Der heilige Don Giovanni Bosco

Der heilige Don Giovanni Bosco, ein Mann des Gottvertrauens: Porträt

Der heilige Don Giovanni Bosco, ein Mann des Gottvertrauens

31. Januar

Am Osterfest, dem 1. April 1934, wurde Don Giovanni Bosco, der einst barfuß die Kühe seines Dienstherrn hütete und, Priester geworden, seinen Jungen die Hosen flickte, unter dem Jubel des ganzen katholischen Erdkreises heiliggesprochen.

Don Bosco ward am 16. August 1815 in dem Flecken Becchie bei Castelnuovo-Turin geboren. Der Vater, Francesco Ludovico, starb 1817 in der Zeit der größten Kriegs- und Hungersnöte. Die Mutter, Margareta, eine heiligmäßige Frau, verstand es, ihre Kinder christlich zu erziehen. Dem zehnjährigen Giovanni erschien im Traum der Herr und führte ihm eine Schar verwilderter, fluchender und lästernder Jungen zu, die bei ihm, in sanfte Lämmer verwandelt, sich an Christus und die Madonna anschlossen. „Das ist dein Arbeitsfeld, hier sollst du wirken“, hörte er den Herrn sagen.

Nach vielen Entbehrungen und Anstrengungen gelangte er zum Studium und 1840 zum Priestertum. In Turin ward er vom 8. Dezember 1841 an der Apostel der verwahrlosten Jungen. „Er ist gut zu uns“, sagten sie zueinander, „er würde uns noch vom Galgen schneiden.“

Mit großer Mühe, trotz vieler Verdächtigungen und Verfolgungen von allen Seiten gelang es ihm, sich die nötigen Häuser zu erwerben und das Institut der Salesianer ins Leben zu rufen, so genannt nach dem heiligen Franz von Sales. Die „Salesianische Gesellschaft“ wurde 1869 kirchlich approbiert. Dieser Gesellschaft gliederte Don Bosco das „Institut der Töchter Mariens“, das „Werk der Mariensöhne“ für Spätberufene und die fromme „Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter“ an, die aus Weltleuten besteht und dem jeweiligen Pfarrer unterstellt ist. –

Don Bosco war ein Mann des Glaubens, des Gottvertrauens, der alles versetzenden, vor allem sich selber gebenden Liebe. „O könnten wir doch mit unserer Liebe die ganze Welt umfassen, um sie zu Gott und zur heiligen Kirche zu führen!“ Ohne einen Heller in der Tasche starb Don Bosco am 31. Januar 1888. Seine letzten Worte waren: „Suchet zuerst das Reich Gottes. Es geschehe der Wille Gottes.“

Wie leicht hätte Giovanni Bosco in der Welt vorankommen und etwas werden können! Er, der auf dem Gymnasium drei Klassen in einem Jahr erledigte; der sich neben dem Studium her spielend die Kenntnis der lateinischen und italienischen Literatur aneignete; der zugleich das Tischler-, Schuster-, Konditor– und Kochhandwerk erlernte; er, der mit so reichem Talent und so unverwüstlicher Körperkraft ausgestattet war: standen ihm nicht alle Wege offen?

Aber er will Priester werden, arm leben und sich als demütiger, zu allem bereiter Diener der verlassenen Jungen hinopfern. Er lässt sich zu den ärmsten Straßenjungen herab und lebt ganz ihnen: er ist ihnen Vater, Bruder, Freund, Diener, Mitzögling – um Christi Willen, um ihre Seelen zu retten. So tief, so lebendig, so stark ist sein Glaube. Und aus dem Glauben die sich verströmende Liebe und übermenschliche Geduld, nur um seine Zöglinge für das Gute, für Christus zu gewinnen! Er hat ungeahnten Erfolg!

Don Bosco ist immer arm, immer fehlt es ihm an irdischen Mitteln – und immer macht er neue, größere Unternehmungen und baut er neue Kirche, neue Häuser und Anstalten, nimmt immer mehr Knaben auf, nicht bloß in Turin, in ganz Italien, in Europa, ja jenseits der Meere. Er wusste um die Macht des wahren Gottvertrauens, um das „Hoffe auf den Herrn: Er wird es fügen“. Mit unzähligen greifbaren Wundern hat der Herr sein Vertrauen belohnt. „Um nichts macht euch Sorgen, sondern stets sollen in innigem Gebet und Flehen unter Danksagungen eure Anliegen vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, der alles Begreifen übersteigt, bewahre eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus.“

Sein ganzes bewegtes, arbeits- und segensvolles Leben ist nichts als der Kommentar seines Glaubens an die Vorsehung Gottes. Don Bosco aber sagte – und darin liegt sein Geheimnis: „Wie viel hat der Herr durch uns gewirkt! Aber wie viel mehr würde er getan haben, wenn Don Bosco mehr Glauben gehabt hätte!“

Don Boscos Leben ist eine einzige aufreibende Arbeit um der Seelen willen. „Lasst uns arbeiten, arbeiten, droben haben wir ewige Ruhe! Wie soll ich ruhen, während der Teufel arbeitet?“ „Ich bin nicht Priester geworden, um meine Gesundheit zu pflegen. Wer von der Arbeit getötet stirbt, der Zeit auf seinen Posten Hunderte, die ihn ersetzen.“

Don Bosco, der unvergleichliche Erzieher, mit einer außergewöhnlichen Macht über die Herzen! Warum? Weil er ein Heiliger ist. –
aus: Benedikt Baur OSB, Werde Licht, IV. Teil, Liturgische Betrachtungen über eine Auswahl der Heiligen des Römischen Messbuches, S. 42 – S. 46

Siehe auch die Beiträge auf katholischglauben.online über die Liebe von Pater Bonifaz Wöhrmüller.

Bildquellen

  • San_Giovanni_Bosco: wikimedia | Public Domain Mark 1.0

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