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Katholische Kirche – Mystici Corporis
Die Vorenthaltung des Arbeitslohnes

P. Joseph Deharbes größere Katechismuserklärung
§ 2. Von den verschiedenen Gattungen der Sünde
3. Von den himmelschreienden Sünden – Die Vorenthaltung des Arbeitslohnes oder Entziehung des Tag- oder Arbeitslohnes
Durch mühsame Arbeit im Dienste von Fremden sich das tägliche Brot erwerben müssen, ist hart genug; nach getaner Arbeit aber den sauer verdienten Lohn nicht erhalten und darben müssen, ist unerträglich. Darum heißt es im fünften Buch Moses (24, 14. 15.): „Du sollst dem dürftigen und armen Bruder seinen Lohn nicht versagen, sondern an demselben Tag sollst du ihm den Lohn seiner Arbeit geben vor Sonnenuntergang; denn er ist arm und unterhält damit sein Leben: auf dass er nicht wider dich zum Herrn rufe.“ Und der hl. Apostel Jakobus spricht (5. 4): „Siehe, der Lohn der Arbeiter, welcher von euch vorenthalten worden, schreit, und sein Geschrei ist zu den Ohren des Herrn der Heerscharen gekommen.“
Solche Sünden werden leider nur zu häufig von Herrschaften begangen, die den Handwerkern, Tagelöhnern oder Dienstboten den ausbedungenen Lohn allzu lange nicht bezahlen oder ihnen denselben unter dem unbegründeten Vorwand, als hätten sie die Arbeit schlecht gemacht, als wären sie im Dienst nicht fleißig genug gewesen, als wäre irgendetwas durch ihre Nachlässigkeit zugrunde gegangen, ganz oder teilweise entziehen.
Der Hl. Geist selbst vergleicht diese Sünde mit der eines Mörders, indem er sagt: „Das Brot des Armen ist dessen Leben; wer ihn darum bringt, ist ein Mörder. Wer das im Schweiße gewonnen Brot raubt, ist gleich dem, er seinen Nächsten tötet. Wer Blut vergießt, und wer einen Lohnarbeiter betrügt, die sind Brüder.“ (Sir. 34, 25-27) –
aus: P. Joseph Deharbes größere Katechismuserklärung, Bd. 2, 1912, S. 364 – S. 365
Fr. Welches ist die vierte himmelschreiende Sünde?
A. Die Weigerung, den Arbeitern und Dienstboten den Lohn ihrer Mühen und ihres Schweißes zu bezahlen.
Erklärung:
Nichts ist unwürdiger, als die Dienstboten und Arbeiter um ihren Lohn zu betrügen; nichts ist mehr den Gesetzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit entgegen; folglich nichts mehr geeignet, den Zorn des Herrn zu reizen und seine Rache herauszufordern. „Ein wenig Brot ist das Leben der Armen; derjenige, welcher sie desselben beraubt, ist ein blutdürstiger Mensch“ (Ekkli. 24, 25). –
„Wisset, dass der Lohn, um den ihr die Arbeiter bringt, welche eure Felder bestellt haben, gegen euch schreit, und dass ihr Geschrei zu den Ohren des Gottes der Heerscharen gedrungen ist.“ (Jak. 5, 4) –
aus: Ambrosius Guillois, Historische, dogmatische, moralische und liturgische Erklärung des Katechismus, Bd. 2, 1849, S. 553 – S. 554
Empfehlenswert ist auch der Volkskatechismus von Spirago, neu aufgelegt und herausgegeben von dem Verlag ‚Lilien des Feldes‘ in Österreich.
Bildquellen
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