mein Gott bist du, Dich will ich verherrlichen

„Mein Gott bist du; Dich will ich verherrlichen.“ (Exod. 15, 2)

Wir haben das letzte Mal an unseren Beruf und unsere Verpflichtung gedacht, nach Heiligkeit des Lebens zu streben. Wir haben besonders erwogen, was diese Pflicht eigentlich von uns verlange, und haben erkannt, dass dies nicht außergewöhnliche Dinge seien, die wir zeitweise im Leben der Heiligen lesen, sondern dass das Wesen dieser Vollkommenheit, die wir als Kinder der Kirche anzustreben haben, nur darin bestehe, unser Herz mit aller Sorge von jeder Makel einer ganz freiwilligen Sünde zu bewahren und unsere Standespflichten aus Liebe zu Gott nach seinem heiligsten Willen so vollkommen als möglich zu erfüllen.

Es kommt nun darauf an, dass es wirklich unser Wille sei, so zu leben.

Als einst jemand Christus fragte, was er zu tun habe, um selig zu werden, da antwortete der Herr: „Wenn du selig werden willst, so halte die Gebote.“ Wohlgemerkt: wenn du willst, so kannst du es.

So antwortete auch Thomas von Aquin seiner Schwester auf die Frage: „Bruder, was soll ich tun, um selig zu werden?“ „Schwester, sage: Ich will.“ So will ich denn heute und in den folgenden Predigten dieser Fastenzeit mit euch besonders an jene Beweggründe denken, welche gehörig beherzigt, vorzüglich geeignet sind, in uns den Entschluss in dem genannten Sinne heilig zu leben, überaus zu stärken und zu kräftigen imstande sind. Ich sage nämlich: Ein Gott, Ein Christus, Eine Seele, Ein Leben, und darauf eine kommende Ewigkeit.

Wer das ernstlich bedenkt und immer vor Augen hat, was dieses einmal Eins sagt, und darnach lebt, der fühlt sich stark genug und strebt nach Heiligkeit des Lebens.

Nun denn erwägen wir für heute, was das sagen wolle: Gott ist, Er will es!

O Maria, Königin der Heiligen, die du dich die Magd des Herrn genannt, gib, dass wir mit deiner Erkenntnis an Gott denken und Ihm deshalb auch heiligmäßig dienen.

Ich rede im heiligsten Namen Jesu, zur größeren Ehre Gottes!

Die Eigenschaften Gottes

„Wer ist wie Gott?“ so rief Michael in dem Kampf mit Luzifer den Engeln zu, und alle, die den Sinn dieses Zurufes bedachten, reihten sich an die Seite des Erzengels Michael und kämpften sogleich gegen Luzifer und die gefallenen Geister, und wurden in der Gnade und Liebe Gottes für immer gefestigt.

Sie sind vor seinen Augen ein Abglanz seiner unendlichen Heiligkeit.

Bedenken wir, was für uns das sagen wolle: „Gott“, und auch wir werden uns in dem Entschluss unüberwindlich gekräftigt fühlen: „Ich diene Gott und heilige mein Leben durch die vollkommene Erfüllung seines göttlichen Willens.“

Um uns dessen in dieser Stunde selbst zu überzeugen, brauche ich mit euch nur an die Eigenschaften Gottes zu denken, wie der Katechismus dieselben bereits den Kindern vor Augen stellt, an die aber leider die wenigsten Menschen im Leben denken, wie sie sollen, und deshalb leben sie auch nicht heilig auf Erden, streben nicht vorwärts auf dem Weg der Vollkommenheiten, sondern leben in Unvollkommenheiten und Sünden dahin.

An und für sich freilich haben wir die Eigenschaften Gottes nicht so zu verstehen, als ob ein Unterschied derselben in Gott selbst bestünde, der da an sich die unendliche Vollkommenheit nach außen auf die erschaffenen Dinge, auf die ganze Welt und besonders auf die vernünftigen Geschöpfe bezieht.

In diesem Sinn rufe ich euch zu: Wer ist wie Gott? Gott ist ewig, unermesslich, allgegenwärtig. Er ist der reinste Geist, allwissend, allmächtig, allweise, höchst heilig, unendlich gütig, wahrhaft, getreu, barmherzig, gerecht; Er ist das Leben, die höchste Seligkeit, die unendliche Majestät; Er ist unwandelbar, die ewige Liebe.

