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Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Deutsche Könige und Kaiser mit Namen Heinrich

Heinrich I. – Heinrich II. – Heinrich III.Heinrich IV.Heinrich V.Heinrich VI.Heinrich VII.

Heinrich I., 919 bis 936, vermählt mit der hl. Mathilde, † 2.7.936 zu Memleben, begraben zu Quedlinburg in der von ihm erbauten Schlosskirche; der 1. Herrscher aus dem sächsischen Hause, der Typ eines sich bescheidenden Realpolitikers. Er brach mit der universalen Politik der Karolinger, begründete das mittelalterliche deutsche Reich, übte aber eine wirkliche Herrschaft eigentlich nur über Norddeutschland aus, während er die südlichen Stämme zur Anerkennung seiner Oberherrschaft gewann teils durch Unterwerfung (Schwaben), teils durch Vertrag (921 Eintritt Bayerns unter Herzog Arnulf d. Bösen in das mittelalterliche deutsche Reich unter Vorbehalt wichtiger Rechte, so der Bischofs-Ernennungen seitens des Herzogs). Der für seinen Vorgänger Konrad I. maßgebende Bund zwischen Königtum und Kirche wurde unter Heinrich I. gelöst: keine kirchliche Königskrönung, gespanntes Verhältnis zum Erzbischof von Mainz.

Heinrich II. der Heilige siehe: Heiliger Heinrich II deutscher Kaiser

Heinrich III., 1039 bis 1056 siehe: Lexikon Stichwort Heinrich III.

Heinrich IV., siehe: Lexikon Stichwort Heinrich IV.

Heinrich V., *1081,, römischer König 1099, † 23.5.1125 zu Utrecht (begraben zu Speyer). Ein kaltsinniger Realpolitiker, der sich zu Lebzeiten Heinrichs IV. aus Selbstsucht, oder um das Königtum zu retten, in geheuchelter Kirchlichkeit auf die Seite von dessen Gegnern geschlagen hatte, kehrte Heinrich V. als selbständiger Regent alsbald zu des Vaters Politik zurück. Auf einem Romzug schloss er mit dem unpolitischen Papst Paschalis II. den Vertrag zu Sutri 9.2.1111: Verzicht des Königs auf die Investitur gegen Rückgabe der Regalien an die Krone. Der stürmische Protest der Betroffenen hinderte den Papst an der Innehaltung des Vertrages. Heinrich nahm ihn in der Peterskirche gefangen und gab ihn erst wieder frei nach Verbriefung des Investiturrechtes und der Kaiserkrönung (13.4.1111).

Synoden im Lateran und zu Vienne (1112) verwarfen das erzwungene Privileg bzw. Sprachen den Bann über das Haus aus. Gegen eine deutsche Fürsten-Opposition (besonders Lothar III. v. Supplinburg und Adalbert von Mainz, seinen ehemaligen Kanzler und Vertrauten) behauptete er sich dank der Einziehung des Mathildischen Erbes. Nach einem Schisma (Gregor VIII.) führten das allgemeine Friedensbedürfnis und die inzwischen auch durch literarische Behandlung erfolgte gedankliche Klärung der Streitfrage unter dem staatsmännischen Papst Calixtus II. zum endlichen Ausgleich der beiderseitigen Ansprüche auf der Grundlage der tatsächlichen Verhältnisse im sogenannten Wormser Konkordat v. 23.9.1122 (Investiturstreit). Mit dem kinderlosen Heinrich V. erlosch 1125 das salische Haus.

Heinrich VI., 1190 bis 1197, ältester Sohn Friedrich Barbarossas, * 1165 zu Nimwegen, 1169 römischer König. 1186 König v. Italien, † zu Messina 28.9.1197, begraben in Palermo. Die durch seine Vermählung 1186 mit Konstanze, der Erbtochter Rogers II., eröffnete Aussicht auf Neapel-Sizilien, das die Päpste als römische Lehen betrachteten, erweckte in dem früh fertigen (schon zu Lebzeiten des Vaters Mitregent, während dessen Kreuzzug Reichsverweser), herrsch-begabten Heinrichweitreichende imperialistische Pläne, brachte aber auch das Papsttum, eine national-normannische Partei unter Tankred v. Lecce und einen niederrheinisch-welfisch-englischen Bund gegen ihn zusammen. Auf seiner 1. Italienfahrt erhielt Heinrich vom zögernden Cölestin III. Ostern 1191 die Kaiserkrone, während die Eroberung des Normannenreiches zunächst noch misslang.

Die rücksichtslos und mit diplomatischer Meisterschaft ausgenützte Gefangennahme des englischen Königs Richard I. Löwenherz lähmte aber die deutsche und englische Gegnerschaft und schaffte die Mittel zur Unterwerfung von Unteritalien und Sizilien 1194. Eine spätere sizilianische Verschwörung schlug er grausam nieder. Sein Versuch, nach der Geburt eines Sohnes (Friedrich II.) für sein Haus das Erbkaisertum durchzusetzen, scheiterte an den deutschen Fürsten und am Papst. Nun sollte ein wohl vorbereiteter Kreuzzug die Widerstände schwächen und zugleich weltpolitische Pläne am Mittelmeer verwirklichen; da raffte der Tod den hochstrebenden, bis zu gefühlloser Härte zielbewussten 32-jährigen Staufer hinweg.

Heinrich VII., * 1278 oder 1279, Graf v. Lützelburg, wurde 1308 gegen französische Bewerbung auf Betreiben seines Bruders, des Erbischofs Balduin v. Trier und des Erzbischofs v. Mainz Peter v. Aspelt zum deutschen König gewählt. Trotz geringer Hausmacht trat der ritterliche, aber wenig realpolitische Herrscher, von den Italienern, besonders von Dante, als Retter aus den Wirrungen begrüßt, 1310 die Romfahrt an und empfing 1312 durch päpstliche Delegierte in der Laterankirche die Kaiserkrone. In die italienischen Parteikämpfe verwickelt, stand er im Begriff, gegen König Robert v. Neapel, das Haupt der Guelfen, zu ziehen, da entriss ihn 24.8.1313 ein rascher Tod (nicht Vergiftung) zu Buonconvento bei Siena dem Konflikt mit Papst Klemens V., der, seit 1309 in Avignon, unter französischem Einfluss den König v. Neapel begünstigte. 1921 wurden seine Gebeine aus Camposanto in den Dom zu Pisa übertragen. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. IV, 1932, Sp. 910 – Sp. 916

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