A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T Ü V W Z

Akazius

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Akazius

Akazius (Agathius, Achatius), hl., Märtyrer der diokletianischen Verfolgung in Konstantinopel. Nach der Märtyrerlegende, die in lateinisch (ActaSS MAII II (1738) 293/98), griech. (ebd. 762/66; Migne PG 115,217/40) und syr. (Bedjan VI 68/82) Bearbeitung überliefert ist, stammte er aus Kappadokien, war Hauptmann im kaiserlichen Heer und wurde nach grausamen Martern zu Byzanz unter Diokletian und Maximian hingerichtet. In Konstantinopel gab es zwei ihm geweihte Kirchen: eine am Ort der Hinrichtung, in der andern ruhte sein Leib. In die letztere wurden 360 die sterblichen Überreste Konstantins des Großen aus der Apostelkirche übertragen (Socrates, HE II, c. 38)

Akazius, hl., mit dem Beinamen Agathangelus, nach den griechischen Menologien Bischof von Melitene in Klein_Armenien, was vielleicht von einer Verwechslung mit Akazius von Melitene herrührt, der am Konzil von Ephesus 431 teilnahm. Nach den Acta disputationis (ActaSS Mart. III (1736) 904f; Ruinart 199/202), die seine Gefangennahme und sein Verhör vor dem Consularis Martianus berichten, wurde er durch Decius (250-251) auf den Bericht des Martianus hin frei gelassen.

Akazius (Achatius), hl., Soldat, „primicerius“, nach der späten Legende (ohne jede geschichtliche Grundlage) unter Kaiser Hadrian mit 10000 Soldaten auf dem Berg Arrarat gekreuzigt (ActaS Iun. IV (1743) 182/87; andere Bearbeitungen s. BH I 5). Abgebildet mit einem Dornstrauch in der Hand, mit dem er zerfleischt worden sei. Als einer der 14 Nothelfer verehrt, öfter aber mit einem der obigen Akazius verwechselt; gefeiert in der lateinischen Hymnodie durch noch erhaltene 11 Reimoffizien, 19 Hymnen, 20 Sequenzen, 7 Reimgebete, 1 rhythm. Messe.

Akazius von Amida (Diarbekir) in Mesopotamien, hl., byzantinischer Gesandter, 420 auf einer Synode zu Seleucia, auf welcher die Kirche von persien zur Annahme der Kanones der Konzilien von Nicäa, Ankyra, Gangra usw. bewogen wurde. 422 verkaufte er alle Gold- und Silbergeräte seiner Kirchen, um 7000 persische Gefangene loszukaufen; vielleicht wurde auch Patriarch Dâdîschô von Seleucia auf seine Bitten 422 aus dem Kerker befreit. Schrieb Briefe, die der Perser Maris kommentierte.

Akazius, Bischof von Beröa seit 378, starb 100 (110?) Jahre alt nach 433; Führer der syrischen Kirche in den damaligen Glaubenskämpfen; ging einige Zeit nach seiner Bischofsweihe nachRom und wohnte dort einer Synode bei; nahm 381 am Konzil zu Konstantinopel teil, 403 an der Eichensynode als Feind des hl. Chrysostomus. Wegen Teilnahme an der rechtswidrigen Ordination Flavians von Antiochien von Papst Damasus aus der Kirche ausgeschlossen, von Innozenz I. Wieder aufgenommen. Die wegen des antiochenischen Schismas unterbrochene Gemeinschaft der syrischen Kirche mit Rom wurde durch seine Bemühungen bei Sirizius wieder hergestellt. Anfangs Nestorius zugetan, nahm er bald eine vermittelnde Stellung ein. Erhalten sind drei Briefe und ein Glaubensbekenntnis (Migne PG 77, 1445ff)