Wenn wir nun als wohl unterrichtete Kinder der Kirche bloß einen gläubigen Blick auf den Sinn und die Bedeutung jeder dieser einzelnen Vollkommenheiten werfen, da fühlen wir uns auch bei jeder derselben angetrieben, mit dem Herzen des Propheten aufzurufen:

„Mein Gott bist Du, Dich liebe ich, Dich will ich verherrlichen.“

Ich sagte: Gott ist ewig, ohne Anfang und Ende. Welch ein Antrieb liegt für uns darin, um mit aller Entschlossenheit nach Heiligkeit des Lebens zu streben. Du hast einen Anfang, aus Nichts. Demütige dich vor Gott in tiefster Demut.

Wir Kinder Adams sind unsterblich

Du bist aus Nichts, hast mithin keinen Anspruch auf irgendetwas. Welch eine Mahnung, dich zu verdemütigen! Was du immer bist, das bist du durch Gottes Gnade, ohne den du nichts vermagst. Doch Gott gibt dem Demütigen Gnade.

Von Ewigkeit hat Gott deiner gedacht und hat dich für eine Ewigkeit erschaffen. Du bist unsterblich. Doch diese Unsterblichkeit ist entweder der Stand ewiger Freude, ewigen Jubels oder der Stand ewiger Unglückseligkeit und Pein. Es gibt kein Drittes. Mensch, lasse dich durchdringen von dem ganzen Gewicht dieser Wahrheit. Ich war nichts, bin aus dem Nichts; habe auf nichts einen Anspruch und soll doch von nun an fortbestehen, solange Gott Gott ist.

O, was tue ich, damit ich in seinem Angesicht stets wohlgefällig bleibe. Die Antwort lautet: Denke bei allem und in allem: Es gilt eine Ewigkeit. Möge es was immer in der Welt sein, das mich anlockt, dasselbe gegen den Willen Gottes zu besitzen, zu genießen: „Was nützt das für die Ewigkeit.“ O wie verschwinden da alle Güter, Ehren und Freuden dieser Welt, auf die eine Waagschale der Entscheidung gelegt und auf die andere das inhaltsschwere Wort: Ewig.

Wir sündhafte Kinder Adams hier auf Erden, unzähligen Versuchungen ausgesetzt, haben die Aufgabe, uns selbst für eine Ewigkeit den Platz zu bereiten. Wie sollte dieser Gedanke uns mit Angst erfüllen. Diese Stimmung der Demut des Herzens ist aber vor allem das Fundament der Heiligkeit. „Ich bin nichts, Du mein Gott bist alles.“ Ich bin Dein Eigentum, stehe mir bei, dass ich es immer bleibe, und nichts aus all den erschaffenen Dingen mein Herz an sich fessele; dass ich alles in der Welt bloß als Mittel betrachte und nur dazu verwende, Dich zu verherrlichen! Wer nach diesem Grundsatz lebt, lebt heilig.

Gott ist unermesslich, er ist überall; darum wandle vor Gott und lebe in seiner Gegenwart. O welch ein Antrieb, heilig zu leben und zu tun, was Gott gefällt und es auch auf die vollkommenste Weise zu tun.

Gott sieht mich

Der Gedanke, Gott ist hier, vor mir, in mir! „In Ihm“, sagt der hl. Paulus, „leben wir, bewegen wir uns und sind wir.“ Gott sieht mich. Selbst was Menschen betrifft, die in hohem Ansehen stehen, in deren Dienst wir stehen, denen wir durch unzählige Wohltaten verbunden sind und von deren Gunst das Wohl und Heil unseres ganzen Lebens abhängt, wie mächtig wirkt der Gedanke! Ich tue es für Ihn, Er sieht mich, um das, was ich tue und was Er zu tun mir anbefohlen, so vollkommen als möglich zu tun.

Das tägliche Leben beweist es. So wie der Herr vor den Augen seiner Dienstboten erscheint und der Meister vor den Untergebenen, da eilt jedes an die Arbeit und trachtet, das ihm aufgetragene Werk so hurtig und so vollkommen als möglich zu vollbringen.

