Berenike

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Berenike

Berenike (Beronike) makedonische Form für Siegesträgerin, Name mehrerer Königinnen Ägyptens. –

Außerdem:

1) Tochter des Ptolemäus II. Philadelphus, wurde 248 v. Chr. Zur Bekräftigung des eben geschlossenen Friedens dem syrischen König Antiochus II. vermählt. Dessen verstoßene Gattin Laodike nahm später furchtbare Rache. Antiochus wurde wohl sicher durch sie vergiftet, Berenike später mit ihrem Kind Antiochus aus dem Tempelasyl zu Daphne heraus geholt, das Kind ermordet; Berenike erlag ihren Wunden vielleicht erst später. Aus Gram hierüber starb Prolemäus (247). Auf diese Ereignisse spielt Dn. 11, 6 an.

2) Nichte Herodes‘ des Großen, heiratete ihren Vetter Aristobul und wurde Mutter von Herodes Agrippa I., vermählte sich später mit Archelaus. In Rom, wohin sie reiste, genoss sie hohes Ansehen. – Josephus, Antiqu. 16, 1, 2; 18, 6, 1.

3) Tochter des Herodes Agrippa I., vermählt mit ihrem Oheim Herodes v. Chalkis, nach dessen Tod mit ihrem Bruder König Herodes Agrippa II. zusammen lebend, und zwar, wie das Gerücht wohl nicht zu Unrecht wissen wollte, in unerlaubter Weise. Kurze Zeit Gattin des Königs Polemon v. Kilikien, von dem sie sich wieder trennte, um zu ihrem Bruder zurück zu kehren. I diese Zeit fällt die Anwesenheit beider in Cäsarea (Apg. 25, 13 u. 23;26, 30). Später war sie Buhle des Vespasian und des Titus,d er sie nach Rom kommen ließ.

4) Bernike (Veronika), nach der Legende (Pilatus-Akten) Name der blutflüssigen Frau (Mt. 9, 20-22 u. Parall.), die dann vor Pilatus als Zeugin für Christus erscheint. Von Makarius v. Magnesia wird sie gar zur Fürstin erhoben, wohl in Erinnerung an herodianische Prinzessinnen wie 2) u. 3). –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. II, 1931, Sp. 180 – Sp. 181

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