Die Taufe ist für Kinder heilsnotwendig

Warum die Taufe für Kinder heilsnotwendig ist

Konzil von Trient: Von der Taufe

Canon 5. Wenn Jemand sagt, die Taufe sei freigestellt, das ist, nicht notwendig zum Heile: der sei ausgeschlossen.

Römischer Katechismus: Auch Kinder müssen getauft werden

Fünfundzwanzigste Frage

Die Taufe ist allen Menschen zur Seligkeit notwendig.

Der Empfang der Taufe ist ganz und gar notwendig, sowohl den Erwachsenen, als den Kindern, ohne Taufe kann durchaus Niemand gerettet werden.

Obgleich aber die Erkenntnis der übrigen bisher erörterten Dinge für die Gläubigen höchst nützlich zu erachten ist, so kann doch nichts notwendiger erscheinen, als sie zu belehren, daß das Gesetz der Taufe vom Herrn allen Menschen vorgeschrieben ist, so daß, wenn sie durch die Taufgnade für Gott nicht wieder geboren werden, sie von ihren Eltern, seien diese nun Gläubige oder Ungläubige, zum ewigen Elende und Verderben gezeugt werden. Daher sollen die Pfarrer öfters erläutern, was wir bei dem Evangelisten lesen: „Wenn Jemand nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und Geiste, so kann er in das Reich Gottes nicht eingehen.“

Sechsundzwanzigste Frage

Auch die Kinder müssen notwendig getauft werden.

Daß das Gesetz der Taufe nicht allein von denen, die sich im Alter der Erwachsenen befinden, sondern auch von den kleinen Kindern zu verstehen sei, und daß die Kirche Solches aus apostolischer Überlieferung empfangen habe, wird durch das gemeinsame Urteil und Ansehen der Väter bestätigt. Überdies hat man zu glauben, daß Christus der Herr das Sakrament und die Gnade der Taufe den Kindern nicht habe versagen wollen, da er von ihnen sagte: „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn für solche ist das Himmelreich;“ da er sie in seine Arme schloß, ihnen die Hände auflegte und sie segnete. Wenn wir ferner lesen, daß von Paulus eine ganze Familie getauft worden sei, so erhellet deutlich genug, daß auch die Kinder, die unter ihrer Zahl waren, in der heilsamen Quelle abgewaschen wurden. Sodann spricht auch ganz besonders die Beschneidung, welche ein Vorbild der Taufe war, für diese Sitte. Denn es weiß Jedermann, daß man die Kinder am achten Tage zu beschneiden pflegte. Denen aber, welchen „die Beschneidung, die mit der Hand geschah, durch Hinwegnahme des Fleisches am Leibe“ nützlich war, wird offenbar auch die Taufe, welche „die nicht mit der Hand geschehene Beschneidung Christi“ ist, nützlich sein. Wenn endlich, wie der Apostel lehrt, „durch des Einen Sünde der Tod herrschte durch den Einen, um so mehr werden die, welche die Fülle der Gnade, der Gaben und der Gerechtigkeit erhalten, im Leben herrschen durch den Einen Jesum Christum.“ Da also die Kinder durch Adams Sünde vermöge ihrer Abstammung sich das Verderben zugezogen haben, um so viel mehr können sie durch Jesum Christum, den Herrn, Gnade und Gerechtigkeit erlangen, um zum Leben zu herrschen; was aber ohne die Taufe keineswegs geschehen kann. Die Pfarrer sollen demnach lehren, daß die Kinder allerdings getauft, und darnach allmählich im zarten Alter durch die Vorschriften der christlichen Religion zur wahren Gottseligkeit heran gebildet werden müssen; denn, wie der Weise trefflich sagt: „ist ein Jüngling seinen Weg gewohnt, so weicht er nicht davon, wenn er auch alt geworden.“

Siebenundzwanzigste Frage

Die Kinder empfangen in der Taufe die geistliche Gnade.

Man darf nämlich nicht daran zweifeln, daß sie, wenn sie abgewaschen werden, die Sakramente des Glaubens empfangen; nicht als glaubten sie durch Beistimmung ihres Gemütes, sondern weil sie durch den Glauben der Eltern, wenn diese gläubig sind, wo nicht (um mit dem heil. Augustin zu reden) durch den Glauben der ganzen Gesellschaft der Heiligen vertreten werden. Denn wir sagen mit Recht, daß sie von allen denen zur Taufe gebracht werden, die sich dazu bestimmten, sie hinzubringen, und durch deren Liebe sie der Gemeinschaft des heiligen Geistes beigesellt werden.

Achtundzwanzigste Frage

Die Taufe der Kinder soll nicht aufgeschoben werden.

Die Gläubigen sollen aber nachdrücklich ermahnt werden, daß sie ihre Kinder, sobald es nur ohne Gefahr geschehen kann, zur Kirche bringen, und mit den feierlichen Zeremonien taufen lassen. Denn da den kleinen Kindern keine andere Weise, ihr Heil zu erlangen, übrig bleibt, als daß sie die Taufe empfangen, so läßt sich leicht begreifen, welch schweren Vergehens sich diejenigen schuldig machen, die sie der Gnade des Sakramentes länger, als es die Not erfordert, beraubt sein lassen, zumal ihnen wegen der Schwäche ihres Alters beinahe unzählige Gefahren des Lebens drohen.

aus: Der Römische Katechismus nach dem Beschlusse des Concils von Trient, Erster Band, 1867, S. 157-158

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