Besonders ist dann auch der Arbeiter in der Lage und Stimmung, zu vernehmen und zu erfahren, was der Herr von ihm zu tun verlange. Das aber hat bei dem Dienst Gottes für ein heiliges Leben einen übermächtigen Einfluss.

Was ist die Ursache, dass wir nicht oft und nicht bestimmt genug die Einsprechungen Gottes vernehmen? Der Grund liegt darin, weil wir nicht in seiner Gegenwart zu wandeln uns bestreben. Wäre das der Fall, dann würden wir ganz anders fühlen.

Versuche es nur einen einzigen Tag hindurch einige Male, besonders bei den wichtigeren Abteilungen deiner Geschäfte im täglichen Leben bei dir zu sagen: „Gott sieht mich“, und du wirst sogleich merken, wie dein innerliches Leben durch diesen Gedanken tiefer wurzelt, dich mehr und mehr durchdringt, wie diese Sammlung des Geistes dir dazu verhilft, um die Einsprechungen des hl. Geistes zu vernehmen, zu verstehen und wie dabei zugleich dein Herz der Gedanke einnimmt, das. Was du als Willen Gottes erkannt, ins Werk zu setzen.

Besonders wirst du es an dir erfahren, wie dieser Wandel in der Gegenwart Gottes einen so wichtigen Einfluss darauf ausübt, dein Gebet zum wahren Gebet im Geiste zu machen, dasselbe vor unnötigen Zerstreuungen zu schützen und zu einem wahren Umgang mit Gott zu gestalten und das Feuer der Liebe Gottes in dir mehr und mehr zu vermehren.

Das unerschütterliche Gottvertrauen

Gott ist ein Geist. Freue dich, Menschenseele, deiner Gott-Ähnlichkeit. Auch du bist der Seele nach ein Geist; aber trachte deshalb auch besonders, die Lüste und Begierlichkeiten des Fleisches zu ertöten, und du wirst heilig leben. Was uns nämlich besonders daran hindert, die Einsprechungen des hl. Geistes zu vermehren und dieselben ins Werk zu setzen, ist der Leib mit seinen fünf Sinnen, durch welche unzählige Einsprechungen der Welt und der erschaffenen Dinge, die den Sinnen schmeicheln, in unser Herz einziehen. „Überwinde dich“, das ist und war von jeher der Wahlspruch der Heiligen. Er wird auch dich heiligen.

Gott ist allwissend; Er weiß alles, was war, was ist, was kommen wird; dein ganzes Sinnen ist vor Ihm aufgedeckt; darum suche Ihm durchweg zu gefallen, dass sein Auge nichts an dir erblicke, was Ihm missfallen könnte.

Trachte besonders, in seiner Erkenntnis zu wachsen und in der Erkenntnis dessen, was Er uns geoffenbart, um durch einen vollkommenen, unterrichteten und lebendigen Glauben erfüllt, für Gott und sein Reich so zu leben, dass jede andere Erkenntnis dir dazu diene, Ihn zu verherrlichen. Tue es, und du wirst heilig leben.

Gott ist allmächtig. Blicke um dich und über dich, schaue das große Weltall an; alles, was ist, hat Gott durch seinen bloßen Willen, durch einen bloßen Wink aus Nichts erschaffen.

Durch diesen seinen Willen allein könnte Gott fort und fort unzählige, und das immer herrlichere Welten ins Dasein rufen. Dieser allmächtige Gott ist dein Gott; verherrliche Ihn durch ein heiliges Leben.

Wenn du seinen Einsprechungen, wie ich dich bisher ermahnt und dazu angeleitet, dein Herz öffnest, so werden sich der Ausführung deiner Entschließungen zweifelsohne Hindernisse in den Weg stellen. Doch welche Ermunterung erhält dabei dein Herz durch das Bewusstsein, Gott will es, Gott der Allmächtige will es. Er kann und wird mir helfen, wie Er unzähligen vor mir geholfen. Ich vertraue auf Ihn. O, welch eine herrliche Stimmung des Herzens, um heilig zu leben, ist das unerschütterliche Gottvertrauen.