Akazius von Cäsarea (in Palästina), seit ca. 340 als Nachfolger des Eusebius sehr einflußreich am kaiserlichen Hof, Vorkämpfer des Arianismus, der er auf den Synoden zu Mailand (355), Antiochien (358) und besonders zu Seleucia (359) verteidigte. Auf letzterer vertrat er die vierte sirmische (homöische) Formel,… unter Kaiser Valens wieder Arianer, 364 abgesetzt, starb er 365 oder 366. Seine Anhänger heißen Akazianer (Homöer), darunter sind die Bischöfe Ursacius, Valens, Georg von Alexandria, Pankratius von Pelusium u.a. Akazius weihte den hl. Cyrillus zum Bischof von Jerusalem, geriet aber mit ihm in Streit, da er den vom Konzil von Nicäa (can. 7) ausgesprochenen Ehrenvorzug des Bischofs von Jerusalem nicht anerkennen wollte.

Akazius, Patriarch von Konstantinopel (471 bis 489), verwarf das den Monophysitismus begünstigte Enyklion des Kaisers Basiliskus (476). Mit Papst Simplicius kam er in Konflikt, weil er gegen die Canones nach Ermordung des Patriarchen Stephan von Antiochien einen neuen Patriarchen wählte. Er wurde, als Kaiser Zeno auf seinen Rat hin das Henotikon erließ (482), von Papst Felix II. nach Rom zur Verantwortung geladen, zwang aber die päpstlichen Gesandten durch List und Gewalt, mit ihm in kirchliche Gemeinschaft zu treten. Felix sprach deshalb auf einer römischen Synode 484 Bann und Absetzung über ihn aus. Akazius kehrte sich nicht daran und ließ den Namen des Papstes aus den Diptychen streichen. Damit begann das Akazianische Schisma, das 35 Jahre dauerte. Die Nachfolger des Akazius, Flavitas und Euphemius, suchten die Verbindung mit Rom wieder herzustellen, wollten aber den Namen des Akazius nicht aus den Diptychen der Kirche von Konstantinopel streichen. Erst unter Papst Hormisdas wurde das Schisma durch die Bemühungen Kaiser Justins I. beseitigt, als viele orientalische Bischöfe die formula Hormisdae angenommen hatten (519).

Akazius von Melitene in Klein-Armenien, † ca. 438, kämpfte gegen die Verbreitung der Schriften des Diodor von Tarsus und Theodor von Mopsuestia, trat zu Ephesus (431) gegen Nestorius auf, war sich aber über den Unterschied von Natur und Person auch nicht ganz klar, so daß einige Stellen von ihm monophysitisch klingen. Erhalten ist ein Brief in 2 lateinischen Übersetzungen (Migne PG 84, 693/838) und eine Homilie, die er auf dem Konzil von Ephesus gehalten hat (Migne PG 77, 1467/72. Mansi V 181/86). Über 2 weitere Briefe (armenisch erhalten) s. TheolRevue 2 (1903) 225. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. I, 1930, Sp. 180 – Sp. 182

Buch mit Kruzifix
Konstans
Buch mit Kruzifix
Proterius

Weitere Lexikon-Einträge

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Brüder und Schwestern des freien Geistes Brüder und Schwestern des freien Geistes, eine seit dem Anfang des 13. Jahrhunderts in verschiedenen Ländern auftauchende Sekte, welche einem vollendeten Pantheismus huldigte und bis ins 15. Jahrhundert…
Buch mit Kruzifix

Heinrich III.

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Heinrich III., deutscher Kaiser Heinrich III., * 28.10.1017, bestieg 1039 den Thron, † 5.10.1056 zu Bofelda a. Harz; im Speyrer Dom beigesetzt. Heinrich ist der Idealtyp des mittelalterlichen Herrschers, seine Regierungszeit neben der Friedrich…
Buch mit Kruzifix

Judenchristen

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Judenchristen Judenchristen, die aus dem Judentum hervorgegangenen Christusgläubigen der apostolischen und nachapostolischen Zeit. Die Urgemeinde in Jerusalem hielt streng konservativ am jüdischen Gesetz und Kult fest (Apg. 2,46; 3,1: 5,12; 10,14; 21,20-24). Die Forderung…
Buch mit Kruzifix

