Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Hunolt

Hunolt, Franz, SJ (seit 1709), Homilet, * 31.3.1691 zu Siegen, † 12. 9. 1746 zu Trier, hier 1724 bis 1743 Domprediger. Verfaßte Sittenpredigten in volkstümlicher Sprache, mit treffenden Vergleichen, Sprichwörtern, anschaulicher, dem Leben entnommener Schilderung, geschickter Verwertung der Schrifttexte und reichhaltigem Stoff. Dogmatische Predigten und Lobreden lagen ihm nicht. Im Aufbau erinnert er an Segneri. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. V, 1933, Sp. 202 – Sp. 203

Hunolt, Franz, SJ, der bedeutendste deutsche Prediger des 18. Jahrhunderts und auch heute noch in mancher Beziehung unerreicht, stammte aus dem Herzogtum Nassau, war viele Jahre lang Domprediger in Trier und starb auch daselbst im Jahre 1746. Seine „Christliche Sittenlehre über die evangelischen Wahrheiten“ (Köln 1740-1748 u. o.), welche übrigens auch die wichtigsten Punkte der Glaubenslehre enthält, bildet einen umfassenden Zyklus über die allgemeinen und besonderen Pflichten des Christen, über die Sünden, über die Buße, über die Tugenden, über die letzten Dinge des Menschen; hierzu kommen noch zwei besondere Zyklen über das Leiden Christi und über die Marienfeste. Hunolts Redegang ist äußerst einfach; bisweilen wird ohne eigentliche Gliederung ein einziger praktischer Gedanke ausgeführt. Die Wahl seiner Beispiele und auch mancher Väterstellen läßt in Bezug auf Kritik zu wünschen übrig. Hunolt ersetzt diese und andere formellen Mängel aber durch ausgezeichnete Eigenschaften. Seine Redestärke liegt in seiner eminent praktischen Richtung, in seinem Stoffreichtum, in seiner großen Menschenkenntnis und seiner außergewöhnlichen Popularität. Er wird immer eine Goldgrube für den Seelsorge-Klerus bleiben. –
Quelle: Wetzer und Welte`s Kirchenlexikon, Bd. 6, 1889, Sp. 430

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