Die drei Jünglinge im Feuerofen

Wir schauen ein so herrliches und begeisterndes Beispiel dessen an Dem, was wir in der hl. Schrift der drei Jünglinge lesen, denen König Nabuchodonosor gedroht, sie in den ungeheuren und siebenmal überheizten Ofen zu werfen, wenn dieselben sich seinen Befehlen nicht fügten und seine Statue als Gott nicht anbeten wollten.

„Und wer ist der Gott, der euch aus meinen Händen befreien könnte?“ so rief der wuterfüllte König aus.

„Unser Gott“, antworteten die Jünglinge, „der kann es, und wenn Er es auch nicht tut, König, deinen Befehl erfüllen wir nicht.“

Da schwang man dieselben in den Glühofen hinein. Und siehe, mitten im Feuer wandelten die drei Jünglinge, lobten und priesen Gott und blieben unversehrt.

Erfüllt von gleichem Gottvertrauen, leben und lebten alle die Heiligen in zahllosen Verfolgungen, die Gott zuließ, um sie „wie Gold im Feuerofen zu prüfen“, wie der hl. Petrus schreibt; und sie überwanden alle Hindernisse von Seite der Hölle und der Menschen. Ihr Vertrauen war Gott. Und wie oft verherrlichte auch Gott dieses ihr Vertrauen durch große Wundertaten. Denken wir an den hl. Stanislaus, der den verfaulten Mann wieder aus dem Grab rief und vor das Gericht des Königs führte.

Wer auf Gott vertraut, lebt heilig

Denken wir an die unzähligen Großtaten, die wir im Leben der Heiligen lesen, vollbracht durch ihr unerschütterliches Vertrauen auf Gott.

Ja, wer ganz auf Gott vertraut, lebt heilig.

Gott ist unendlich weise. Welch ein mächtiger Beweggrund für uns, durch ein heiliges Leben Gott zu gefallen. Seine Vorsehung leitet alles sanft und mächtig an das vorgesetzte Ziel und Ende. Der Anblick der ganzen Welt zeigt uns den Abglanz dieser Eigenschaft Gottes und wirkt in uns das Verlangen, mit dem Propheten aufzuseufzen: „O Gott des Himmels und der Erde, Schöpfer und weisester Leiter der Welt, mein Gott bist Du. Dich will ich durch ein heiliges Leben verherrlichen.“

Mag es auch scheinen, dass alle unsere Bemühungen, das zu erfüllen, was wir als seinen heiligsten Willen erkannt, erfolglos bleiben, wie ruhig fühlt dabei doch die Seele und wird nicht entmutigt, die, wie der hl. Petrus uns mahnt, sich in die Vaterarme Gottes legt und wie ein Kind vertrauensvoll sein Auge auf den Vater richtet.

Gott ist unendlich heilig. Der bloße Gedanke daran fordert uns von selbst auf, fort und fort dahin zu streben, stets heiliger und heiliger zu leben, infolge der Mahnung Christi selbst an alle Kinder seiner Kirche: „Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“

Er ist dabei die unendliche Güte. Von Ihm kommen alle guten Gaben; alles, was ich bin und habe und noch erhalten werde. O, welch ein Antrieb für das dankbare Menschenherz, vor Gott auszurufen: „Was werde ich dem Herrn geben für alles, was Er mir gegeben; besonders für alle die Gnaden, die mir durch meinen Beruf als Kind der Kirche auf Erden zufließen; und besonders dafür, was ich einst an Leib und Seele als Kind seiner triumphierenden Kirche besitzen soll.“

„Lebe heilig, erfülle seinen Willen, verbreite sein Reich“, so lautet die Antwort.

Gott ist unendlich barmherzig. Er hat dir alle deine Sünden vergeben. Zum Dank dafür erfülle die Werke der leiblichen und geistigen Barmherzigkeit mit besonderem Eifer an allen Menschen. Wer diese erfüllt hat, wie die hl. Schrift bezeugt, das ganze Gesetz erfüllt und lebt heilig.