Dreikapitelstreit

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Dreikapitelstreit Dreikapitelstreit, ein Nachspiel des nestorianischen und monophysitischen Kampfes im 6. Jahrhundert. Um die Monophysiten zu gewinnen, erließ Kaiser Justinian I 543 ein Edikt gegen die „3 Kapitel“: 1) die Person und die Schriften…
Buch mit Kruzifix

Accaron

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Accaron Accaron, auch Akkaron, assyrisch Amkarruna, ägyptisch (E)ngrun, die nordöstlichste unter den 5 Philister-Hauptstädten, wohin schließlich die Philister die Bundeslade brachten (1. Sam. 5, 10-12; Nomen gentilicium „Akkaroniter“; Jos. 13, 3; 1. Sam. 5,…

Weitere Lexikon-Beiträge

Buch mit Kruzifix

Heidenchristen

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Heidenchristen Heidenchristen nennt man die Gläubigen aus dem Heidentum der frühchristlichen Zeit. Der erste Heidenchrist war der durch Philippus (Apg. 8,22ff) bekehrte äthiopische Eunuch. Größere Bedeutung kommt der Bekehrung des heidnischen Hauptmanns Kornelius durch Petrus (Apg. 10) zu. Das zeigt die Notwendigkeit der Verteidigung des Vorganges durch Petrus in…
Buch mit Kruzifix

Sodoma

Heilige Schrift AT
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Sodoma Sodoma, Hauptort der 5 Städte (Pentapolis) im Siddim-Tal, Wohnort des Lot (Gn. 13,12), wurde wegen widernatürlicher Unzucht („sodomitische“ Sünde, Sodomie; vgl. Gn. 19,4-9) zugleich mit Gomorrha, Adama und Seboim von Gott „umgekehrt“ und in einem Feuer-, Salz- und Schwefelregen verbrannt (Gn. 19,21-25) – ein Strafgericht, bei dem sich…
Buch mit Kruzifix

Diokletian

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Diokletian römischer Kaiser und Christenverfolger Diokletian, Cajus Aurelius Valerius, römischer Kaiser, * bei Saloma (Dalmatien), arbeitete sich im Militärdienst zum Comes domesticorum empor, 17.9.284 zu Chalcedon von den Offizieren zum Kaiser ausgerufen. Schon 1.4.286 nahm er Maximianus Herkuleus zum Mitregenten an; beide erhoben 293 Konstantius Chlorus und Galerius zu…
Buch mit Kruzifix

Montanismus

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Montanismus Montanismus, schwärmerische Sekte, die sich zunächst als eine aszetisch-eschatologische Erweckungs-Bewegung innerhalb der Kirche offenbarte, aber auch eine gefährliche Häresie war. Obschon sie das Glaubens-Bekenntnis nicht änderte, wollte sie doch die christliche Offenbarung durch eine vollkommenere, von neuen Propheten verkündete ersetzen und diesen inspirierten Sehern die oberste kirchliche Leitung…
Buch mit Kruzifix

Jesuiten

Orden und Ordensleute
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Jesuiten Jesuiten. Der Name Jesuit, im 15. Jahrhundert = „frommer Mann“, Anfang des 16. Jahrhunderts = „Betbruder“, bezeichnete erst als Spottname, dann schon im 16. Jahrhundert einfachhin die Mitglieder der Gesellschaft Jesu (Societas Jesu, abgekürzt SJ), gegründet vom hl. Ignatius von Loyola 15. 8. 1534 in der Dionysius-Kapelle auf…
Buch mit Kruzifix

Eudisten

Orden und Ordensleute
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Eudisten Eudes, Jean, hl. (1909 selig-, 1925 heiliggesprochen), einer der großen Erneuerer des religiösen Lebens Frankreichs im 17. Jahrhundert, „auctor, doctor et apostolus cultus liturgici Sacr. Cordis Jesu“ (Pius X.), * 14.11.1601 zu Ri bei Argetan, † 19.8.1680 zu Caen; trat 1623 in Paris bei den Oratorianern ein, wurde…
Consent Management Platform von Real Cookie Banner