Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Goffine

Goffine, Leonhard, OPraem, religiöser Volksschriftsteller, * 6. 12.1648 zu Köln, 1669 Ordensprofeß in Steinfeld, 1676 Priester, tätig bei den Prämonstratenserinnen in Dünnwald und Ellen, 1680-1685 Novizenmeister; dann Pfarrer in Klarholz, Niederehe, Coesfeld, Wehr, Rheinböllen und (seit 1696) in Oberstein an der Nahe; † ebd. 11.8.1719. Sein Hauptwerk ist die 1687 vollendete „Handpostille“, die in Fragen und Antworten die sonntäglichen Episteln und Evangelien erklärt, allgemein Postille oder „Goffine“ genannt. Erstausgabe Mainz 1690, übersetzt in fast alle europäischen Sprachen, von Volksschriftstellern wie Florentini, Jocham, Allioli, Hattler bearbeitet, fast alljährlich neu aufgelegt. Weitere Schriften: Auslegung der Regel des hl. Augustin (Köln 1692), Trostbuch in Trübsalen (Köln 1695), Seelenlicht (2 Bde Predigten, Nürnberg 1705). Cibus animae matutinalis (Köln 1705), Erklärung des Catechismi Petri Canisii (ebd. 1712), Lehre Christi (ebd. 1715), Der Wächter des göttlichen Wortes (ebd. 1718), Praxes sacrae seu modus explicandi caeremonias per annum (Frankfurt 1719).

aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. IV, 1932, S. 564

.. um das Jahr 1698 berief ihn der Erzbischof von Trier als Pfarrer nach Oberstein an der Nahe. In dem überwiegend lutherischenFlecken war erst zur Zeit der französischen Invasionen unter Ludwig XIV. wieder eine katholische Kirche erbaut und eine katholische Pfarrei errichtet worden, und Goffine bezog hier ein Jahrgehalt von dem König von Frankreich, wie es auch viele andere Geistliche in solchen katholischen Pfarreien erhielten, welche zu jener Zeit unter französischem Schutz und mit französischen Subsidien in deutschen protestantischen Territorien neu errichtet worden waren. Mit großem Eifer nahm Goffine sich der ihm anvertrauten Gemeinde an. Er ward von unduldsamen Lutheranern öfter heftig angegriffen und mit bitteren Kränkungen überhäuft, war aber im großen Ganzen, wie von der katholischen, so auch von der lutherischen Bevölkerung seines Pfarrortes und der Umgegend wegen seiner geistigen Tüchtigkeit und seines tugendhaften Wandels geachtet und geehrt. Als ehrwürdiger Greis von 71 Jahren starb er, nachdem er noch einige Wochen vorher im Kloster Steinfeld (Eifel) geistliche Exerzitien gehalten, am 11. August 1719 zu Oberstein. Hartzheim nennt ihn „pastor apostolicus“… – Das Hauptwerk Goffine`s ist die unter dem Namen „Neuvermehrte Handpostille“, „Christkatholisches Unterrichtsbuch“, „Gebet- und Erbauungsbuch für katholische Christen““, „Katholisches Unterrichts- und Erbauungsbuch“ und ähnlichen Titeln in vielen Auflagen und Bearbeitungen… –
Quelle: Wetzer und Welte`s Kirchenlexikon, Bd. 5, 1888, S. 832

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