Gott ist unendlich gerecht. Er richtet einst. Er, der in den Engeln Bosheit gefunden. Er, von dem selbst der hl. Paulus einst zitternd ausrief: „Ich bin mir nichts bewusst, doch Gott richtet mich. Es ist furchtbar, in die Hände eines richtenden Gottes zu fallen.“

Wer aus uns fühlt es nicht, dass gerade die Erinnerung an diese Wahrheit uns dazu auffordert, antreibt und stärkt, nach aller Möglichkeit unsere Pflichten zu erfüllen und heilig zu leben, da es ein Gott ist, der diese unsere Werke prüft und durchschaut; und dass wir besonders bedacht sind, unsere Meinung stets mehr und mehr zu reinigen, auf dass alle unsere Werke als voller Weizen in die Scheuer des Himmels gesammelt werden. Wer mit Hieronymus beständig die Posaune des Weltgerichts hört, der lebt heilig!

Gott ist die Wahrheit und Treue in seinen Verheißungen. Liebe die Wahrheit. Beweise diese Stimmung deines Herzens durch die Bereitwilligkeit, die Wahrheit zu hören und auch zu beherzigen, besonders in Beziehung auf das Geschäft des Heiles. Darum liegt die Welt auch in den Finsternissen des Heidentums und des Irrtums, weil der Mensch die Finsternis mehr liebt, die ihn in Sünden gefesselt hält, als das Licht, das ihn auffordert, denselben zu entsagen und ihre Fesseln zu brechen.

Gott ist die höchste Freiheit. Trachte aus allen deinen Kräften, dass keine ungeordnete Neigung dich daran hindert, das vollkommen und mit Freuden zu tun, was du als Gott wohlgefällig erkannt.

Gott ist die unendliche Schönheit und Seligkeit. Heil dir, wenn du durch deinen innerlichen Umgang mit Gott im Gebet bereits aus Erfahrung weißt, welch unnennbare Wonne den Menschen bereist auf Erden zu verkosten gestattet ist, die uns ahnen lässt, welch eine Beseligung für Leib und Seele einst unser warten werde im Reich des ewigen Lebens, wenn wir Gott schauen werden von Angesicht zu Angesicht und mit Ihm im Licht der Glorie vereinigt sein werden.

Gott ist die unendliche Liebe. Eine Seele, die durch ihren Umgang mit Gott bereits die Wonne verkostet, welche die Seele durchströmt, die mit Gott die wesentliche Liebe sich liebend vereinigt, die darf wahrhaft mit David bekennen: „Was ist mir ein Himmel und was verlange ich auf Erden, als Dich, o Gott meines Herzens.“ Die darf dann auch mit demselben und allen Heiligen beteuern: „Vor Dir, o Herr, ist all mein Verlangen, und das Seufze meines Herzens ist Dir nicht unbekannt. Um Dir mehr und mehr zu gefallen, will ich heilig leben.“

Eine solche Gott über alles liebende Seele ist sich alsdann auch ihrer Stärke und Treue im Dienst des Herrn bewusst und darf mit Paulus jubelnd ausrufen: „Was soll ich mich trennen von der Liebe Gottes; nicht Hunger, nicht Blöße, nicht das Schwert, nicht der Tod.“ Stärker als die Hölle mit all ihren Lockungen ist die Liebe, durch Gott den hl. Geist in unsere Herzen ausgegossen.

Gott ist und bleibt derselbe – unwandelbar. Halte deine Vorsätze in unverbrüchlicher Treue, und du wirst heilig leben und einst auch den kostbaren Tod der Heiligen sterben.

Gott ist die unendliche Majestät, der Herr und Lenker der Welten. „Alles zur größeren Ehre Gottes.“

Dieser Wahrspruch des hl. Ignatius sei deshalb auch von nun an der unsere, und wir werden nach einem heiligen Leben eingehen in das Reich, wo der Herr sein Wort erfüllt: „Ich verherrliche die, die mich verherrlichen.“

Dies, Kind der Kirche, ist der Einfluss des Zurufes des hl. Erzengels Michael: „Wer ist wie Gott“, als Antrieb für ein heiliges Leben. – Amen!

aus: F. X. Weninger, Originelle kurz gefasste praktische Fasten-Predigten, 1884, IV. „Seid heilig!“, Zweite Predigt, S. 190 – S. 199

Überschriften sind der besseren Lesbarkeit hinzugefügt.

Beiträge von P. F. X. Weninger auf dieser Website unter dem

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Bildquellen

  • ehre-sei-gott-in-der-hoehe: youtube
Tags: Gott

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