Moral

Die Vernunft findet das Sittengesetz vor

Moraltheologie, Schilling
Stellung der Vernunft zum natürlichen Sittengesetz Die Vernunft erfindet und gibt das sittliche Naturgesetz nicht, sondern sie findet es vor und verkündigt es nur. Die Vernunft ist also nicht autonom, der Mensch kann ebenso wenig sein eigener höchster Gesetzgeber sein, als sein eigener Erlöser auf religiösem Gebiet. Gleichwohl ist der gegen die christliche Denkweise gerichtete…

Existenz des sittlichen Naturgesetzes

Moraltheologie, Schilling
Die Existenz des sittlichen Naturgesetzes und Naturrechtes Von außerordentlicher Wichtigkeit ist der Nachweis, daß die lex naturalis moralis von der Offenbarung anerkannt, bestätigt und voraus gesetzt wird. Das Alte Testament kennt ein ins Herz gelegtes Gesetz. So verkündet Moses dem Volk: „Das Gesetz, das ich heute dir darlege, ist nicht zu hoch für dich und…

Die Lehre vom natürlichen Sittengesetz

Moraltheologie, Schilling
Das natürliche Sittengesetz Wesen und Begriff Die Lehre vom natürlichen Sittengesetz wurde von Augustinus entsprechend der christlichen Tradition in grundlegender Weise behandelt, von Thomas systematisch entwickelt. Die Ausdrücke, die sie gewählt oder geprägt, führen am sichersten und besten in das Verständnis dieser für die Moral so wichtigen Lehre ein. Durch Ausstrahlung in den Menschengeist, durch…

Autonome Moral ohne Gottesbezug

Moraltheologie, Schilling
Die autonome oder religionslose Moral ohne Gottesbezug Die autoritätsfeindliche autonome Moral oder die „Laienmoral“ hat in Kant ihren ersten Vertreter gefunden, allerdings leitete ihn dabei das Bestreben, die flachen Nützlichkeitsmoral der Aufklärung, ihrer moralposivistischen Auffassung nach Art jener des Nominalisten Wilhelm von Ockham, der des Scotus Gedanken weiterführte, wirksam zu begegnen. Die Streitfrage, ob Kant…

Verpflichtende Kraft des Gewissens

Moraltheologie
Das Gewissen Zweites Kapitel: Die verpflichtende Kraft des Gewissens I. Dem sicheren Gewissen muss man immer folgen, wenn es etwas befiehlt oder verbietet. Dies gilt sowohl für das wahre als das falsche Gewissen. – Wer daher lügt in der Überzeugung, es sei eine Liebespflicht, dem Nächsten durch eine Lüge aus der Not zu helfen, setzt…

Das Gewissen Begriff und Einteilung

Moraltheologie
Das Gewissen Erstes Kapitel: Begriff und Einteilung I. Begriff Das Gewissen im eigentlichen Sinne ist ein Urteil der praktischen Vernunft über die Güte oder Sündhaftigkeit einer Handlung. Durch die Anwendung des Gesetzes auf einen konkreten Fall wird das Gewissen nächste Norm des sittlichen Handelns. II. Einteilung 1. Das voraus gehende und nachfolgende Gewissen, je nachdem…

Sünden gegen die Nächstenliebe

Moraltheologie
Die Gebote der göttlichen Tugenden – Die Liebe Dritter Artikel Die Nächstenliebe § 3 Sünden gegen die Nächstenliebe Die hauptsächlichsten äußeren Sünden gegen die Nächstenliebe sind: Verführung, Ärgernis und Mitwirkung. I. Verführung 1. Direkt und ausdrücklich jemanden durch Worte, Zeichen, Handlungen zur Sünde zu veranlassen ist je nach der Sünde, zu welcher der andere verleitet…

Nächstenliebe Werke der Nächstenliebe

Moraltheologie
Die Gebote der göttlichen Tugenden – Die Liebe Dritter Artikel Die Nächstenliebe § 2 Werke der Nächstenliebe Von den verschiedenen Werken der Nächstenliebe kommen hier hauptsächlich in Betracht: das Almosen und die brüderliche Zurechtweisung. I. Das Almosen 1. In äußerster Not ist man unter schwerer Sünde verpflichtet, den Armen zu helfen auch mit Gütern, die…

Pflicht und Ordnung der Nächstenliebe

Moraltheologie
Die Gebote der göttlichen Tugenden – Die Liebe Dritter Artikel Die Nächstenliebe § 1 Pflicht und Ordnung der Nächstenliebe I. Die Pflicht der Nächstenliebe 1. Im allgemeinen ist man verpflichtet, wegen Gott auch alle Geschöpfe zu lieben, welche der Gnade und ewigen Glorie teilhaftig werden können. Hierher gehören die Engel und Heiligen im Himmel, die…

Gebote der göttlichen Tugenden Die Liebe

Moraltheologie
Die Gebote der göttlichen Tugenden – Die Liebe Drittes Kapitel Die Tugend der Liebe Die Liebe ist eine übernatürliche, eingegossene Tugend, durch die wir Gott als das höchste Gut um seiner selbst willen lieben und um seinetwillen auch uns selbst und den Nächsten. Erster Artikel Die Gottesliebe I. Die Pflicht einen Akt der Gottesliebe zu…
Menü