Paläologen

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Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Paläologen

Paläologen, ein seit dem 11. Jahrhundert hervor tretendes byzantinisches Adelsgeschlecht, das beim Sturz des Lateinischen Kaisertums auf den Thron gelangte mit Michael VIII. (1261-82), der durch den Geschichtsschreiber Georg Akropolites 1274 eine vorüber gehende Union mit Papst Gregor X. schloss und Johannes XI. Bekkos zum Patriarchen erhob.

Die von ihm behauptete Macht zerbröckelte unter seinen Nachfolgern Andronikos II. (1282 bis 1328) und III. (1328-42). Johannes V. (1342-76), machtlos gegenüber Johannes VI. Kantakuzenos und entthront von seinem Sohn Andronikes IV. (1376-79), suchte bei Papst Urban V. Hilfe und legte 1369 in Rom das katholische Glaubensbekenntnis ab; er wurde durch die Türken auf den wankenden Thron wieder erhoben (1379-91).

Sein tüchtiger Sohn Manuel II. (1391 bis 1425), der als Schriftsteller hervor ragte und die größte byzantinische Apologie gegen den Islam schrieb, rief gegen Sultan Bajezid den König Sigismund von Ungarn zu Hilfe, der aber 1396 bei Nikopolis geschlagen wurde. Johannes VIII. (1425-48), Manuels Sohn, schloss, beraten von Amirutzes, mit Papst Eugen IV. die Union zu Florenz. Sie wurde jedoch in Konstantinopel nicht anerkannt und konnte so die zerfallende Herrschaft nicht mehr stützen.

Diese fand ihr Ende unter dem seine Hauptstadt tapfer verteidigenden Konstantin XII. (1448-53) durch Sultan Mohammed II.

Konstantins Nichte Zoë, aus einer peloponnesischen Seitenlinie, heiratete als Sophia Paläologa 1472 den Großfürsten Iwan III. von Moskau. Sophias Bruder Andreas verkaufte seine Thronrechte 1494 an Karl VIII. Von Frankreich, 1502 an Ferdinand V. von Aragon. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. VII, 1935, Sp. 875

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