Cäsaropapismus

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Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Cäsaropapismus

Cäsaropapismus bezeichnet das System, das dem Träger der höchsten weltlichen Gewalt (Cäsar) auch die unumschränkte obrigkeitliche Gewalt in der Kirche (Papa) zuspricht. Wesentlich in der altheidnischen Idee von der staatlichen Allgewalt wurzelnd, widerspricht der Cäsaropapismus, indem er die kirchliche Gewalt in der staatlichen aufgehen läßt, der von Christus (Mk. 12,17 u. Parall.) vollzogenen Scheidung beider Gewalten, und indem er die Selbständigkeit und Unabhängigkeit der Kirche vernichtet, ihrem Wesen als einer vollkommenen Gesellschaft. Geschichtlich kam der Cäsaropapismus zuerst im Römerreich seit dem Mailänder Edikt zur Entwicklung, erlebte im Morgenland unter Justinian I. Seine höchste Blüte (Byzantinismus) und beherrschte die russische Kirche bis zum Sturz des Zarentums. Dem Mittelalter im Grunde fremd, trat er in der Neuzeit im Kirchenregiment der protestantischen Landesherren (Summepiskopat, Territorialsystem) zu Tage und fand auch bei absolutistisch gerichteten katholischen Herrschern willige Nachahmung, so im Gallikanismus, Febronianismus, Josephinismus. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. II, 1931, Sp. 780

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